3 Experten zum Status Quo von DevOps

DevOps Expertencheck 2019: Best Practices und Hindernisse

Dominik Mohilo

© Shutterstock / Ashalatha

Das Jahr 2008 gilt als Geburtsjahr der DevOps-Bewegung, auch wenn die Prinzipien nicht unbedingt zu dieser Zeit erfunden wurden. Im abschließenden Teil unseres Expertenchecks, den wir im Zuge der DevOpsCon 2018 durchgeführt haben, geben Julia Wester, Michiel Rook und Steve Poole wichtige Tipps zur erfolgreichen Umsetzung von DevOps und auf welche Hindernisse man in diesem Prozess aufpassen muss.

Im letzten Teil unseres DevOps-Expertenchecks mit Julia Wester, Michiel Rook und Steve Poole geben unsere Experten wichtige Tipps und Tricks, wie sich DevOps erfolgreich im Unternehmen umsetzen lässt. Auch, welche Hindernisse auf dem Weg zu DevOps lauern, wird im dritten Teil unserer Serie deutlich.

DevOps: Best Practices & Hindernisse

DevOps ist kein Selbstläufer. Es erfordert viel Engagement von allen Involvierten, vom einfachen Entwickler bis zur Chefetage. Doch gibt es sogenannte Best Practices, anhand derer sich DevOps erfolgreich umsetzen lässt? Und warum reicht es nicht, einfach neue Tools zu nutzen? Unsere Experten geben auf diese Fragen Antwort.

JAXenter: Gibt es Best Practices, die von jedem Team bzw. Unternehmen bei der Umsetzung von DevOps beachtet werden sollten?

Die DevOps-Experten
DevOps - Wester

Julia Wester – Co-Founder und Principal Consultant bei Lagom Solutions

DevOps - Rook

Michiel Rook – Passionierter und pragmatischer Freelance-Coach, Entwickler und Speaker

DevOps - Poole

Steve Poole – Developer Advocate, DevOps-Praktizierer, Java-Entwickler, Leader und Evangelist bei IBM

Julia Wester: Best Practices kann es nur geben, wenn es auch den einen richtigen Weg gibt. Worüber man allerdings reden kann sind eine Reihe von „Good Practices“, oder „Emerging Practices“, die sich gerade erst herauskristallisieren. Hier aber ein paar Good Practices, die ich empfehlen kann:

  • Versuche Input von möglichst allen Mitgliedern deines Teams zu bekommen, wenn es darum geht, Herausforderungen und Probleme zu definieren. Glaube nicht, alles aus dem Blickwinkel des Managements erkennen zu können.
  • Mache das Schaffen einer psychologisch sicheren Arbeitsumgebung zu einer Priorität. Ist dies nicht der Fall, werden dir wichtige Probleme verborgen bleiben.
  • Arbeite kontinuierlich am Fortschritt als Teil der Arbeit – nimm dir Zeit dafür und mache es zur Priorität.
  • Visualisiere so viel wie möglich: Die Arbeit (also Wert, der geliefert wird, inklusive Verbesserungen), den Prozess, der dafür durchlaufen wird, Probleme, die auftauchen, etc.

Steve Poole: Das Wichtigste ist, im Kleinen anzufangen und eine einzelne Lösung zu entwickeln, bei der Devs und Ops von Anfang an Seite an Seite zusammenarbeiten. Es hilft, einen Moderator zu haben, der mediativ bei Disputen eingreift und die Gründe für Verstimmungen im Gespräch herauskristallisieren kann. Allein von der Teamperspektive aus betrachtet geht es darum, die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen den Entwickler- und Ops-Teams zu stärken. Man muss herausfinden, wie das möglich wird. Entwicklern ist oft nicht klar, dass die Liste an Verantwortlichkeiten von Ops-Teams meist sehr viel länger ist, als die eigene. Design Thinking kann den Teams helfen, die Motivation und die Herausforderungen des jeweils anderen Teams besser nachzuvollziehen.

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Gar nicht so leicht: Hindernisse und Stolpersteine

JAXenter: Welche Hindernisse gibt es auf dem Weg zur erfolgreichen Implementierung von DevOps im Unternehmen?

Julia Wester: Zu den größten Hindernissen gehört die Denke, dass DevOps eine Rolle oder ein Team ist und diese Leute eben „DevOps machen“ sollen. Auch die Annahme, dass ein neues Toolset irgendwelche Probleme einfach lösen kann, die durch DevOps adressiert werden, ist Irrsinn. Tools können helfen, aber sie sind nur Mittel zum Zweck, nicht die eigentliche Lösung. Größere Probleme bereiten die Menschen und deren Mindset. Was viele Leute im Management nicht verstehen ist, dass DevOps nicht etwas ist, das sich einfach deligieren lässt. Sie müssen Teil davon sein und es nicht nur von den Teams oder Abteilungen verlangen. Eine Herausforderung der Zukunft wird sein, dem Managern ihre Rolle in der DevOps-Transformation aufzuzeigen und nahezubringen.

Michiel Rook: Meiner Meinung nach sind das die Kultur und die Art und Weise der Geschäftsführung. In einem Unternehmen, das den eigenen Teams nicht vertraut und sie nicht unterstützt, großartige Produkte mit einem ausreichenden Maß an Autonomie zu liefern, werden immer wieder neue Prozesse, Mauern, Silos und Bürokratien entstehen. In diesen Unternehmen, in denen Entscheidungen nicht nach dem „Button-Up-Prinzip“ getroffen werden, werden das agile Mindset und eine moderne Arbeitsweise – und damit auch erfolgreiches DevOps – am Ende fehlschlagen.

Steve Poole Die Komplexität der Infrastruktur, der Unwille von Devs und Ops, miteinander arbeiten zu wollen (was vor allem auf gegenseitigem Unverständnis basiert) und der mangelnden Unterstützung des Unternehmens, die Teamdynamik und die Infrastruktur tatsächlich neu zu definieren. Ein großes Risiko stellt vor allem eine Situation dar, in der die Leute versuchen, einen DevOps-Ansatz umzusetzen, ohne zu verstehen, dass dies ein fundamentales kulturelles Umdenken für alle Involvierten bedeuten kann.

JAXenter: Vielen Dank für diese spannenden Einsichten!

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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