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Interview mit Jan Schilt

The Phoenix Project – die Simulation: So lernen Sie DevOps

Hartmut Schlosser

GamingWorks hat eine DevOps-Simulation entwickelt, die auf dem Buch „The Phoenix Project“ von Gene Kim basiert. Wir haben mit Jan Schilt, Mitinhaber von GamingWorks und Speaker auf dem Microservices Summit, über die Phoenix-Project-Simulation und seinen Nutzen gesprochen.

Viele Unternehmen möchten DevOps-Prinzipien in ihrer Organisation anwenden. Doch wissen die wenigsten wirklich, was DevOps ist, was ihre Mitarbeiter dafür machen müssen, welchen Mehrwert es bringt und wie sie die DevOps-Reise starten sollen. Andere wiederum haben DevOps ausprobiert, sind aber auf Missverständnisse und Herausforderungen gestoßen, die sie ausgebremst haben.

Wenn es nur einen Weg gäbe, mit DevOps zu experimentieren, bevor man es wirklich einsetzt! Genau das ist der Kern des Phoenix Projects, einer Simulation, die hilft, die Theorie hinter DevOps besser zu verstehen und sie schneller auf den Alltag übertragen zu können. Wir haben mit Jan Schilt, Mitinhaber von GamingWorks, darüber gesprochen, wie die Simulation dabei hilft, alltägliche Probleme schneller und besser zu lösen.

JAXenter: „The Phoenix Project“ ist eine Art Bibel für DevOps-Praktizierende. Für diejenigen, die mit dem Buch von Gene Kim nicht vertraut sind: Wie lautet die wichtigste Botschaft?

Jan Schilt: „The Phoenic Project“ ist die fiktive Geschichte eines IT-Managers namens Bill, der das IT-Projekt Phoenix Project in kurzer Zeit rettet, das über dem Budget und über der Deadline liegt. Die IT muss mit einer riesigen Menge Arbeit fertig werden. Ineffiziente Praktiken führen dazu, dass das Projekt in Gefahr ist. In dem Buch überträgt der IT-Manager Bill seine Erfahrungen, wie Fabriken ihre Arbeitsweise optimieren, auf den IT-Sektor.

Die wichtigste Botschaft ist, seine eigene Reise zu starten und High-Performance-Teams aufzubauen.

Zunächst führt er FLOW in das IT-Team ein. Es geht darum, den Anlauf von Devs zu Ops zu designen, die Arbeit zu visualisieren und mehr Arbeit mit weniger Fehlern zu schaffen. Als nächstens führt er Feedbackschleifen ein. Er bringt Teams zusammen und ermutigt sie, Qualität zu bringen und bei jedem einzelnen Schritt im Flow Mehrwert zu liefern, außerdem zu testen und Feedback zu geben. Und schließlich führt er kontinuierliches Lernen und Experimentieren ein.

Die wichtigste Botschaft des Buches ist, seine eigene Reise zu starten und High-Performance-Teams aufzubauen. Es ist wichtig, das Ziel zu haben, Dinge besser zu machen und besser als Teams zusammenzuarbeiten.

JAXenter: In deinem Vortrag auf dem Microservices Summit führst du eine Simulation von „The Phoenix Project“ durch. Wie genau wird sie aussehen?

Jan Schilt: Kontinuierliches Lernen und Experimentieren ist ein ausschlaggebender Faktor für den Erfolg. Es ist die treibende Kraft hinter erfolgreichen Teams. In dieser Simulation werden wir den Teilnehmern beibringen, wie das in einer sicheren und geschützten Umgebung funktioniert. Viele Teams wissen nicht – oder sind nicht daran gewöhnt –, wie man als Team zusammenarbeitet.

In dieser simulierten Umgebung lernen die Teams alle Schlüsselelemente von DevOps durch Learning by Doing. Sie bekommen ein enormes Arbeitspensum, sie müssen ihr Kanban und ihren Flow aufbauen, die Arbeit planen und den Work in Progress minimieren. Sie haben Standup-Meetings, Retrospektiven und sie müssen Technologien wie automatisiertes Testen anwenden. Es ist ein wirklich interaktiver Workshop, um die Grundprinzipien von DevOps zu verstehen.

DevOps Docker Camp

Teilnehmer lernen die Konzepte von Docker und die darauf aufbauenden Infrastrukturen umfassend kennen. Schritt für Schritt bauen sie eine eigene Infrastruktur für und mit Docker auf.

Alle Termine des DevOps Docker Camps 2018 in der Übersicht

München: 19. – 21. Februar 2018
Berlin: 14. – 16. März 2018

JAXenter: Welchen Nutzen können Teilnehmer aus der Simulation ziehen?

Jan Schilt: Diese Simulation setzt DevOps in einer realistischen Umgebung um. Die Teilnehmer können experimentieren, um ein viel besseres Verständnis dafür zu bekommen, wie DevOps funktioniert. Aber sie verstehen auch, was es für ihre eigenen Organisationen und dessen Reise bedeutet.

JAXenter: Was sind deiner Erfahrung nach die größten Hindernisse für eine erfolgreiche Adoption von DevOps in einem Unternehmen?

Jan Schilt: Es gibt vier große Hürden für Unternehmen, die DevOps umsetzen wollen. Zunächst ist echtes Teamwork erforderlich. In einer DevOps-Gruppe bringen wir ein Team von Menschen zusammen, das Werte zu einer einzigen Wertschöpfungskette besteuern soll. Das Arbeiten in einem crossfunktionalen Team ist nicht einfach. Es erfordert neue Fähigkeiten von allen Teammitgliedern.

Das Arbeiten in einem crossfunktionalen Team ist nicht einfach. Es erfordert neue Fähigkeiten von allen Teammitgliedern.

Zweitens muss das Team lernen, wie es einen richtigen Flow innerhalb seines Arbeitsprozesses hinbekommt. Außerdem muss dieser Flow mit guten Visualisierungswerkzeugen unterstützt werden. Ansonsten wird er nicht wirklich effizient sein.

Drittens muss ein DevOps-Team dazu in der Lage sein, kontinuierlich zu experimentieren und zu lernen. DevOps ist eine Reise voller Ungewissheiten. Wir wissen nicht, wo sie enden wird. Das ist für viele Menschen sehr schwierig, die Verfahren und Arbeitsanweisungen wollen.

Und abschließend geht es um die praktische Anwendung von Agile-, Lean- und IT-Service-Management-Prinzipien in den Teams. Viele Leute wissen zwar, was diese Prinzipien sind, haben aber Schwierigkeiten, sie im echten Leben Tag für Tag anzuwenden.

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JAXenter: Hast du Tipps, wie man diese Hindernisse überwinden kann?

Jan Schilt: Als erstes sollte man seinen Mitarbeitern die Grundlagen von DevOps beibringen. Es gibt viele DevOps-Trainings wie etwa DevOps Foundations oder DevOps Fundamentals. Darüber hinaus gibt es das DevOps Master-Programm, das sehr hilfreich ist. Dieses Programm lehrt einen alle Feinheiten von DevOps auf einem etwas höheren Niveau als die Grundlagen. Und über dieses Training hinaus gibt es eine praktische Übungen, um die neu erlernten Fähigkeiten zu trainieren und vorzuführen.

Wählen Sie eine sichere Wertschöpfungskette mit geringem Risiko. Wählen sie ein starkes Team von Early Adopters, die gerne experimentieren, und starten Sie Ihre DevOps-Reise. Planen Sie genug Zeit zum Ausprobieren und zum Lernen ein. Niemand ist auf Anhieb perfekt, lassen Sie also etwas Zeit für Fehler. Halten Sie regelmäßige Retrospektiven-Sessions ab, probieren Sie neue Features aus und machen Sie einfach erstmal. Wenn es funktioniert, beginnen Sie neue Initiativen und lassen die Early Adopters die anderen Teams trainieren. Nutzen Sie diese Art von Simulationen, um den Mitarbeitern praktisch zu vermitteln, was DevOps ist und was es für ihre eigene Arbeitsweise bedeutet.

JAXenter: Vielen Dank!

Jan Schilt hat einen Master of Science in Human Resource Development und ist Mitinhaber von GamingWorks. Er hat über zehn Simulationen gebaut. Eine davon ist das Phoenix Project. Jan ist Experte für kreatives Lernen und hat die dazugehörigen Prinzipien in viele großen Unternehmen gebracht. Außerdem ist er Buchautor.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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