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Wider den Cargo-Kult!

DevOps: Kultur ist alles!

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Cienpies Design

Bei DevOps geht es in Wirklichkeit um Kultur! Das ist zumindest die Ansicht von Jeff Sussna, Gründer der virtuellen Agentur Ingineering.IT. Was die Sache zunächst nicht unbedingt vereinfacht, bezeichnet „Kultur“ doch im weitest gehenden Sinne alles, was der Mensch erschafft.

Um die IT mit den Normen der modernen Geschäftswelt, namentlich Schnelligkeit, Innovation und Anpassungsfähigkeit, in Einklang zu bringen, müssen die Menschen Sussna zufolge erst einmal in die Lage versetzt werden, überhaupt entsprechende Entscheidungen fällen zu können. Wie man das erreicht? Die Antwort von DevOps lautet: Kultur.

Wie eingangs bereits angerissen, kann der Begriff jedoch sehr weit gefasst werden, zudem hat er im Laufe der Geschichte mehr als einen Bedeutungswandel erlebt. Als Rahmen für seine Argumentation greift Sussna auf eine Definition des US-amerikanischen Ethnologen Clifford Geertz zurück. Dieser hatte postuliert, dass „der Mensch ein Wesen ist, das in selbstgesponnene Bedeutungsgewebe verstrickt ist, wobei ich Kultur als dieses Gewebe ansehe.“. Sussnas Interpretation dieser Aussage zufolge wird Kultur also dadurch definiert – und definiert zugleich – was wir denken, dass es bedeutet.

Das „selbstgesponnene Bedeutungsgewebe“ leitet unser Handeln, gibt beispielsweise vor, welche Lösungswege bei einem gegebenen IT-Problem bevorzugt werden. Bei DevOps, wenn man die Methode als Kultur versteht, geht es Sussna zufolge nun darum, Bedeutungen und damit auch die Leitplanken des Handelns zu verändern. Um die Verhaltensmuster innerhalb einer Organisation zu verändern, muss zunächst erkannt werden, wie sich diese gestalten, und welche Handlungsweisen sie bestärken und somit reproduzieren. Das „Bedeutungsgewebe“ schafft Sussna zufolge einen Anhaltspunkt, von dem aus Strukturen und Prozesse hinterfragt werden können, um schlussendlich alternative Wege zu erkennen und einzuschlagen.

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Die Gegensätzlichkeit von Tools und Kultur, die DevOps nach gängiger Ansicht plagt, ist laut Sussna demnach keine. Vielmehr wird die Kultur dadurch bestimmt, welche Tools eingesetzt werden, und auf welche Art und Weise dies geschieht. Andererseits, so Sussna weiter, schreibt die Kultur vor, welche Tools überhaupt eingesetzt werden. Um einen wirklichen Wandel herbeizuführen, muss Sussna zufolge deshalb gleichzeitig an beiden Stellschrauben gedreht, sowie die Frage nach dem „warum“ und dem „was wäre wenn“ in die tägliche Arbeit aufgenommen werden. Nur so sei sichergestellt, dass die Transformation der IT nicht zum Cargo-Kult verkommt.

Aufmacherbild: Colorful multi-cultural integration concept tree set von Shutterstock.com / Urheberrecht: Cienpies Design

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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