Enterprise-Lösungen für die Cloud? Welche Typen sind geeignet?

Die Enterprise Cloud

Daniel Liebhart

Enterprise-Lösungen lassen sich in operative Systeme, dispositive Systeme und Systeme für unstrukturierte Daten aufteilen. ERP-, CRM- oder SCM-Standardlösungen fallen beispielsweise unter die Klasse der dispositiven Systeme. Interessant ist die Frage, welche Systemtypen für die Cloud geeignet sind und was in naher Zukunft von den Anbietern zu erwarten ist.

Enterprise-Lösungen, also Informationssysteme zur Unterstützung der betrieblichen Tätigkeit, können in verschiedene Arten oder auch Systemtypen unterschieden werden. Eine solche Aufteilung reflektiert einerseits die heutige betriebliche Realität und andererseits das Angebot der Hersteller. Und sie hat zudem noch den Vorteil, dass bestimmte Funktionen klar bestimmten Systemtypen zugeordnet werden können. Und die verschiedenen Systeme können entsprechend ihrer Zuordnung verwaltet, geplant, realisiert und betrieben werden. Und ihre Eignung für eine allfällige Auslagerung in eine Cloud kann anhand nachvollziehbarer Kriterien geprüft werden. Die Aufteilung von Enterprise-Lösungen in Systemtypen ist relativ einfach: Man nehme die Aufteilung, die wir bereits in der Informatikgrundausbildung gelernt haben, und stelle jeden der einzelnen Systemtypen in seiner idealisierten Ausprägung dar. Also beispielsweise wird zwischen operativen und dispositiven Systemen und zwischen System für die Verwaltung unstrukturierter Daten unterschieden. Die operativen Systeme lassen sich in branchenspezifische, generelle und Intercompany-Systeme unterteilen. Die generellen operativen Systemtypen wären dann ERP (Enterprise Resource Planning), CRM (Customer Relationship Management) und SCM (Supply Chain Management). Die branchenspezifischen sind beispielsweise Straight Through Processing für Banken, PLM (Product Lifecycle Management) für Industriebetriebe oder Track-and-Trace-Systeme für Logistikunternehmen. Unter die Intercompany-Systeme fallen elektronische Märkte oder Datenaustauschplattformen. Die dispositiven Systeme umfassen MIS (Management Information Systems) und Planungssysteme. Unter MIS sind Systemtypen wie DWH und CPM (Corporate Performance Management) zu finden, während Data Mining, Analytics und Simulationen unter die Planungssysteme fallen. Wissensbasierte Anwendungen, Büroautomation und Multimedia sind Ausprägungen der Systeme zur Verwaltung unstrukturierter Daten. Diese Aufteilung ist im Kasten „Systemtypen“ dargestellt.

Operative Systeme

Die Anwendungen zur Unterstützung der Leistungsprozesse können der Klasse der operativen Systeme zugeordnet werden. Sie unterstützen die Kernprozesse der Wertschöpfungskette wie den Einkauf, die Herstellung oder den Vertrieb sowie die Unterstützungsprozesse wie das Personalwesen, die Finanzen oder das Controlling. Sie können in industrieunabhängige, industriespezifische und firmenübergreifende Systeme eingeteilt werden. Die drei wichtigsten industrieunabhängigen Systemtypen sind ERP, CRM und SCM. ERP-Systeme werden zur Verwaltung der Unternehmensressourcen eingesetzt, während CRM-Systeme für die Pflege der Kundenbeziehungen verwendet werden und SCM-Systeme die Steuerung des gesamten Warenflusses übernehmen. Industriespezifische Systeme oder auch Branchenlösungen sind typischerweise PLM- und PPS-Systeme für die Produktion, Handelssysteme oder Zahlungsverkehrslösungen für Banken, Vertragsmanagement, Vorsorgeverwaltung und Schadensabwicklungsanwendungen für Versicherungen und erweiterte ERP-Systeme für große Produktsortimente oder den Versandhandel für den Handel. Unter die Klasse der Systeme zur Unterstützung firmenübergreifender Prozesse fallen Anwendungen für den elektronischen Datenaustausch und elektronische Marktplätze.

Während die industrieunabhängigen Systeme typischerweise durch Standardprodukte abgedeckt werden, sind industriespezifische und firmenübergreifende Systeme oftmals eine Kombination aus Standardsoftware und Individualentwicklung oder -anpassung.

Systemtypen

Eine Aufteilung in verschiedene Systemtypen unterscheidet zwischen operativen und dispositiven Systemen und zwischen System zur Verwaltung unstrukturierter Daten:

  • Operative Systeme (Operational Systems): Systeme zur Unterstützung der Leistungsprozesse eines Unternehmens.
  • Dispositive Systeme (Dispositive Systems): Systeme zur Unterstützung von Führungs- und Entscheidungsprozessen in einem Unternehmen.
  • Systeme zur Verarbeitung unstrukturierter Daten (Systems for unstructured Data): Diese Lösungen werden hauptsächlich für die tägliche Büroarbeit eingesetzt und erlauben den Umgang mit unstrukturierten Daten wie E-Mail, Office-Dokumente oder Bilder, Ton und Filme.

Abb. 1: Systemtypen. (Vergrößern)

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Daniel Liebhart
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