DevOpsCon 2019 in München eröffnet: „Absolute Kontrolle ist eine Illusion“

Dominik Mohilo

Wir feiern 10 Jahre DevOps auf der DevOpsCon 2019 in München! Zur Eröffnung sprach Sebastian Meyen über den Status Quo von DevOps und Damon Edwards führte in seiner Eröffnungskeynote in die Geheimnisse des Incident Managements ein. Eines wurde dabei schnell klar: Absolute Kontrolle ist nur eine Illusion…

Rund eine Dekade ist vergangen, seit man in der hübschen Stadt Gent zum ersten Mal über DevOps-Prinzipien sprach. Ziel des Meetups war damals, neue und bessere Wege zu finden, Software zu entwickeln und auszuliefern. Was interessant dabei ist, ist die Tatsache, dass auf den Devopsdays 2009 bereits eine Definition dieses Paradigmenwechsels vorausgesagt wurde, das wir heute nur zu gut kennen. Hier die Definition von damals:

Some call this phenomenon devops, others agile system administration. Truth is that agile techniques used in development have an impact on the way operations organizes its work. Similar, operations and sysadmins are becoming programmers because of the virtualization and automation trend where everything is managed through an API.

Damals dachte man sicher noch nicht an Jenkins (2011), Docker (2013), Kubernetes (2014) oder gar Serverless, das erst in den letzten Jahren wirklich angefangen hat, eine größere Bedeutung zu erlangen.

Das Zitat oben gibt schon einen Hinweis auf eine Kernaussage, wenn es um DevOps geht, die unumstößlich ist: Es gibt keine klare und alleingültige Definition von DevOps, wie Sebastian Meyen in seiner Begrüßung der Teilnehmer ebenfalls klarstellte. Einfach nur zu sagen „Wir machen Scrum“ ist beispielsweise kein Indikator dafür, dass der DevOps-Gedanke erfolgreich umgesetzt wurde, selbst wenn Scrum erfolgreich im Team angekommen ist.

DevOps besteht aus Werten, die geteilt werden und im Unternehmen oder wenigstens im Team fest verankert sind. Eine weitere Zutat sind Methoden, auf deren Grundlagen gearbeitet wird und natürlich Praktiken, die für das Erledigen der Arbeit angewandt werden. Dazu gehört noch ein gehöriger Schuss Transparenz, denn wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut, funktioniert DevOps schlicht und ergreifend nicht. Transparenz setzt allerdings Vertrauen voraus.

Vergesst es, die hundertprozentige Kontrolle zu haben

Ein weiterer Aspekt von DevOps ist natürlich auch, dass Verantwortung geteilt wird. Dies ist wichtig und es ist wichtig, dass keine „Blame Games“ gespielt werden: Das Team ist verantwortlich, nicht der einzelne Entwickler oder Admin. Und gemeinsam muss an einer Lösung bei Problemen gearbeitet werden, denn eins ist sicher: Probleme werden auftreten.

Zu glauben, man sei zu 100 Prozent vor Überraschungen gefeit, ist eine Illusion. Es kann (und wird) immer zu Problemen kommen. Es ist auch nicht unbedingt die Hauptsache, dies abzuwenden. Viel wichtiger ist es, darauf vorbereitet zu sein. Und wenn etwas schief läuft, sollte das Team besonders darauf aus sein, das Problem möglichst schnell zu lösen.

Incident Management

Wie genau man mit Problemen umgehen sollte, darum ging es auch in Damon Edwards‘ Eröffnungskeynote. Genauer gesagt: Es ging um das Incident Management. Ein Thema, das oft als eher langweilig abgetan wird, in den letzten Jahren aber immer wichtiger geworden ist, insbesondere wenn man bedenkt, dass mittlerweile eigentlich alle Entwickler irgendwie im Operations-Bereich tätig sind.

IT-Systeme werden immer komplexer. Alles muss mitterweile responsiv sein, alles muss schnell sein, alles muss „integrated“ sein und natürlich muss auch alles immer verfügbar sein: Das Ergebnis ist ein gigantischer Moloch an Aufgaben und Anforderungen. Und da die Entwickler immer schneller Software produzieren und ausliefern, tauchen Probleme auch immer schneller auf und müssen gelöst werden.

Damon Edwards betont dabei, dass das Scheitern nichts Schlimmes ist. Im Gegenteil müssen wir versuchen, Fehlschläge hinzunehmen und nicht nur darauf zu achten, sie zu vermeiden, sondern es beim nächsten Mal besser hinzubekommen. Gerade in Bezug auf verteilte Systeme ist es unmöglich, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein: Es gibt eine unendliche Liste an fast undenkbaren Dingen, die schief gehen können. Oder anders ausgedrückt: Es ist ein Wunder, dass nicht alles, was schief gehen kann, auch schief geht.

In diesem Sinne: Accept failure…but not downtime! Herzlich Willkommen auf der DevOpsCon 2019 in München.

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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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