Die 12 Java-Top-Stories 2011

Hartmut Schlosser

Ein ereignisreiches Jahr 2011 liegt hinter uns – auch und vor allem für die Java-Community. Interessant ist es da, einmal die JAXenter-Beiträge Revue passieren zu lassen und zu evaluieren, welche Stories eigentlich von der Community am besten angenommen wurden. Die Monatsliste der Top-Stories 2011 ergibt zugleich einen kleinen Jahresrückblick, in dem sich zeigt, dass die großen politischen Themen nicht immer auch die interessantesten sein müssen!

Hier ist die Top-12-Liste der JAXenter-Beiträge 2011:

  • Januar 2011: Die Kunst des Programmierens… – oder wie gut ein Entwickler wirklich ist!

    Im Januar erhielt das sogenannte „Manifesto for Software Craftsmanship“ die größte Aufmerksamkeit der JAXenter-Leser – oder eigentlich die Kritik daran von „Agile troublemaker“ Dan North. In „Die Kunst des Programmierens… – oder wie gut ein Entwickler wirklich ist! beschreibt North die Gefahr, die Arbeit eines Entwicklers als „Kunst“ misszuverstehen, und verwendet dabei eine eingängige Metapher: Niemand interessiert sich dafür, wenn ein Klempner anfängt, von der ästhetischen Schönheit seiner Rohrverlegerkunst zu schwärmen. Genauso sollten Entwickler sich nichts auf die „architektonische Schönheit“ ihrer Projekte einbilden, sondern sich mehr an Begriffen wie „Ergebnisorientiertheit“ und „Kundenzufriedenheit“ orientieren – Begriffe, die Norths Meinung nach im „Manifesto for Software Craftsmanship“ zu kurz kommen.

  • Februar 2011: Bizarre Wendung im Hudson-Jenkins-Streitfall: Hudson migriert zu GitHub

    Der Hudson-Jenkins-Fall hielt die Community im Februar in Atem. Wir erinnern uns: Nach Trademark-Meinungsverschiedenheiten zwischen den Hudson-Entwicklern um Kohsuke Kawaguchi und Oracle entstand der Fork Jenkins, der im Februar sein erstes unabhängiges Release hinlegte. Die News, dass das bei Oracle (+ Sonatype, Tasktop, et al.) verbliebene Hudson nun doch nach GitHub migrierte, bekam die meisten Clicks im Februar. Eine Bizarre Wendung im Hudson-Jenkins-Streitfall titelten wir, da der Streit eigentlich genau seinen Ausgangspunkt an dem Wunsch der damaligen Hudson-Entwickler nahm, nach GitHub zu migrieren – was von Oracle zu diesem Zeitpunkt zumindest nicht ohne weiteres genehmigt wurde.

  • März 2011: Über den Tod von Subversion und den Hype um Git

    Welche Technologie wurde 2011 in der Java-Community fast ohne Widerspruch angenommen? Das verteilte Versionskontrollsystem Git! Und so interessierte Sie der Artikel „Über den Tod von Subversion und den Hype um Git“ im März am meisten! Richard Fine brachte stichhaltige Argumente vor, warum Git Subversion überlegen sei und zieht das Fazit:

    Subversion is dead. It’s just taking a bit of time for the rigor mortis to kick in.

    Allerdings zeigte unser parallel stattfindendes Quickvote doch deutlich auf, dass Subversion immernoch das VCS Nr. 1 im Java-Bereich ist. 46 % stimmten für Subversion als „bestes Versionskontroll-System“. Git landete mit 31% auf Platz 2.

  • April 2011: Warum Projekte tatsächlich scheitern

    Haben Sie schon einmal ein Projekt so richtig in den Sand gesetzt? Diese Erfahrung scheinen wohl viele von Ihnen gemacht zu haben – zumindest haben Sie sich brennend für Chris Rupps und Carsten Pflugs Artikel Warum Projekte tatsächlich scheitern interessiert. Als Lösung schlagen die beiden übrigens vor, dem Requirements Engineering genügend Spielraum in den Projekten einzuräumen.

  • Mai 2011: Die 7 schlechtesten Angewohnheiten von Entwicklern

    Über „Die 7 schlechtesten Angewohnheiten von Entwicklern“ amüsierten sich viele JAXenter-Leser im Mai. Vielleicht finden Sie sich in der ein oder anderen Entwickler-Untugend wieder:

    • Die „Aller-Quellcode-ist-Mist-außer-meiner“-Einstellung
    • Die „Das-habe-ich-in-einer-Sekunde-behoben“-Katastrophe
    • Die „Das-dauert-bloß-eine Sekunde“-Fehlkonzeption
    • Die Ego-Spirale
    • Das demotivierte Genie
    • Der unreife Entwickler

    Und der Klassiker:

    • Das war ich nicht!
  • Juni 2011: Der Eclipse Indigo Release Train: Die Highlights

    Was passiert in Java-World seit 8 Jahren regelmäßig im Juni? Richtig! Der Eclipse-Release-Train läuft pünktlich wie die Eisenbahn ein. Welche Highlights im Jahr 2011 die neue Generation von über 60 Eclipse-Projekten auf Basis von Eclipse 3.7 (aka Indigo) mit sich brachte, war Top im Juni. Ekke Gentz startete seine mehrteilige Serie zu Indigo mit dem Überblick: Der Eclipse Indigo Release Train: Die Highlights.

  • Juli 2011: Java 7: The Big Update

    Und dann natürlich Java 7! Das erste Java-Update seit 5 Jahren machte es im Juli auf den ersten Platz – und zwar in Form des Artikels „Java 7: The Big Update“ von Angelika Langer und Klaus Kreft, der einen schönen Überlick aller Neuerungen in Java 7 bietet.

  • August 2011: Java 7: Evolution für Java – Revolution für die JVM

    Nicht verwunderlich ist, dass das Thema Java 7 sich das ganze Jahr über als Dauerbrenner etablierte. Auch im August schaffte es eine Meldung zu Java 7 ganz nach oben auf´s Monatstreppchen. In „Java 7: Evolution für Java – Revolution für die JVM“ beschrieben wir, wie das neue Java-7-Feature „invokedynamic“ von JRuby genutzt wird. JRuby-Guru Charles Nutter beschreibt, dass erhebliche Performance-Gewinne zu erzielen sind. Das Java 7 Update sieht er deshalb als kleinen Schritt nach vorne für die Java-Sprache, doch als riesigen Fortschritt, gar als Revolution für die Java Virtual Machine.

  • September 2011: Welches ist Ihr präferiertes Webframework?

    Sehr populär war im September unser Quickvote zur Frage: Welches ist Ihr präferiertes Webframework? Den Sieg trug damals – zugegebenermaßen zu unserer Überraschung – der Shootingstar Vaadin davon (vor Grails, JSF, Play!, Wicket und Spring MVC). Dass es sich dabei um keine Eintagsfliege handelte, zeigt, dass auf Platz 2 der Monatsstatistik gleich der JAXenter-Artikel
    Vaadin – ein Java-Webframework im Visier von Florian Müller folgte.

  • Oktober 2011: Google Dart

    Nicht strikt Java-bezogen, dennoch ungemein spannend, was von Google im Herbst 2011 auf die Community losgelassen wurde: Eine neue Programmiersprache, nach eigenen Angaben für die „strukturierte Webprogrammierung“, eine Sprache – wie manche meinten – um JavaScript den Garaus zu machen, oder vielleicht um einen Java-Ersatz für Android parat zu haben, sollte Oracle mit seiner Patentklage Recht erhalten. Die schöne Einführung „Google Dart. Neuer Ansatz für Web-Entwicklung“ von Eberhard Wolff war Top im Oktober.

  • November 2011: Java versus Ceylon

    Und weiter dreht sich das Sprachenkarussell auf der JVM. Ein neuer Kandidat aus dem RedHat-Lager erblickte 2011 das Licht der Welt: Ceylon! Laut Hibernate-(und jetzt Ceylon-)Mastermind Gavin King stehen bei Ceylon Eleganz, Lesbarkeit, Typsicherheit und die Möglichkeiten der Meta-Programmierung im Vordergrund. Frank Hinkel stellte uns Ceylon in seinem Beitrag „Java versus Ceylon. Die Merkmale einer neuen Sprache für die JVM“ vor.

  • Dezember 2011: Be Pragmatic, not Dogmatic!

    Die Popularitätskurve erreichte im Dezember mit der Kolumne „Be Pragmatic, not Dogmatic!“ ihren Höhepunkt. Im zweiten Teil der Kolumne „Die zwei Gesichter der Agilität“ beschreibt und diskutiert Joachim Arrasz das Problem, wie sich Business Value und technische Refactorings gegenüberstehen.

    Die Serie ist übrigens so erfolgreich, dass wir entschieden haben, sie auch auf unserem englischen Schwesterportal JAXenter.com fortzuführen. Teil 1 ist dort eben erschienen: Be Pragmatic, not Dogmatic! Diskutieren Sie also mit!

Und welche Story war nun über das ganze Jahr hinweg gesehen die Nr.1? Tja, ein Dauerbrenner aus dem Jahre 2009: REST – Der bessere Web Service? von Stefan Tilkov!

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
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