Interview mit Sebastian Scheele

DevOps Tipps: „Automatisiert so viele Prozesse wie möglich!“

Hartmut Schlosser

Sebastian Scheele

DevOps ist ein schillernder Begriff, der sich einer genauen Definition entzieht. Auf der DevOpsCon 2017 haben wir uns mit Experten über ihre Sichtweise von DevOps unterhalten. Heute verrät uns Sebastian Scheele (Loodse) sein Geheimrezept für die Einführung von DevOps.

JAXenter: DevOps ist nicht immer leicht zu fassen. Es ist eine Mischung aus Prozessen, Tools, kulturellen Verhaltensweisen, etc. Was ist für dich der wichtigste Aspekt von DevOps?

Übertreibt es nicht mit dem Diskutieren über das Wesen von DevOps, fangt einfach an!

Sebastian Scheele: Bei DevOps dreht sich alles um das Thema der Automatisierung. Richtet eine CI/CD-Pipeline ein und automatisiert so viele Prozesse wie möglich, um die Anwendungsentwicklung zu beschleunigen. Benutzt agile Methoden, um den Wissensaustausch zwischen den Teams zu „automatisieren“. Übertreibt es nicht mit dem Diskutieren über das Wesen von DevOps, fangt einfach an!

JAXenter: Was sind deiner Erfahrung nach die häufigsten Hürden, die eine Zusammenarbeit von Teams verhindern?

Sebastian Scheele: Alles, was zu Verwirrung oder Missverständnissen führt: schlechte Dokumentation von Prozessen, unklare APIs, keine eindeutig definierten Kompetenzen, fehlende Übergaben, und so weiter. Solange die Teams und Prozesse so organisiert sind, dass systematische Wissenslücken zwischen den Devs und den Ops entstehen, werden nicht nur die Ergebnisse suboptimal sein. Es wird auch zu Frustration und zu Demotivation im Team kommen. Und das wirkt sich wiederum negativ auf die Kooperationsbereitschaft aus. Man landet dann gewissermaßen in einem Teufelskreis.

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JAXenter: Wie kann man die Widerstände gegen DevOps überwinden? Kannst du uns da vielleicht ein paar Tipps an die Hand geben?

Sebastian Scheele: Zuerst sollten sich Devs und Ops die Zeit nehmen und in einer gemeinsamen, offenen Diskussion alle Facetten des Projekts besprechen – positive sowie negative. Wo gibt es Wissenslücken und Unklarheiten? Teilen verschiedene Teams unterschiedliche implizite Annahmen? Wie kommen diese zustande?

Der nächste Schritt besteht darin, dass Devs und Ops eine CI/CD-Pipeline mit den nötigen Tools einrichten, mit der die von beiden Seiten identifizierten Probleme zufriedenstellend gelöst werden können. Von diesem Punkt ab ist DevOps ein kontinuierlicher Feedback-Zyklus mit regulären, kurzen Meetings, in denen einzelne Teammitglieder ihr Feedback abgeben, jeder auf den neuesten Stand der Dinge gebracht wird und die nächsten Schritte besprochen werden.

JAXenter: Wie startet man mit DevOps? Ist DevOps deiner Erfahrung nach ein Top-Down-Prozess oder beginnt es eher auf  Teamebene?

Wichtig ist, dass DevOps von allen Beteiligten aktiv unterstützt und gelebt wird.

Sebastian Scheele: DevOps kann ein Top-down Prozess sein, DevOps kann aber auch auf Team-Ebene beginnen. Letztendlich ist DevOps ein Konzept, dessen Aufgabe es ist, das bestmögliche Produkt für den Kunden bereitzustellen. Es umfasst das Management, die Entwickler, den Betrieb und auch die Kunden. Es gibt keine Einheitslösung für DevOps, und es ist auch nicht entscheidend, wer den Prozess initiiert. Wichtig ist, dass es von allen Beteiligten aktiv unterstützt und gelebt wird.

JAXenter: Auf der DevOpsCon hast du über die Nutzung von Container-Technologien in Produktivumgebungen gesprochen: Run Container in Production. Was war dabei deine Kernbotschaft?

Sebastian Scheele: Warum noch länger warten? Legt los! Ja, Container-Technologien und Kubernetes bringen Herausforderungen mit sich. Aber die sind alle lösbar und für die meisten davon – egal ob Monitoring, Orchestrierung oder Clusterverwaltungen – stehen bereits tolle Lösungen parat. Unternehmen sind gut darin beraten, jetzt zu experimentieren, Erfahrungen zu sammeln und Schritt für Schritt ein System aufzubauen, das auf die eigenen Ansprüche und Strukturen zugeschnitten ist.  

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

Sebastian Scheele ist Mitbegründer von Loodse. Die Kubermatic Container Engine von Loodse enthält alles, was Unternehmen benötigen, um containerisierte Dienste in der Produktion zu betreiben. Sebastian war maßgeblich an der Entwicklung von K8SNIff beteiligt. Vor der Gründung von Loodse arbeitete Sebastian als Berater und Produktspezialist bei SAP.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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