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Aus dem Entwicklernähkästchen - Teil 1

Die 13 Technologie-Highlights 2017

Redaktion JAXenter

© Shutterstock / fear1ess

 

Aus dem Entwicklernähkästchen plaudern IT-Profis aller Couleur über Tops und Flops des Technologiejahrs 2017. Im ersten Teil der Serie geht es um die IT-Highlights 2017.

Was war 2017 dein persönliches Highlight in der IT-Welt?

loewenstein_bernhard_sw1-170x190Ich würde gerne Java 9 und Java EE 8 schreiben, aber irgendwie scheinen beide vorerst zum Ladenhüter zu verkommen. Was ich so beobachte, kämpfen überraschend viele Softwarehäuser überhaupt noch damit, die Kenntnisse bzgl. Lambdas und Streams (also Java-8-Themen) unters eigene Entwicklervolk zu bringen.

Die Technologie schlechthin war für mich im Jahr 2017 Bitcoin. Ich halte zwar persönlich absolut nichts davon, aber das muss man einmal schaffen, mit etwas, das technologisch so beschränkt ist und keinerlei Wert hat, für solche Furore zu sorgen, dass man selbst beim Jahresrückblick auf JAXenter erwähnt wird ;-). Ich bin jedenfalls gespannt, wann die Blase platzt. Bernhard Löwenstein – Inhaber von Lion Enterprises

Mein persönliches Tech-Highlight von 2017 war definitiv Kubernetes bzw. Red Hat OpenShift. Ich hatte dieses Jahr das erste Mal die Möglichkeit, mich mit OpenShift im Projekt auseinanderzusetzen und es produktiv einzusetzen. Kubernetes hat die Art und Weise, wie wir Software ausliefern und betreiben, sehr stark verändert.
Robert Winkler – Softwarearchitekt und Lead Developer bei der Deutschen Telekom AG – Group Innovation in Darmstadt

.NET Core 2.0 erblickte das Licht der Welt. Vor dieser Version hatte .NET Core schon noch einige Ecken und Kanten. Mit der zweiten Major-Version macht das Entwickeln wieder so richtig Spaß. Rainer Stropek – software architects / www.IT-Visions.de

Ich betrachte das ja immer aus Sicherheitssicht, und ein wirkliches Highlight ist mir zumindest in positiver Hinsicht nicht aufgefallen.

Die Überarbeitung des IT-Grundschutzes des BSI und die neuen OWASP Top 10 sind da noch am ehesten dran, aber eher aus der Kategorie „nice zu have“.

Besonders negativ aufgefallen sind mir zum einen KRACK als erster tatsächlicher Angriff auf WPA2 und ganz aktuell der ROBOT-Angriff auf TLS. Dass ein Angriff auf eine 1998 entdeckte Schwachstelle, die eigentlich längst behoben sein sollte, immer noch funktioniert, ist generell ja schon mal ein Hammer. Dass die Schwachstelle ein Sicherheitsprotokoll betrifft, ist dann das Tüpfelchen auf dem i. Carsten Eilers  – freier Berater und Coach für IT-Sicherheit und technischen Datenschutz.

Mein persönliches Highlight war ganz klar mein Einstieg in die Entwicklung von Voice User Interfaces. Dabei meine ich konkret Alexa auf den Amazon-Echo-Geräten. Da bei meinem Einstieg in die Alexa-Skills-Entwicklung kein richtig gutes Framework für PHP existierte, habe ich mich dann auch gleich selber um die Entwicklung eines geeigneten PHP Frameworks für die Alexa-Skills-Entwicklung gekümmert. Ralf Eggert – Diplom-Wirtschaftsinformatiker (FH) und Autor mehrerer Bücher über das Zend Framework.

Das Highlight 2017 war für mich die Veröffentlichung von React 16. Dieses Release war aus mehreren Gründen bemerkenswert: Der Kern der Bibliothek wurde komplett neu entwickelt und blieb dabei weitestgehend abwärtskompatibel. Die Performancevorteile, die durch den neuen Algorithmus entstanden sind, sind an vielen Stellen deutlich spürbar, gerade wenn es um flüssige Animationen geht. Außerdem hat das Entwicklerteam mit React 16 die Weichen für die Zukunft gestellt und eine stabile und erweiterbare Plattform geschaffen. Alles in allem also eine geglückte Operation.  Sebastian Springer – JavaScript-Entwickler bei MaibornWolff in München

Das Trockenlegen von „WannaCry“ durch Marcus Hutchins. Daniel Stender  – freiberuflicher Systemadministrator, Debian-Developer und Python-Programmierer
 
 

Puh, das ist echt schwierig, weil so viel coole Sachen passiert sind, angefangen bei der Weiterentwicklung der Cloud-Angebote, über AR/VR und Machine Learning bis hin zur aktuellen Roboter- und Drohnentechnologie oder dem autonomen Fahren. Mein ganz persönliches Highlight ist die Weiterentwicklung des Webs als Applikationsplattform und gerade hier die Ankündigung, dass Mozilla, Microsoft, Google, das W3C und Samsung gemeinsam an einer Cross-Browser Web-Dokumentation schreiben und damit auch gemeinsam den Standard weiterentwickeln. Gut, ein Apfel ist bisher noch nicht vom Baum gefallen, um mitzuspielen, aber ich hoffe auch hier, dass sich das bald ändert. Das Web ist bereits und wird immer wichtiger. Und da schadet es sicher nicht, wenn es für uns Entwickler einfacher wird, Applikationen auf der Web-Plattform zu entwicklen. Und ein weiteres Highlight ist sicherlich auch die gesamte Open-Source Community, die sehr viel Zeit und Liebe in die Entwicklung quelloffener Frameworks, Bibliotheken und Applikationen steckt, um uns allen das Leben zu erleichtern. Ein ❤-liches Dankeschön!  Manuel Rauber – Consultant bei der Thinktecture AG.

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Momentan kreist mein ganzes Berufsleben um Java 9: Migrationen, Blog-Posts, mein Buch, Vorträge, StackOverflow – es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mit Java 9 arbeite. Daneben ist gar kein Platz für andere Highlights.

Unabhängig davon habe ich mich aber auch für das JDK-Team, allen voran Mark Reinhold, gefreut, dass sie es endlich geschafft haben, Jigsaw auszuliefern und damit den Weg frei für andere Aufgaben zu machen.

Nicolai Parlog – freier Softwareentwickler

 

thomas_kruseOh das ist schwer: Ich bin sehr glücklich über das Java 9 Release. Dank der Flow-API ist Interoperabilitaet zwischen den unterschiedlichen Reactive-Programming-Libraries möglich und wird dem Paradigma sicherlich helfen, im Mainstream anzukommen.

Zum anderen: Ich finde es wahnsinnig toll, dass Microsoft mit dem Language-Service eine Plattform geschaffen hat, die es Library- und Frameworkherstellern ermöglicht, auf einen Schlag in vielen Editoren und IDEs Unterstuetzung anzubieten. Thomas Kruse – Architekt bei der trion development GmbH und Leiter der Java Usergroup Münster.

Auch wenn ich dem Trend eher skeptisch gegenüberstehe, ist die Verbreitung von Amazon Alexa / Echo, Google Home & Co. faszinierend und eine große Chance für die IT-Branche. Neben den Apps, die ja heute jeder schon auf seinem Smartphone oder Tablet hat, eröffnet sich damit eine ganz neue Spielwiese für uns Entwickler. Besonders die enge Verknüpfung mit den Cloud-Diensten der jeweiligen Anbietern macht die Sache so spannend, da ich mithilfe dieser Geräte von mir angebotene Dienste quasi unmittelbar aus dem Wohnzimmer ansteuern kann. Ob man sich bei diesem Gedanken wohl fühlt, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden… Michael Bruns – Softwareentwickler und -architekt bei inovex.

Auch wenn zu Anfang des Jahres viele, mich eingeschlossen, nicht damit gerechnet hatten, hat sich für mich Java EE zu einem der Highlights in 2017 entwickelt. Mit der Veröffentlichung von Java EE 8 und der Übergabe an die Eclipse Foundation sind die Grundlagen für eine zielgerichtete und schnelle Weiterentwicklung des Standards gelegt.
Die meisten Java-EE-Applikationsserver sind bereits sehr leichtgewichtig und bieten eine gute Grundlage für moderne Anwendungen. Eclipse MicroProfile bearbeitet darüber hinaus viele Fragenstellungen, die für Microservice-basierte Architekturen wichtig sind und zeigt ,wie diese, aufbauend auf Java EE sowie anderen Frameworks und Spezifikationen, gelöst werden können. Ich hoffe, dass in naher Zukunft einige der dabei gefunden Lösungen direkt oder indirekt in den Java-EE-Standard einfließen. Das Projekt zeigt außerdem, wie gut eine durch die Community getriebene Weiterentwicklung funktionieren kann.
Thorben Janssen – freiberuflicher Trainer und Autor des Buchs „Hibernate Tips“

Im Sommer eine Woche mit vielen Menschen aus der Java-Welt auf Kreta verbringen zu dürfen. Für mich was das eine „Once in a lifetime“-Erfahrung. Wir haben über Technologie, soziale Themen und vieles mehr gesprochen. Ich habe den Austausch auf Augenhöhe extrem genossen. Michael Simons – Senior Consultant bei innoQ Deutschland.

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