Die neue Epoche der Enterprise-Portale

Claudia Fröhling

In Kürze endet der Very Early Bird für die JAX 2011. Allen Unentschlossenen wollen wir in dieser Mini-Serie die spannenden Themen der Konferenz vorstellen. Heute geht es um einen brandneuen Tag: Enterprise Portal 2.0 mit hochkarätigen Speakern im Programm. Wir sprachen vorab mit dem Moderator des Tages, Jörg Ruckelshauss.

JAXenter: Wie der Name des Special Days schon impliziert, stehen wir vor einer neuen „Epoche“ von Enterprise-Portalen. Warum ist das Ihrer Meinung nach so?

Jörg Ruckelshauss: Portalprojekte hatten in den frühen Jahren mit technischen Problemen zu kämpfen, die sich negativ auf den Nutzen und die Nutzbarkeit ausgewirkt haben. Im schlechstesten Fall konnten die Anwender nach einem Mammutprojekt nur die Speisekarte der Kantine abrufen – zwar zuverlässig, aber nach vielen mühsamen Klicks. Heute stehen für die Integration, für die Logik und natürlich für die Interfaces sehr viel leistungsfähigere, flexiblere und schneller zu implementierende Standards und Funktionsbaukästen zur Verfügung. Die Interfaces sind auf Web 2.0-Standard, so dass ein Enterprise-Portal – früher bekannt als „Firmen-Intranet“ – sich nicht mehr vor den führenden Sites im offenen Web verstecken muss, weder funktional noch optisch. Damit hat aus unserer Sicht eine neue Epoche für Enterprise-Portale begonnen.

JAXenter: Wie sieht die neue Portalgeneration heute aus, durch was
zeichnet sie sich aus?

Jörg Ruckelshauss: Die neue Portalgeneration kann natürlich viel mehr als frühere Systeme, ist aber auch einfacher, schneller und adaptiver, sowohl für die Entwickler als auch für die Anwender. Unter Portalen verstehen wir heute nicht mehr nur den Zugriff von isolierten Anwendern auf diverse verstreute Datenbasen und die damit verknüpften Anwendungen, sondern gerade die smarte Interaktion mit anderen Anwendern, sowohl im Unternehmen als auch bei externen Partnern. Immer mehr Funktionen werden durch die neuen Standards integrierbar, so dass die Portale heute endlich das werden, was sie im Ansatz immer schon sein wollten: Zentrale Hubs für Information, Kommunikation, Kollaboration, Prozess-Monitoring, Wissensmanagement etc. Und durch die enge Koppelung an die Trends im Web entwickeln sich die Portale gleichzeitig in die mobile Dimension von xPhones und xPads hinein, an die vor wenigen Generationen, in der Ära von PDAs und PIMs, noch gar nicht zu denken war.

JAXenter: Auf was können sich die Teilnehmer beim Enterprise Portal 2.0 Day freuen, welche Themen werden behandelt?

Jörg Ruckelshauss: Wir sind sehr glücklich, dass wir von beiden großen Open Source Enterprise Portalen (Liferay, Red Hat/JBoss) sehr kompetente Speaker gewinnen konnten, die uns ihre Sicht und Vision für Enterprise Portale 2.0 an diesem Tag vorstellen werden. Daneben werden wir uns beim Special Day mit dem Zusammenspiel von Identity Management und moderner JSF-GUI mit Portalen beschäftigen sowie einen Ausblick in die „mobile Post-Web2.0-Welt“ wagen.

JAXenter: „Mobile Post-Web2.0-Welt“ – das klingt in erster Näherung vielleicht etwas kryptisch. Was können wir uns darunter vorstellen?

Jörg Ruckelshauss: Im Web2.0 hat sich der Schwerpunkt des Nutzerinterfaces vom Server mit Hilfe von JavaScript stark auf den Webbrowser des Klienten verlagert. Aktuell sehen wir nun, wie mobile Endgeräte (Smartphones / Tablets) und Apps diesen Trend noch verstärken und native Sprachen und Webtechnologien auf den Endgeräten noch stärker vermischen. Diese Session will die Frage stellen, wie sich die Portal-Konzepte in dieser Welt bewähren können und welche Antworten mit der Hilfe von Portaltechnologien ermöglicht werden.

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Claudia Fröhling
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