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Der Finanztechnologie Flügel verleihen

Die Finanz-IT mit Banking Service Providern reformieren

Lars Markull

© Shutterstock.com/Crystal Eye Studio

FinTech-Startups und andere innovative Player dürften aus dem Aufstieg neuer Services in der Finanzindustrie großes Kapital schlagen. Gleichwohl bleiben technische und regulatorische Rahmenbedingungen bestehen. Viele dieser Probleme könnten durch Banking Service Provider erheblich verringert werden.

Der Ausdruck Banking Service Provider hat seinen Weg noch nicht ganz in den FinTech-Wortschatz gefunden, obwohl es deutliche Parallelen zur Entwicklung von sogennanten Payment Service Providern gibt. Während des Aufstiegs des ECommerce wurden Startups mit einer Reihe von Problemen konfrontiert, die über ihre Kernkompetenzen hinausgingen.

Den Wünschen ihrer Kunden entsprechend mussten sie verschiedene Zahlungsmethoden in ihre Software integrieren, wodurch dem Aufstieg der Payment Service Provider als allgemein zufriedenstellende Lösung Vorschub geleistet wurde. Die vielen ECommerce-Firmen, die es heute gibt, wären gar nicht denkbar, wenn sie alle Methoden jeweils selbst handhaben müssten. Gleiches wird für die FinTech-Industrie gelten.

Die fehlende Zwischenebene

Der Bereich der Finanzdaten ist sehr stark fragmentiert und über zahlreiche verschiedene Provider verteilt, darunter Banken, Kreditkartenfirmen etc. Diese Zersplitterung wird in Zukunft weiter zunehmen, da neue Marktteilnehmer häufig neue Silos entstehen lassen. Anbieter von innovativen Finanzlösungen könnten stark davon profitieren, alle verfügbaren Quellen in ihre neue Angebote zu integrieren, um so die Berührungspunkte mit ihren potentiellen Kunden zu vermehren.

Diese Verbindung mit tausenden von Quellen zu entwickeln ist ressourcenintensiv. Ein Banking Service Provider dagegen könnte sie besser und wahrscheinlich kostengünstiger realisieren. Das Fundament eines solchen Services wäre eine technische Verbindung zu den Quellen der Finanzindustrie, die auf Basis existierender Bank-APIs oder ähnlicher Infrastruktur entwickelt werden könnte.

Regulation als treibende Kraft

Ein Banking Service Provider ordnet verschiedene neue Services rund um sein Kerngeschäft an. Die Rechtskonformität beim Zugriff auf Financial Service Provider wird dabei ein zentrales Verkaufsargument sein. Mit Inkrafttreten der Zahlungsdiensterichtlinie Payment Service Directive 2 (PSD2) der Europäischen Union dürfte dieses Thema noch weiter an Bedeutung gewinnen.

Einer der wenigen Banking Service Provider ist figo. Während unserer Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten FinTech-Startups und anderen innovativen Firmen haben wir bemerkt, dass ein Banking Service Provider unsere Partner auf ein ganz neues Level heben kann. Die Entwicklerteams unserer Partner können sich auf ihr Kernprodukt konzentrieren und müssen sich nicht länger um das komplexe Banking-Backend kümmern. Weil jede Seite sich auf ihre Stärken konzentrieren kann, wird das Endprodukt viel runder und smarter, wovon wiederum die User profitieren können, da die Services nicht nur für einige, sondern für alle Banken verfügbar sind.

Zu guter Letzt ist Geschwindigkeit einer der entscheidenden Faktoren in der gegenwärtigen FinTech-Industrie. Als Banking Service Provider ermöglichen wir es unseren Partnern, schnell neue Services zu entwickeln. Zudem können sie viel schneller Lehren aus ihren Arbeitsergebnissen ziehen.

Es geht immer um den richtigen Kontext

Die aktuelle FinTech-Entwicklung steht noch am Anfang: Ständig werden neue StartUps die Bühne betreten und innovative Banken werden gleichermaßen kontinuierlich neue Finanzdienstleistungen entwickeln. Diese Player können bestimmte Bankdienstleistungen besser und kostengünstiger als gewöhnliche Banken anbieten, weshalb sie künftig zunehmend „entbündelter“ werden. Allen gemein ist, dass ihre Motivationsgrundlage vom Banking im richtigen Kontext gebildet wird. Um diesen herstellen zu können, suchen Startups und Banken bereits aktiv nach Banking Service Providern, um ihre Finanzdaten im Rahmen ihrer neu entwickelten Services einsetzen zu können.

Auf lange Sicht könnte die Verknüpfung mit neu aufkommenden Finanzdienstleistungen ein zusätzliches Verkaufsargument darstellen, da auch traditionellere Marktteilnehmer nach neuen Services suchen, die sie in ihr existierendes Angebot einbinden können. Banking Service Provider werden dann in der Lage sein, über lediglich einen Access Point Zugriff auf verschiedenste Services bieten zu können – in Zukunft ein potentiell gewaltiger Vorteil.

Aufmacherbild: Set of Colorful Cash von Shutterstock.com / Urheberrecht: Crystal Eye Studio

Geschrieben von
Lars Markull
Lars Markull
Lars Markull works at the leading German banking API provider figo and additionally as an independent FinTech consultant. He combines experience from traditional banking and consulting jobs with a big passion for innovation and disruption.
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