Yoga für Fortgeschrittene

Die hohe Kunst des agilen Testens

Sven Schirmer

Mangelnde Qualität und schlechte Anforderungen können schnell zu ausufernden Projektlaufzeiten führen und vorhandene Budgets sprengen. Daher setzten clevere IT-Verantwortliche auf solides Testmanagement, bei dem die methodische Planung und Durchführung entscheidend ist. Daneben müssen Testabteilungen in Zeiten der Agilität über Test-Engineers mit dem richtigen Mix an Eigenschaften verfügen. Bereits vor der Ära der agilen Softwareentwicklung war es nicht einfach, qualifizierte Test-Engineers mit der richtigen Kombination an Skills zu finden – heute, in Zeiten von Scrum, ist dies ungleich schwieriger. Umso wichtiger ist es, die benötigten Qualifikationen zu kennen, um geeignete Mitarbeiter zu finden, und das bestehende Team zu entwickeln. Eine besondere Rolle spielt dabei vor allem in agilen Vorgehensmodellen das Mantra des Yoga: Ausgewogenheit.

Zugegeben, Software-Testing und Yoga haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam – schaut man jedoch genauer hin, wird eine grundlegende Parallele erkennbar: Wie im Yoga, kommt es beim erfolgreichen Software-Testing in agilen Projekten auf die Ausgewogenheit an. Der Yogi, der einen Kopfstand lernen möchte, wird am Anfang seiner Praxis öfter umfallen – erst wenn ihm klar wird, wie wichtig die Ausgewogenheit von verschiedenen Eigenschaften ist, wird er Erfolg haben und sein Ziel erreichen. Ähnlich müssen Testmanager und Test-Engineers ihre Eigenschaften Flexibilität, Stärke und Balance sinnvoll einsetzen, um das Testing in agilen Projekten erfolgreich durchzuführen. Wenn das Augenmerk auf die richtigen Fähigkeiten gelegt wird und diese bewusst weiterentwickelt werden, werden sich die Mitarbeiter einer Test-Factory auch in agilen Projekten beweisen.

Anhand des Vorgehensmodells Scrum werden die Fähigkeiten aufgezeigt, die ein professioneller Test-Engineer in der modernen Softwareentwicklung mitbringen sollte, um erfolgreich zu sein. Der Artikel beschreibt und begründet, auf welche Eigenschaften im Bereich der Softskills es vor dem Hintergrund der Agilität ankommt.

Was ist Scrum eigentlich?

Der Grundgedanke hinter Scrum ist, Komplexität in Entwicklungsprojekten durch drei Prinzipien zu reduzieren:

  1. Transparenz: Der Fortschritt und die Hindernisse eines Projekts werden täglich und für alle sichtbar festgehalten.
  2. Überprüfung: In regelmäßigen Abständen werden Produktfunktionalitäten geliefert und beurteilt.
  3. Anpassung: Die Anforderungen an das Produkt werden nicht vorab festgelegt, sondern nach jeder Lieferung neu bewertet und bei Bedarf angepasst.

Scrum verkörpert die Werte des Agilen Manifests. Das Ziel dieser Projektvorgehensweise ist eine möglichst schnelle, kosteneffiziente und gleichzeitig qualitativ hochwertige Entwicklung einer Software zu gewährleisten, die einer im Vorfeld klar definierten Vision entspricht.

Das agile Manifest
  • Individuen und Interaktionen sind mehr als Prozesse und Werkzeuge
  • Funktionierende Software ist mehr als umfassende Dokumentation
  • Zusammenarbeit mit dem Kunden ist mehr als Vertragsverhandlung
  • Reagieren auf Veränderung ist mehr als das Befolgen eines Plans
Geschrieben von
Sven Schirmer
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