Die drei Herausforderungen für Enterprise Java

Hartmut Schlosser

Die 4 Herausforderungen für die nächste Generation von Enterprise Java

Nichts Geringeres als die nächste Generation von Enterprise Java stand auf dem Programm der Mittagskeynote der W-JAX 2011. Stephen Burton von AppDynamics beschrieb einen Generationswechsel in der Art, wie heute Java-Enterprise-Anwendungen entwickelt werden. Statt monolithische Architekturen haben heute modulare, verteilte und hochgradig integrierte Systeme den Vorrang, die auf verschiedene Services setzen.

Drei Trends machte Burton aus, die die Entwickler von Java-Enterprise-Anwendungen vor neue Herausforderungen stelle.

  1. Cloud Computing: Durch die Auslagerung bestimmter Services in die Cloud lassen sich elastische Architekturen verwirklichen, die flexibel an veränderte Situationen angepasst werden können. Cloud Computing solle nicht in erster Linie als Instrument zur Reduzierung von Kosten gesehen werden. Der wahre Benefit liege in der gewonnenen Agilität.
  2. Big Data: Technologien wie NoSQL-Datenbanken, Hadoop und verteilte Caching-Systeme erlauben die Analyse Business-kritischer Daten in Echtzeit. Business Intelligence wird so zu einem wichtigen Instrument, um sich im Markt gegenüber der Konkurrenz behaupten zu können.
  3. Agiles Entwickeln und DevOps: Es zeigt sich immer mehr, dass die Trennung zwischen Entwickler und Operator zu Problemen führt. Entwickler sind nicht nur verantwortlich für den Code, den sie fabrizieren, sondern auch für die Art und Weise des Deployments und der Verteilung. Genauso sollten Produktmanager die Sprache der Entwickler verstehen. Eine neue Kultur der Zusammenarbeit muss sich etablieren, denn: „It’s all about teamwork“.

Burtons Beispiele überzeugten: Die neuen Datenanalysemöglichkeiten wurden anhand Facebook demonstriert, die eine Verlaufskurve der Zeitpunkte erstellen konnten, wann Beziehungen von Facebook-Pärchen in die Brüche gehen.

Um Entwickler und Operator zusammen zu bringen, sei es wichtig, eine gemeinsame Kommunikationsebene zu finden, nötigenfalls über eine gemeinsame Trinkveranstaltung.
Im Grunde könne man die Entwicklung und Verteilung von Software mit der Formel 1 vergleichen, wo ein Team, angefangen von Vordenkern über Ingenieure bis hin zu ausführenden Performern, für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich sei.

Dabei sei es essentiell wichtig, die Möglichkeit des Scheiterns in den Prozess mit einzubauen. Nur über konstante Analysen und ein konsequentes Monitoring (Big Data) sei es beispielsweise möglich gewesen, den Boliden von Sebastian Vettel innerhalb von drei Jahren vom Zustand eines nicht konkurrenzfähigen Wagens zu einem Siegerauto zu machen.

Burtons abschließendes Fazit lautete deshalb:

If you don’t fail enough – you probably don’t try hard enough!

P.S. Und zu welchen Zeiten trennen sich nun die meisten Facebook-Pärchen wieder voneinander? Im Frühling, in den Sommerferien und in der Weihnachtszeit. Wer hätte das gedacht?

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.