3 Experten zum Status Quo von DevOps

DevOps Expertencheck 2018: Das richtige Tool-Set & Unterschiede zwischen Devs und Ops

Dominik Mohilo

© Shutterstock / Ashalatha

Das Jahr 2008 gilt als Geburtsjahr der DevOps-Bewegung, auch wenn die Prinzipien nicht unbedingt zu dieser Zeit erfunden wurden. Im zweiten Teil unseres Expertenchecks, den wir im Zuge der DevOpsCon 2018 durchgeführt haben, erläutern Julia Wester, Michiel Rook und Steve Poole wie sich die strikte Rollenverteilung in „Entwickler“ und „Operator“ verändert hat. Außerdem geben sie Tipps, welche Tools man für erfolgreiches DevOps benötigt.

Im zweiten Teil unseres DevOps-Expertenchecks mit Julia Wester, Michiel Rook und Steve Poole analysieren wir, wie sich die Rollen der Mitglieder von Entwicker- und Ops-Teams verändern werden, und welche Tools in jeden Werkzeugkasten gehören.

Bin ich noch im Dev- oder schon im Ops-Team?

Mit dem Aufkommen der DevOps-Bewegung wurde auch die klassische, siloartige Rollenverteilung von Entwicklern und Operators in Frage gestellt bzw. überdacht. Entwickler übernehmen bestenfalls auch Aufgaben aus dem Ops-Bereich und Administratoren eignen sich Spezialwissen an, das auch für Entwickler relevant ist. Ist DevOps also der Untergang der klassischen Rollenverteilung?

JAXenter: Glaubt ihr, dass die klassischen Rollen „Entwickler“ und „Operator“ in Zukunft noch Verwendung finden, oder werden sie gänzlich miteinander verschmelzen?

Die DevOps-Experten
DevOps - Wester

Julia Wester – Co-Founder und Principal Consultant bei Lagom Solutions

DevOps - Rook

Michiel Rook – Passionierter und pragmatischer Freelance-Coach, Entwickler und Speaker

DevOps - Poole

Steve Poole – Developer Advocate, DevOps-Praktizierer, Java-Entwickler, Leader und Evangelist bei IBM

Julia Wester: Ich denke, dass die klassische Rollenverteilung durchaus bestehen bleiben wird. Dennoch wird von Entwicklern und Operators erwartet, sich mit den Gebieten auszukennen, in denen sich ihre jeweiligen Fachbereiche überschneiden.

Michiel Rook: Es wird immer gewisse persönliche Vorlieben, Fähigkeiten und Interessen geben – und das ist auch vollkommen in Ordnung. Ich denke dennoch, dass die Tage von Hardcore-Spezialisten vorüber sind: Will man ein hochperformantes Team haben, sollte es meiner Meinung nach aus erwachsenen, unterschiedlichen und cross-funktionalen Personen bestehen, die Veränderungen befürworten, gerne neue Dinge lernen, sich gegenseitig unterstützen können und großartige Software entwickeln.


Steve Poole: Die einfache Antwort ist, dass die beiden Rollen sich natürlich immer voneinander unterscheiden werden. Ich sehe DevOps eher als Bewegung, die die Beziehung zwischen Entwicklern und Operators neu definiert sowie deren Aufgabengebiete. Wie zu Beginn der Agile-Bewegung – durch die Entwickler und Tester zusammengerückt und deren Beziehung neu definiert wurde – hoffe ich, dass am Ende eine neue Balance zwischen Devs und Ops entstanden sein wird. Entwickler sollten dann wesentlich genauer über Deployment-Topologien sowie die Resilienz und Sicherheit ihrer Anwendungen nachdenken. Ops-Teams hingegen müssen dann verstanden haben, dass sie das nötige Tooling und die entsprechende Konfiguration bereitstellen müssen, damit Entwickler ihre Lösungen richtig testen können.

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DevOps Tools

JAXenter: DevOps ist nicht nur eine Frage der richtigen Kultur, auch die nötigen Werkzeuge sind wichtig. Welche Tools gehören in jeden DevOps-Werkzeugkasten?

Julia Wester: Ich will keine bestimmten Tools empfehlen, aber man braucht Source-Control- und Build-Systeme. Diese sollten idealerweise dann an Prozesse gebunden sein, nach denen Artefakte auf bestimmte Umgebungen deployt und dort installiert werden. So wird sichergestellt, dass sie jedes Mal konsistent erstellt werden. Außerdem empfehle ich den Einsatz von Tracking-Tools, um zu sehen wie reibungslos (oder eben nicht reibungslos) die Workflows im Value Stream laufen und wie lange ein solcher Durchlauf dauert.

Erfolg kommt mit der richtigen Einstellung, nicht mit einem bestimmten Sammelsurium von Tools.

Michiel Rook: Ich glaube, das Tools nicht den Kern von DevOps ausmachen. Oder besser gesagt, DevOps erfolgreich in einer Organisation umzusetzen, impliziert nicht unbedingt die Nutzung spezieller Tools. Natürlich ist die Automatisierung ein Schlüsselelement von DevOps, jedes dabei behilfliche Tool ist dementsprechend hilfreich bei der erfolgreichen Umsetzung. Dazu muss ich auch sagen, dass es atemberaubend ist, wie Public-Cloud-Services, Docker und besonders Kubernetes die Infrastruktur- und Anwendungs-Deployment-Landschaft verändert haben.


Steve Poole: Erfolg kommt mit der richtigen Einstellung, nicht mit einem bestimmten Sammelsurium von Tools. Es gibt allerdings gewisse Tools, die man benötigt: Ein robustes CI-System wie Jenkins etwa, ein SCM wie git, ein Container-System wie Docker und die entsprechende Orchestrierungsplattform wie Kubernetes. Auch das Monitoring sollte man nicht vergessen und ein System für das automatische Konfigurationsmanagement wie Ansible. Puh, das ist schon eine ziemlich lange Liste. Diese Tools müssen dann noch zusammengebracht werden und man muss darauf achten, dass sie robust und sicher genug sind. Das Ganze muss natürlich im Sinne des Veränderungsmanagements stehen. Zu guter Letzt muss es deutlich sichtbar werden, dass die Entwickler sowohl in Test- als auch Produktionsumgebungen containerbasierte Lösungen möglichst ohne große Unterschiede einfach erstellen und testen können. Darum meinte ich, dass man die richtige Einstellung braucht, um dies alles zu überblicken. Man kann schon erfolgreich sein, indem man sich auf die Grundlagen guten Konfigurationsmanagements und einer gemeinsamen Containerlösung konzentriert, die gleichmäßiges Testen über Umgebungen hinweg erlaubt.

JAXenter: Vielen Dank für diese spannenden Einsichten!

Im dritten Teil geht es um Best Practices und mögliche Hindernisse bei der erfolgreichen Umsetzung von DevOps.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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