Die 10 frustrierendsten Herausforderungen des Entwickleralltags

Michael Thomas

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Zugegeben: Die Tatsache, dass sie hoch gefragte, gutbezahlte Fachkräfte sind, kann bei ihren Mitmenschen den Eindruck erwecken, dass Programmierer ein Leben im Schlaraffenland führen. Doch wie so oft im Leben: Es ist nicht alles Gold, was glänzt, und auch Programmierer sehen sich in ihrem Arbeitsalltag immer wieder mit Situationen konfrontiert, die das Blut zum Kochen bringen können.

InfoWorld hat das Internet nach Kommentaren echter Programmierer durchforstet, um eine Liste der größten Frustrationen zusammenzustellen:

10. Hardware

Ohne fehlerfrei arbeitende Hardware taugt die beste Software nichts. Man kann zwar versuchen, sie zu ignorieren, aber früher oder später stößt praktisch jeder Entwickler beim Programmieren oder Debuggen auf Hardware-spezifische Probleme wie etwa seltsame Crashs des Datenbankservers. Ein gewisses Verständnis der zugrundeliegenden Hardware kann also nie schaden.

9. Die ewige Sitzerei

Ein Problem, das Programmierer mit den meisten Büroarbeitern gemeinsam haben: Man sitzt praktisch den ganzen Tag mehr oder weniger zusammengekrümmt vor dem Bildschirm. Rückenschmerzen und von der Bildschirmarbeit erschöpfte Augen sind dabei noch das kleinste Übel: Einige Studien weisen darauf hin, dass Dauersitzen die Lebenserwartung senken kann.

8. Debugging

Selbst der aufs sorgfältigste programmierte Code ist nicht vor Bugs gefeit. Das deshalb notwendige regelmäßige Debugging kann, wenn alles gut läuft, recht schnell vonstatten gehen. Andere Bugs hingegen können sich zu frustrierenden Zeit- und Nervenfressern entwickeln und somit Energie abzapfen, die anschließend bei der Entwicklung fehlt.

7. Schlechte Dokumentationen

Egal ob es das Debugging, die Verbesserung oder die Integration von Code anbelangt: Mit verwirrend oder – im schlimmsten Falle überhaupt nicht – kommentiertem bzw. dokumentiertem Code eines anderen Entwicklers zu arbeiten gehört zu den frustrierendsten Aufgaben des Programmiereralltags.

6. Code mergen

Moderne Versionsverwaltungssysteme wie Git oder Subversion haben den Vorteil, dass sich die Programmierer mit ihren Commits zunächst nicht gegenseitig auf die Füße treten. Doch früher später müssen die Codeänderungen nun einmal ins Repository. Und hier fangen die Probleme an: Haben zwei Entwickler beispielsweise die selbe Datei oder Routine geändert, müssen sie gemerged werden – was zu Konflikten führen und somit manchmal leichter gesagt als getan sein kann.

5. Unrealistische Erwartungen

Der Status als kompetente Fachkraft kann leider auch dazu führen, dass Vorgesetzte eine völlig aus der Luft gegriffene Erwartungshaltung einzelnen Programmierern oder einem Team gegenüber an den Tag legen. Die schlimmstmögliche Folge: Konstante Überarbeitung und am Ende das Burnout.

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4. Andere Programmierer zerschießen meinen Code

Egal ob ein anderer Teil derselben Software, eine komplett andere Anwendung oder die Bibliotheken und Tools von Drittanbietern: Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem der von einem selbst geschriebene Code mit dem von anderen Programmierern zusammenarbeiten muss. Dabei kann es, sei es aus Eile, mangelnder Kommunikation oder schlichter Unachtsamkeit, schnell passieren, dass ein Programmierer den Code eines anderen zerschießt – frustrierend, zeitraubend, stressig.

3. Nicht-Programmierer verstehen nicht, was ich tue

Obwohl unsere Welt in immer weiter zunehmendem Maße von Software-gestützter Technologie geprägt ist, haben viele Branchenfremde immer noch keine Vorstellung davon, was Softwareentwickler eigentlich den lieben langen Tag tun. Meist werden sie von der Außenwelt unter dem Label „irgendwas mit Computern“ subsumiert, wahlweise auch mit Hardware-Leuten in einen Topf geworfen – ein stetiger Quell der „Freude“, beispielsweise auf Familienfeiern.

2. Zeitmangel

Gut Ding will Weile haben – das gilt auch für gute Software! Doch häufig liegen einem das Management oder die Kunden in den Ohren und dulden keinen noch so kleinen Aufschub. Oft genug sehen sich Programmierer somit einem Zeitmangel ausgesetzt, der zu unschönen Hacks, technischen Schulden und einer miesen Dokumentation führt. Alles Dinge, die zu einem späteren Zeitpunkt doppelt und dreifach auf einen – oder bedauernswerte Dritte – zurückfallen können. Ganz abgesehen davon, dass man so mitunter seinen eigenen Maßstäben und Ansprüchen nicht gerecht wird.

1. Mit anderer Leute Code arbeiten

Legacy-Code, die API eines Drittanbieters, die Arbeit eines externen Mitarbeiters … es gibt viele Gründe, warum man sich mit dem Code anderer, oft nicht greifbarer Programmierer beschäftigen muss. Die Bearbeitung fremden Codes kann dabei einen ganz eigenen Kreis der Hölle bilden, vor allem wenn er schlecht dokumentiert ist oder von einem – gelinde gesagt – minderbegabten Programmierer stammt. Auch nicht auf den ersten Blick als solche identifizierbare Sprach- und Framework-Bugs können für das ein oder andere graue Haar verantwortlich sein.

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Tauchen auch die für Sie größten Frustfaktoren in dem Ranking auf, oder haben Sie Ergänzungen? Teilen Sie es uns in den Kommentaren mit!

Aufmacherbild: Business office tired worker flat icon pictogram isolated on white background von Shutterstock / Urheberrecht: Makkuro GL

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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2 Kommentare auf "Die 10 frustrierendsten Herausforderungen des Entwickleralltags"

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Juhu, ich habe es auf Platz 3 geschafft!

LOrgana
Gast

Ich arbeite in einem35 m² Büro in dem 5-6 Leute untergebracht sind. Da es ein Startup ist, gibt es wenig Raum die Ruhebedürftigen (dazu zähle ich mal alle die sich für länge Zeit konzentrieren müssen) von den Krachmachern (hauptsächlich Vertrieb, aber auch Leute die sich einfach unterhalten) zu trennen. Der ständige Lärmpegel und die Ablenkung sind für mich die größten Stressfaktoren.
Andererseits wäre es aber traurig von den Kollegen zurückgezogen in einem Zimmerchen zu sitzen und den ganzen Tag nur zu programmieren. Und nein, wir haben keinen Tischkicker wo man sich mal nach Tagen der Abgeschiedenheit wieder treffen kann 😉