Die 7 schlechtesten Angewohnheiten von Entwicklern

Mirijam Lorenz

Jeder hat sie, jeder kennt sie und fast jeden haben sie schon einmal zur Weißglut gebracht: die schlechten Angewohnheiten. Alberto Gutierrez hat sich ihnen auf seinem Blog: Making Good Software ausführlich gewidmet und die Top 7 Programmers Bad Habits zusammen gestellt.

  1. Die „Aller-Quellcode-ist-Mist-außer-meiner“-Einstellung

    Für alle, die ein wenig zu sehr von sich selbst überzeugt sind, hat Alberto Gutierrez eine eindeutige Botschaft: Ausnahmslos jeder Quellcode ist für die Mehrheit der Entwicklerkollegen ungenießbar:

    I have bad news for you buddy, all code is crap. No matter how much effort you put on it, there is always a majority of programmers who are going to think that your code sucks and that they could have done it 10 times better.

    Wer nicht nur ein besserer Mensch, sondern auch ein besserer Entwickler werden will, dem rät Gutierrez zu Nachsicht und Objektivität:

    Don’t criticise others people code, it could be yours the one in the spotlight, try to make objective and professional observations instead, but don’t judge.

  2. Die „Das-habe-ich-in-einer-Sekunde-behoben“-Katastrophe

    Ein schneller Workaround erscheint oft als verlockende Lösung zu einem Problem, aber Gutierrez ist sich sicher: Solche Shortcuts können eine Menge Ärger bringen.

    A shortcut which goes wrong may save you a few hours, but may cause months of pain.

    Verlass dich also nicht nur auf dich selbst, rät Gutierrez. Bespreche dich mit anderen, die überblicken können, was du tust. Wenn du einen Shortcut wählst, sichere dich vorher ab.

  3. Die „Das-dauert-bloß-eine Sekunde“-Fehlkonzeption

    Viele Entwickler nehmen sich nicht genügend Zeit, schlimmer, sie nehmen sich oft viel zu wenig Zeit.

    Um eine Fehlkonzeption und Terminstress zu vermeiden, rät Gutierrez, gleich von vorneherein das Doppelte an Zeit einzuplanen:

    You will find so many things which you didn’t foresee when you start developing that is worth multiplying the estimate to cover for those.

  4. Die Ego-Spirale

    Wenn ein Entwickler-Meeting mehr einem Hahnenkampf als einer Diskussion gleicht, könnte ein Ego-Problem im Spiel sein. Was tun?

    It is actually quite easy to detect this ego spirals, you just have to substitute most of what the contenders are saying with COC! COC! COCOCOOCCC! COOC!

    Den einzigen Ausweg sieht Gutierrez darin, das Ego von Beginn an zuhause zu lassen. Im Blogeintrag mahnt er:

    Big egos are one of the biggest non technical issues for any programmer.

  5. Das war ich nicht!

    Verantwortung lautet hier das Zauberwort, nach Ansicht von Gutierrez eine weitere schlechte Angewohnheit vieler Entwickler, inklusive seiner selbst:

    It’s like if we were saying that under normal conditions we would never make a mistake, which honestly is quite hard to believe.

    Den Sündenbock muss trotzdem keiner geben. Eine gesunde Aussage wie: „Entschuldige, das war mein Fehler, aber so bekommen wir das wieder hin“ ist nicht nur ehrlich sondern auch professionell.

  6. Das demotivierte Genie

    Einfache Aufgaben, die sich oft auch noch wiederholen, bieten nicht gerade die beste Motivation. Nichtsdestotrotz müssen sie gemacht werden. Wie schafft man es also, nicht in eine reptilienartige Starre zu verfallen, wenn es um solche Aufgaben geht?

    Discipline. Unfortunately, there isn’t any other remedy I can think of.

  7. Der unreife Entwickler

    Manchmal eignet sich ein Gleichnis einfach am besten, um ein Problem verständlich zu machen.

    If programming was sex, there would be a lot of unsatisfied computers. You can just not go in, do things halfway through and then fall sleep.

    Die schlechte Angewohnheit ist also das Missverstehen des Konzeptes „Fertig“. Es bedeutet nämlich auch: getestet, dokumentiert, committed, merged usw.
    Beim Kampf gegen diese „Bad Habit“ wird es knifflig, laut Gutierrez braucht es nicht nur Disziplin sondern auch Training.

    Probably the two easiest ways to help a programmer understand if some code is done are peer reviews and demos.

Wer sich in allen oben genannten Punkten wiederfindet, braucht aber nicht gleich einen Termin beim nächstbesten Psychologen. JAXenter rät: Eine gute Dosis Humor hilft überall.

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Mirijam Lorenz
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