Die Kraft der Crowd: LiClipse als erstes schwarmfinanziertes Eclipse-Tool

Diana Kupfer

Kunstsinnige Eclipse-Nutzer, die besonderes Augenmerk auf das Look and Feel ihrer IDE legen, dürfen sich über das erste öffentliche Release von LiClipse (kurz für: Lightweight Eclipse) freuen. Fabio Zadrozny, auch bekannt als Entwickler von Pydev, einer Python-IDE für Eclipse, kündigte das Release vergangenen Donnerstag in seinem Blog an.

LiClipse wendet die Eclipse Color Themes aus Eclipse 4 auf die gesamte Entwicklungsumgebung an, verpasst dieser also ein konsistentes Design. Darüber hinaus soll es durch besonders leichtgewichtige Editoren die Usability von Eclipse verbessern. Bisher werden zehn Programmiersprachen unterstützt, darunter CoffeeScript, C++, JavaScript und Python.

Leider ist das Tool nicht Open Source; diese Option hatte Zadrozny während der Spendensammlung für das Projekt noch offengelassen. Zumindest kann man LiClipse 30 Tage lang kostenlos testen.

Die Crowd macht’s möglich

Bemerkenswert ist, dass das Projekt über die Crowd-Funding-Plattform Indiegogo finanziert wurde. Die Zielsumme von 25 0000 US-Dollar wurde um mehr als 5000 Dollar übertroffen. Damit handelt es sich wahrscheinlich um das erste Crowdfunding-Produkt, das für Eclipse entwickelt wurde – umso bedauerlicher, dass die Finanzierung trotzdem nicht ausreichte, um LiClipse kostenlos bereitzustellen.

Andere Eclipse-Technologien haben die Kraft der Crowd ebenfalls entdeckt, und zwar ganz unterschiedlich. Da wäre zum Beispiel das Projekt Code Recommenders: Die Erweiterung für die Java Development Tools in Eclipse, die gerade den dritten Meilenstein der Version 2.0 passiert hat, macht sich das Wissen der Entwickler-„Crowd“ zunutze. Sie analysiert das Verhalten ihrer Nutzer, leitet daraus Patterns ab und gibt dieses Wissen an die IDE zurück – z. B. in Form von Codevervollständigungs-Vorschlägen.

Auch Crowdtesting ist ein Trend, der immer mehr an Fahrt gewinnt und war jüngst auch beim Eclipse Testing Day in Darmstadt Thema. Bei dieser Art, Anwendungen zu Testen, werden online Testaufträge an möglichst viele Nutzer verteilt.

Ob beim Erproben, Einschätzen oder Finanzieren neuer Technologien – Schwarmintelligenz, so scheint es, steht nach wie vor hoch im Kurs.

 

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Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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