Data-Unternehmen Delphix legt umfassenden Bericht zu Best Practices mit DevOps vor

DevOps ist, was DevOps tut – Neue Studie zum State of DevOps 2015

Moritz Hoffmann

Der Data-as-a-Service-Anbieter Delphix hat kürzlich eine Studie unter dem Titel „2015 Annual State of DevOps“ veröffentlicht, um die immer noch im Fluss befindliche Definition des Begriffs DevOps zu schärfen. Ein Ergebnis war die Feststellung, dass DevOps im praktischen Sinne weit mehr bedeutet, als Kooperation und agile Methoden. Stattdessen hat sich DevOps in vielen Unternehmen zu einer weiteren IT-Funktion entwickelt, für die längst nicht alle Arbeitsbereiche stabil aufgestellt sind.

In der Studie wurde zwischen DevOps-Leadern und DevOps-Anwendern unterschieden. DevOps-Leader haben in mindestens drei DevOps-Initiativen Erfahrung gesammelt, konnten damit eine Steigerung der Betriebsleistung erzielen und arbeiten mit einer klaren Definition von DevOps. Zu den DevOps-Anwendern zählen die Mitarbeiter, die aktuell an einem DevOps-Projekt teilnehmen und planen, weitere Initiativen in diesem Bereich zu starten.

DevOps  eine Definition aus der Praxis

Die beiden Gruppen haben, so zeigen die Ergebnisse, tatsächlich unterschiedliche Bestimmungen des neuen Trends in der IT. Während die Anwender vor allem auf eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Operatern hinaus wollten, legten die DevOps-Leader größeres Gewicht auf die Entwicklungarbeit als Motor für DevOps-Aktivitäten. Die Macher der Studie leiten daraus Erstaunliches ab:

DevOps isn’t about two sides of IT collaborating together. DevOps was created as a reaction to slow-moving IT functions that couldn’t keep up with developer-driven innovation and the pace of software delivery in an agile development process

Schnelligkeit also ist in den Best Practices für DevOps weit eher ein Kernthema als die permanente Zusammenarbeit. Insgesamt gab die Hälfte der Befragten dann auch aus eigener Erfahrung an, dass DevOps im Verantwortungsbereich von Entwicklern liege, wobei nur 35 % von einer geteilten Zuständigkeit mit den Operatern berichten.

DevOps – Rethinking IT?

Nach der Motivation für die Etablierung von DevOps gefragt, waren insgesamt drei Gründe entscheidend: 66 % der Befragten gaben an, Software schneller ausliefern zu wollen. Für 44 % waren das schnelle Aufspüren von Bugs entscheidend, wobei immer noch 43 % mit DevOps auf eine regelmäßige Auslieferung setzen. Ist der hier erkennbare Wunsch nach Schnelligkeit etwa nur der Versuch von neuen Operator-Abteilungen, den seit über 10 Jahren „agilisierten“ Entwicklern hinterher zu kommen?

Eben darin sehen die Macher der Studie eine der großen Herausforderungen für die Zukunft. Sollte DevOps sich qua eigens zusammengestellten DevOps-Teams als Spezialbereich in Unternehmen und nicht etwa als grundlegender Wandel der gesamten IT-Organisation erweisen, so sei die nächste „Wall of Confusion“ bereits vorprogrammiert:

DevOps could transition from a developer-driven movement to the new Operations department that has adapted to the faster-moving Development teams that more than a decade of Agile has created

DevOps und die Daten  ein vernachlässigtes Problemfeld?

Das auf Daten-Visualisierung ausgerichtete Unternehmen Delphix verfolgte mit der Umfrage nach eigenen Angaben eine Data-Driven-Definition von DevOps. Dementsprechend wurde der Studie auch eine eigene Rubrik „The State of Data in DevOps“ entnommen, die sich auf den Umgang der IT-Arbeiter mit Live-Daten fokussiert. Hier gaben etwa 72 % der DevOps-Leader an, keine Zugangskontrollen für die Produktionsdaten zu haben. Für die Macher der Studie deutet dieser Befund auf einen klaren Mangel an Konzepten für sichere Daten im DevOps-Bereich hin und zwar genau dort, wo DevOps ernsthaft umgesetzt wird.

Dass diese Etablierung von DevOps-getriebenen Produktionsvorgängen durch Daten-Probleme gehemmt werden kann, beweisen die über 46 % der befragten DevOps-Leader, deren Test-Umgebungen durch einen mangelnden Datensatz nur beschränkt einsetzbar sind.

Für die Studie wurden über 2000 IT-Anwender in den USA und in Europa befragt, die in Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern beschäftigt sind und in ihrer täglichen Arbeit mit DevOps zu tun haben.  Alle Details und Ergebnisse der Studie sind auf der Delphix-Seite zum Download verfügbar.

Aufmacherbild: Businessman analyzes graphics and profits of company von Shutterstock / alphaspirit

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Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann hat an der Goethe Universität Soziologie sowie Buch- und Medienpraxis studiert. Er lebt seit acht Jahren in Frankfurt am Main und arbeitet in der Redaktion von Software und Support Media.
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