DevOps in der echten Welt - Teil 3

DevOps mal ganz praktisch: Was die Mitarbeiterzufriedenheit am meisten fördert ist Wertschätzung

Redaktion JAXenter

(c) Shutterstock / Artishok

In der Serie “DevOps mal ganz praktisch” geben Experten ihre Praxis-Erfahrungen bei der Umsetzung von DevOps-Prinzipien weiter. Heute: Matthias Marschall von Stylight.

Im Gespräch mit JAXenter gibt Matthias Marschall Einblicke in die Umsetzung von DevOps-Prinzipien bei Stylight.

Das Interview

DevOps in der Praxis: „Wir leben eine sehr offene und vertrauensvolle Kultur in der ganzen Firma“

JAXenter: Beginnen wir einmal rein organisatorisch. Wie ist bei euch die Zusammenarbeit zwischen Devs und Ops organisiert?

Matthias Marschall: Unsere Engineering Squads bauen und betreiben ihre eigene Software – „You build it, you run it“. Es gibt noch ein Cloud-Infrastructure-Team, das sich u.a. um standardisierte Stacks und die Netzwerkinfrastruktur in unseren AWS Accounts kümmert.

JAXenter: Wie ist üblicherweise die Teamstruktur in eurer IT? 

Matthias Marschall: Wir arbeiten in Cross-functional-Business-Teams, d. h. wir embedden Engineering Squads in die Business Teams. Innerhalb der Squads gibt es Software Engineers, einen Lead Engineer, Product Owner und bei Bedarf UX Researcher, Designer, Machine Learning Engineers, Data Scientists sowie Analysts.

JAXenter: Wie autonom können diese Teams agieren? (Welche Entscheidungen können intern, welche nur mit Rücksprache mit dem Management getroffen werden? Wie läuft das Überprüfen der Ergebnisse und die Abstimmung mit anderen Teams ab?

Matthias Marschall: Diese Cross-functional-Business-Teams können voll autonom agieren, um unsere Unternehmensstrategie umzusetzen. Die Teams geben sich selbst jedes Quartal ihre Objectives und Key Results (OKRs). Es gibt einen OKR Challenging Day, an dem jeder Head die OKRs seines Teams fürs nächste Quartal vorstellt. Die Key Results werden kontinuierlich erfasst und im wöchentlichen All-Hands-Meeting vorgestellt.

JAXenter: Bei DevOps ist auch immer von Unternehmenskultur die Rede. Das ist sicherlich kein leicht zu fassender Begriff. Würdest du sagen, bei euch gibt es so etwas wie eine einheitliche Kultur – oder vielleicht mehrere Kulturen? 

Matthias Marschall: Wir leben eine sehr offene und vertrauensvolle Kultur in der ganzen Firma. Unsere Werte Responsibility, Enthusiasm, Appreciation leben wir tatsächlich und nehmen sie sehr ernst.

JAXenter: Irgendwie geht es bei DevOps ja um Dinge wie den Geist der Zusammenarbeit, Experimentalkultur, Agilität, Mitarbeiterzufriedenheit. Was kann ein Unternehmen tun, um diese Dinge zu fördern?

Matthias Marschall: Viele kleine und große Dinge:

  • Visualize everything: Arbeit an (möglichst physikalischen) Boards sichtbar machen (in allen Abteilungen)
  • Co-location von Teams (möglichst in einem Raum)
  • Regelmäßige Retrospektiven durchführen um kontinuierliche Verbesserung zu etablieren
  • Unternehmenszahlen transparent machen
  • Teams so bestücken, dass sie eigenständig arbeiten können
  • Teams eingeverantwortlich an der Umsetzung der strategischen Ziele arbeiten lassen (z.B. über OKRs gesteuert)
  • Werte ernst nehmen und leben
  • Continuous Deployment umsetzen, um schneller Dinge ausprobieren zu können

Rethink-IT-Survey-300x180DevOps – Wie sieht es bei Euch aus?
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Umfrage: Rethink IT

Bitte vervollständige die folgenden Sätze!

DevOps-Erfahrungen aus meiner Praxis

Meiner Erfahrung nach arbeiten Devs und Ops am besten zusammen, wenn …

… sie geteiltes Verantwortungsbewusstsein haben.

Das größte Hindernis für DevOps ist meiner Erfahrung nach …

…unterschiedliche Teams mit unterschiedlichen Zielen.

Was die Mitarbeiterzufriedenheit am meisten fördert, ist …

…Wertschätzung.

Der Vorteil autonom arbeitender Teams liegt darin, dass …

… sie sich schnell an veränderte Rahmenbedingungen anpassen und damit Verschwendung vermeiden.

Wichtig für eine positive Unternehmenskultur ist …

…Vertrauen durch Transparenz und Wertschätzung.

Matthias-Marschall1Matthias Marschall ist ein Software Engineer “Made in Germany”. Seine vier Kinder sorgen dafür, dass er sich in lebhaften Umgebungen wohl fühlt und auch in chaotischen Situationen die Kontrolle behält. Er beschäftigt sich seit Jahren hauptsächlich mit der Frage, wie man Entwicklern, Teams und ganzen Organisationen helfen kann, schnell und kontinuierlich Software zu releasen, die den Benutzern echten Mehrwert liefert.

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1 Kommentar auf "DevOps mal ganz praktisch: Was die Mitarbeiterzufriedenheit am meisten fördert ist Wertschätzung"

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Korbinian
Gast

Schönes Beispiel wie OKRs als Führungsmethode eigenständiges Arbeiten fördern können. Wer sich für das Modell interessiert sollte einmal hier vorbeischauen: http://www.murakamy.com/okr/
Dort findet ihr auch noch weitere Beispiele, wie OKRs in anderen Firmen genutzt werden.