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Die W-JAX 2012 ist gestartet

Die digitale Revolution kann beginnen!

Diana Kupfer

Die W-JAX 2012 ist eröffnet! Am Dienstagmorgen gab Program Chair Sebastian Meyen den Startschuss zum Stelldichein für Java-Enthusiasten aus aller Welt im Westin Grand München Arabellapark. Nachdem am gestrigen Tag bereits Workshops veranstaltet wurden, begann heute die dreitägige Hauptkonferenz in einem prall gefüllten Saal. Das Themenspektrum der führenden Konferenz für die Java-Plattform reicht von Java-Technologien über Software-Architektur bis hin zu agilen Methoden und Fragen der Enterprise-Architektur – insgesamt 152 Speaker halten 13 Workshops, 5 Keynotes und 167 Sessions. Dabei stehen zahlreiche Special Days auf der Agenda. Neu auf dem Programm sind in diesem Jahr ein Android Day, ein UX Day, ein New School Web Development Day, die Big Data Days, und ein Continuous Delivery Day. Es werden über 1250 Teilnehmer erwartet.

Wandel – das war der zentrale Begriff in Meyens Eröffnungsansprache. Dieser werde zwar zuweilen überstrapaziert, sei aber keineswegs eine Platitüde, wie Meyen betonte. Im Gegenteil, er schärfe den Blick für Transformationen in der IT-Welt, welche die traditionell rein serverseitige Technologie Java vor neue Herausforderungen stellen. Dazu zählen unter anderem:

  1. Cloud/Virtualisierung
  2. Web: HTML5, JavaScript, Web APIs
  3. Big Data & NoSQL
  4. DevOps und Continuous Delivery
  5. Mobile, Embedded, M2M

Diese neuen Dynamiken bilden sich auch im diesjährigen W-JAX-Programm ab: Neben klassischen Java-Themen (Java EE, Performance, JSF etc.) finden sich darin auch Panels und Special Days zu neuen Trends (New School Web Development Day, Big Data Days etc.).

Nicht zu vernachlässigen seien weiterhin die zahlreichen Wechselwirkungen zwischen den fünf Faktoren, so Meyen. Überhaupt müsse der steigenden Komplexität des IT-Marktes Rechnung getragen werden. Diese bewirkt unter anderem, dass statt kompletter, monolithischer Technologie-Lösungen aus einer Hand kleinschrittigere Entscheidungen „mit pragmatischem Augenmaß“ gefragt sind – die nicht von CEOs gefällt werden, sondern von Entwicklern. Developers are the new kingmakers: Dieses Bonmot von James Governor von Redmonk gab Meyen den W-JAX-Besuchern mit auf den Weg, neben der Zuversicht, dass Java – die Plattform, das Ökosystem – mit Blick auf diese Herausforderungen für die digitale Revolution „ungeheuer gut aufgestellt“ ist.

Eröffnung der W-JAX 2012
„It’s the hardware, stupid!“

Den Auftakt zur Konferenz bildete die Keynote Java and the Machine von zwei absoluten Java-Koryphäen: Kirk Pepperdine und Martijn Verburg, beide von jClarity. Die begann mit einer Dystopie, die dem Film Terminator 3 Rise of the Machines nachempfunden war: Skrupellose Maschinen versuchen der Menschheit den Garaus zu machen. Tenor dieser Keynote war denn auch: „It’s the hardware, stupid!“ Java muss mit den Fortschritten in der Hardwareentwicklung – Multicore-Prozessoren, der massiven Vergrößerung des Hauptspeichers, SSD-Karten und dergleichen mehr – Schritt halten, so das Menetekel der beiden Speaker. Limitationen und Möglichkeiten der Hardware müssten berücksichtigt werden. Virtualisierung sei nicht in jedem Fall das Nonplusultra. „There are many reasons to move to the cloud – performance isn’t necessarily one of them“, so Pepperdine. Ratsam sei es, Martin Thompsons Prinzip der Mechanical sympathy zu folgen, nach dem Hard- und Software gut aufeinander abgestimmt sein müssen, um eine optimale Performance zu erzielen.

Martijn Verburg und Kirk Pepperdine bei der Eröffnungs-Keynote

Ein Intel 4004 aus dem Jahr 1971 bildete den Ausgangspunkt für einen Streifzug durch die Hardware-Geschichte vom Single-Core- über den Dual-Core-, den heute jeder Smartphone-Besitzer in der Tasche trägt, bis zum Multicore-Prozessor. Dabei wurden verschiedene Chip-Architekturen, Memory Models sowie Gesetze des Wandels – Moore’s Law (Komplexität), Littles Law (Serialisierung) und Amdahl’s Law (Parallelisierung) – beleuchtet. Und zwar anhand eines sehr bodenständigen Beispiels: Bierausschank in einer Kneipe. Selbst Zuhörern, für die diese Hardware-Diskussion eher gewöhnungsbedürftig war, dürften so auf den Geschmack gekommen sein.

Dem Prinzip Write Once Run Anywhere – genauer: on any hardware – müsse Java treu bleiben, sonst droht der Plattform das Ende. Diese eindringliche Mahnung gaben die Speaker dem Publikum auf den Weg, gemeinsam mit den drei folgenden Merksätzen:

Learn about your hardware again!

Virtualise with caution!

Learn to use parallelism in your code!

Die Keynote wird in gesamter Länge voraussichtlich morgen hier auf JAXenter zur Verfügung gestellt. Außerdem versorgen wir Sie regelmäßig mit Berichten, Live-Videos und Blogeinträgen rund um das Konferenzgeschehen. Stay tuned!

Geschrieben von
Diana Kupfer
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