Interview mit Timo Brüggemann

„DevOps Prozesse sind an vielen Stellen immer noch sehr manuell“

Dominik Mohilo

Es gibt Dinge, über die kaum jemand spricht. Eines dieser Dinge ist das Speichern von Entwicklungs- und Testdaten. Im Interview sprechen wir mit Timo Brüggemann darüber, warum das so ist und wieso es sich rächen kann, grundlegende Probleme nicht rechtzeitig anzusprechen.

JAXenter: Wenn man über DevOps redet, geht es oft in erster Linie um die Arbeitsprozesse und die Unternehmenskultur. Oft sind auch die richtigen Tools für die Optimierung der Arbeitsabläufe oder das Monitoring der Datenströme Thema. Grundlegendere Probleme wie das Speichern von Entwicklungs- und Testdaten werden eher selten angesprochen, warum ist das deiner Meinung nach so?

Timo Brüggemann: DevOps ist nun einmal ein vielschichtiges Thema, das fast alle Ebenen der IT berührt. Dass man auch systemseitig einiges optimieren kann, ist vielen schon klar, aber wie sehr veraltete Speichertechnologien, basierend auf LUN- und Volume-Abstraktionen, die Verbesserung von DevOps-Prozessen behindern, dann doch nicht ganz so sehr. Erst ein komplett neues, VM-zentrisches Speicherkonzept macht dies möglich, wie wir es mit unserer VMstore-Plattform bieten. Damit kann man dank intelligentem Copy-Data-Management und einer umfassenden API zum Beispiel die Automatisierung von Testzyklen effizient auch auf dem Speichersystem vollziehen.

JAXenter: In deiner Session sprichst du ja darüber, dass es sich rächen kann, mit dem Problem nicht gewissenhaft umzugehen, es drohen Verzögerungen. Was macht den DevOps-Entwicklungsprozess langsam?

In Bezug auf Infrastruktur ist Wissen Macht.

Timo Brüggemann: DevOps Prozesse sind an vielen Stellen immer noch sehr manuell. Sie erfordern gerade beim Testen aufwändige Refreshs der Testumgebungen und würden davon profitieren, wenn man umfassend über die Performance Bescheid wüsste. Ohne diese Einsicht ist der Prozess fehleranfällig und zeitaufwändig – und anfällig für Verzögerungen. Der Prozess würde massiv beschleunigt werden, wenn man auf Analysewerkzeuge zurückgreifen könnte, die eine detaillierte Einsicht in jede einzelne VM auf dem System bieten können, und DevOps damit einen umfassenden Einblick in alle Performanceanforderungen gewährt.

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JAXenter: Auf welche Lösungen können Entwickler zurückgreifen, damit der Entwicklungszyklus nicht gestört wird?

Timo Brüggemann: Grundlage für eine gute Lösung ist ein Speichersystem, das mit einer sehr sauberen und kompletten API ausgestattet ist. Damit lassen sich die speicherrelevanten Prozesse komplett scripten oder von einem externen Management-System beeinflussen.

JAXenter: Wie können sich DevOps-Prozesse insgesamt vereinfachen lassen?

Timo Brüggemann: In Bezug auf Infrastruktur – und natürlich die Speicherplattform – ist Wissen Macht. Nur wenn man genau weiß, wie viel Leistung jede VM benötigt und man seine Benchmarks präzise abbilden kann, erlebt man beim Testen und in späteren Betrieb weniger Überraschungen. Mit veraltetem Speicher ist das Testen immer ein Schritt ins Ungewisse und oft verzögert sich der Prozess, weil man erst am Ende des Prozesses weiß, was die Infrastruktur-Abteilung provisionieren muss.

JAXenter: Was ist die Kernbotschaft, die jeder aus deiner Session mitnehmen sollte?

Timo Brüggemann: Was man mitnehmen sollte, ist, dass Infrastruktur allgemein und vor allem Speicher eine wichtige Rolle im DevOps-Gesamtkonzept haben. Mit einem fortschrittlichen Speicherkonzept, wie Tintri VMstore, ist zum ersten Mal eine vollständige Verzahnung des DevOps-Prozesses möglich. Dabei hilft das Copy-Data-Management, aufwändige Klon- oder Kopiervorgänge vom viel schnelleren Speicher übernehmen zu können. Und nach dem Testen weiß man ganz genau, wie viel Performance die neue Software benötigen wird – Überraschungen ausgeschlossen.

Timo Brüggemann ist Sales Director Service-Provider DACH bei Tintri. Er ist bereits seit den frühen neunziger Jahren, den Pionierzeiten des Internets, Experte für Internetserviceprovider. Damals hob er den Mannheimer Anbieter Nichols mit aus der Taufe, der schon damals Hosting, Housing, Access und Securitydienstleistungen anbot. Im Verlauf seiner Karriere folgten Stationen bei Storage-on-Demand-Dienstleister StorageNetworks und Rechenzentrumsbetreiber Equinix, wo Brüggemann den Enterprise-Vertrieb leitete.
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Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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