Die Eclipse bringt Licht ins Dunkel - JAXenter

Die Eclipse bringt Licht ins Dunkel

Wicked Shell erlaubt das Arbeiten mit einer Shell integriert in der IDE.

Da unsere Enterprise-RCP-Anwendung aus einer Reihe von Plug-ins besteht, habe ich mir angewöhnt, im Package Explorer mit Working Sets zu arbeiten. Working Sets stellen eine Gliederungsmöglichkeit für Projekte im Workspace dar. Zunächst einmal müssen Sie die Darstellung auf Working Sets umstellen. In der Menübar des Package Explorers wählen Sie dafür SHOW | WORKING SETS. Danach können Sie beginnen, Sets zu definieren und Ihre Projekte den einzelnen Sets zuzuordnen. Dafür wählen Sie einfach SELECT WORKING SETS. aus der Menübar des Package Explorers. Das schafft auch hier eine verbesserte Übersichtlichkeit im Plug-in- bzw. Projekt-Dickicht.

Integrierte Shell

Natürlich möchte ich auch drei meiner Lieblings-Plug-ins vorstellen. Zum einen ist da mein eigenes Plug-in „Wicked Shell“, das ich immer installiert habe. Ich benutze es für sämtliche Kommandozeilenbefehle, wie beispielsweise das Starten und Stoppen vom Tomcat und die Nutzung von Ant und Maven. Aber auch beim Arbeiten mit den XMLBeans von Apache erweist es sich als sehr nützlich, wenn es darum geht, die mitgelieferten Tools zu benutzen. Es ist einfach angenehm, hierfür nicht in ein externes Fenster wechseln zu müssen.

Wicked Shell erlaubt das Arbeiten mit einer Shell integriert in der IDE
Malen nach Zahlen

Eine sehr gute Unterstützung bei der Entwicklung von Oberflächen ist ein GUI Designer, der nicht fehlen darf. In meinem Fall ist das der SWT Designer. Dieser ist zwar nicht kostenlos, ist allerdings im Vergleich zu den freien Tools sein Geld doppelt und dreifach wert. Zum einen unterstützt er mit zahlreichen Dialogen und Wizards beim Erstellen unterschiedlichster UI-Elemente, zum anderen kommt er problemlos auch mit JFace Viewern und dem Forms API klar und das Ganze sehr performant. In der aktuellen Version wird sogar das JFace Databinding unterstützt. Der Designmodus arbeitet sehr Ressourcen-schonend, das UI wird mittels GEF emuliert und detailgetreu dargestellt. Gerade beim Arbeiten mit den Standardlayouts ist der SWT Designer unschlagbar, für die Oberflächen in Enterprise-Anwendungen also eine sehr gute Wahl.

Alles gecheckt?

Ein weiteres Plug-in, welches ich immer installiert habe, ist das Checkstyle Plug-in. Über die Vorzüge von Checkstyle brauche ich – glaube ich – nicht viel zu sagen: In verteilten Projekten sorgt es einfach für eine gute Qualität und erweitert die Basisfunktionalität von Eclipse äußerst sinnvoll. Das Plug-in darf eigentlich in keiner Eclipse-Installation fehlen.

Eclipse als Plattform

Abschließend noch ein paar Worte zum Thema Plattform. Unsere Enterprise-Anwendung haben wir zu Beginn auf dem M3 Release der Eclipse 3.1 entwickelt und sind dann den Zyklus bis zur Version 3.1.2 mitgegangen. Die Entwicklung mit Milestone Releases verlief problemlos, von minimalen Änderungen des API mal abgesehen. Darüber hinaus macht Anwendungsentwicklung auf Basis von Eclipse RCP sehr viel Spaß. Zum einen bekommt man mit SWT und JFace ein sehr mächtiges UI Toolkit an die Hand. Zum anderen merkt man, dass die Eclipse-Plattform eine sehr stabile und trotzdem flexible Plattform darstellt. Viele Dinge, wie das Workbench-Konzept, das Jobs API oder der Extension-Point-Mechanismus schaffen eine zuverlässige Plattform auch für große Enterprise-Anwendungen. Sicher, einige wichtige Dinge wie Data Binding, Autorisierung bzw. Authentifizierung oder ein clientseitiges Caching fehlten und fehlen heute teilweise immer noch. Jedoch bietet die Plattform mit ihren Werkzeugen immer Möglichkeiten, fehlende Komponenten zu integrieren. Die Anwendung lässt sich hervorragend schneiden und in Komponenten aufteilen. Dass dies natürlich nicht nur für die Clientseite interessant ist, sondern auch auf der Serverseite sehr von Vorteil sein kann, zeigt der aktuelle Serverside-Eclipse-Trend. Man darf gespannt sein, wie sich die Plattform dahingehend weiterentwickelt.

Stefan Reichert arbeitet als Software-Architekt bei Lufthansa Systems in Hamburg. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Enterprise-Anwendungen, Eclipse und Eclipse RCP. Stefan ist Gründer und Committer des Open-Source-Projekts „Wicked Shell“. Kontakt: stefan@wickedshell.net

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