Vier Experten erklären DevOps Trends - Teil 3

DevOps & Docker: Wie Container bei der Einführung von DevOps helfen

Redaktion JAXenter

©Shutterstock / vitstudio

Was bedeutet die Container-Revolution rund um Docker für DevOps-Teams? Welche Hindernisse stehen einer Einführung von DevOps im Weg und wie kann man diese überwinden? Vier DevOps-Experten geben Antworten aus der Praxis.

Bisher haben wir eine Definition von DevOps gegeben, wichtige DevOps Trends wie DevSecOps besprochen und geklärt, welche Aufgaben DevOps-Teams bewältigen sollten. Im letzten Teil unseres Expertenchecks geht es nun um die Rolle von Container-Technologien wie Docker für die DevOps-Bewegung. Außerdem decken wir typische Missverständnisse rund um DevOps auf und geben Tipps, wie man DevOps erfolgreich im Unternehmen einführen kann.

Welche Rolle spielen Docker & Co. bei DevOps?

Container revolutionieren die IT-Infrastruktur und DevOps transformiert die moderne IT-Landschaft – wie passt das zusammen?

Die DevOps Influencer

DevOps Influencer Eric Vanderburg

Eric Vanderburg ist Information Security Executive. Er ist  Vordenker und Autor, der bekannt ist für seine Einblicke in Cyber-sicherheit (Privacy /Data Protection) und Datenspeicherung.

DevOps Influencer Greg Bledsoe

Greg Bledsoe ist Managing Consultant bei Accenture und regelmäßig für die Einführung von DevOps-Prinzipien in Fortune-100-Unternehmen verantwortlich.

DevOps Influencer Mike D. Kail

Mike D. Kail ist Chief Innovation Officer bei Cybric.

DevOps Influencer Jason Bloomberg

Jason Bloomberg ist der Präsident von Intellyx. Er schreibt und berät dort über Agile Digital Transformation.

Mike Kail: Ich würde sagen, dass die Container-Technologien eine Untermenge der Cloud-Infrastruktur ausmachen. Durch Container werden einerseits neue Architekturmuster für Anwendungen möglich, andererseits wird die Agilität der Entwickler erhöht. IT-Führungskräfte, die sich gerade in einer DevOps-Transformation befinden, sollten definitiv prüfen, inwiefern Container ihre Gesamtstrategie verbessern können.

Die Containerisierung ist  ein wichtiger Teil der Zukunft von DevOps.

Eric Vanderburg: Container sind in DevOps-Szenarien in vielerlei Hinsicht nützlich. Sie können als abgeschlossene Einheiten betrachtet werden, die zusammengenommen das Endprodukt bilden. Die Aufgaben der Entwicklung und des Betriebs können einheitlich auf dieselben Container bezogen werden, wobei jeder Container eine ganz bestimmte Funktion erfüllt. Auf diese Weise ist es deutlich einfacher zu erkennen, wenn ein Container gewartet werden muss, was wiederum die Effizienz des Teams verbessert – eines der primären Ziele von DevOps.

Greg Bledsoe: Ich glaube nicht, dass Container ohne die von der DevOps-Bewegung angeregte Nachfrage nach fortschreitender Infrastruktur-Virtualisierung und schnellem Durchlauf von Code durch verschiedene Umgebungen existieren würden. Mich fasziniert, dass Docker und andere Container-Technologien im Grunde eine Idee erweitern, die von uns alten, graubärtigen Sysadmins schon lange durch Dinge wie „chroot“ und dem Mapping von „uids“ verfolgt wurde: „root“ innerhalb eines chroot ist kein „echtes“ root für den Host.

Docker und DevOps passen sicherlich gut zusammen.

Dann hatte jemand die geniale Idee, diese Möglichkeit zu systematisieren und die so entstandenen gekapselten Umgebungen schnell und auf garantiert unveränderliche Weise transportierbar zu machen, völlig abstrahiert von Netzwerk- und Umgebungseigenschaften. Mir wird sofort klar, dass eine Idee genial ist, wenn ich mich frage, warum mir das nicht zuerst eingefallen ist.

Selbstverständlich bin ich ein großer Fan der Containerisierung, und ich denke, dass es ein wichtiger Teil der Zukunft von DevOps ist. Doch ist DevOps an dieser Stelle noch nicht am Ziel angekommen. Wir werden Serverless-Architekturen im Mainstream erleben, und auch Unikernels werden etwas sein, worüber wir uns in den nächsten Jahren unterhalten werden.

Jason Bloomberg: Docker und DevOps passen sicherlich gut zusammen. Aber vergessen wir nicht, dass die Denkweise von DevOps einer reinen Bottom-up-Mentalität entgegensteht. Die Wahl der Infrastruktur-Komponenten sollte nicht rein auf technischen Erwägungen beruhen, sondern dynamisch und von der Technik abstrahiert erfolgen können. Im Vordergrund stehen nicht die Tools und Technologien, sondern die geschäftlichen Anforderungen und das Bedürfnis nach einer größeren Agilität.

Was sind die typischen Anti-Patterns von DevOps?

Eric Vanderburg: DevOps zielt nicht darauf ab, die Rollen von Entwickler und Operator in eine einzige zu verschmelzen. Das ist eines der größten Missverständnisse. Stattdessen geht es darum, eine bessere Zusammenarbeit zwischen diesen Rollen innerhalb eines kollaborativen Teams zu ermöglichen. Wenn Entwickler sich mit Aufgaben der System-Administratoren befassen – und Admins mit denen der Entwickler -, können bekannte Anti-Patterns im Team vermieden werden. So wird sichergestellt, dass Entwickler und Operator die selben Ziele verfolgen, anstatt sich gegenseitig als Konkurrenten zu betrachten – obgleich sie natürlich immer noch unterschiedliche Aufgaben im Team übernehmen.

Mike Kail: Die wichtigsten Anti-Patterns sind meiner Meinung nach „DevOps ist eine Berufsbezeichnung“, „DevOps ist kein Prozess“ und „DevOps ist ein Allheilmittel“.

Greg Bledsoe: Mein guter Freund und Mitarbeiter Keith Peas steckt viel Zeit in die Identifizierung von Design Patterns und Anti-Patterns von DevOps. Eines der häufigsten Probleme, die ich in der Praxis sehe, sind Jobbezeichnungen, die das Wort „DevOps“ beinhalten.

Außerdem gibt es viele sogenannte „DevOps-Teams“, die isoliert von den übrigen Teams arbeiten. Wenn sie das tun, arbeiten sie unter dem Missverständnis, dass DevOps nicht für alle im Unternehmen gilt. Das untergräbt den kollaborativen Kulturwandel und erschafft eigentlich nur ein neues Silo: Jeder macht sein eigenes Ding, liefert sein Ergebnis ab und wartet anschließend darauf, dass etwas zurück kommt. Das ist so ziemlich das Gegenteil von DevOps und erzeugt nur noch ein weiteres abgeschottetes Team, das neben den bereits existierenden steht.

Jason Bloomberg: Das gefährlichste Anti-Pattern ist zu denken, dass DevOps sich nur auf Devs und Ops beschränkt!

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Welche Tipps habt ihr, wie man Hindernisse bei der Einführung von DevOps beseitigen kann?

Mike Kail: Mein erster Tipp ist es, als Chef mit gutem Beispiel voran zu gehen. Wenn der CIO die Kultur des Wandels nicht mit antreibt, dann wird jede versuchte Veränderung fehlschlagen. Skizzieren Sie strategische Ziele, die sich direkt auf die Geschäftsergebnisse abbilden lassen. Führen Sie Veränderungen nicht um ihrer selbst Willen ein. Geben Sie allen eine klare Mission, kommunizieren Sie diese Mission wiederholt und messen Sie kontinuierlich den Fortschritt.

Wenn der CIO die Kultur des Wandels nicht mit antreibt, dann wird jede versuchte Veränderung fehlschlagen.

Eric Vanderburg: Der erste Schritt zur Einführung von DevOps ist es, die Entwickler dazu zu bringen, einen agilen Ansatz zu verfolgen. Das ist eine Grundvoraussetzung für DevOps, und viele Unternehmen haben diesen Schritt bereits getan. Als nächstes kommt die Koordination und Integration der Teams.

Es müssen neue Normen, Ziele und Erwartungen etabliert werden. Einige Gruppen müssen möglicherweise an Team-Building-Übungen teilnehmen, um besser zusammenzuarbeiten. Es kann auch einige kulturelle Veränderungen geben, möglicherweise haben Dev- und Ops-Teams bereits eigene Kulturen entwickelt.

Greg Bledsoe: Beharrlichkeit und eine positive Einstellung können mit der Zeit Berge versetzen. Die Ideen sind inzwischen viral. Sharen Sie Bücher und Vorträge zu dem Thema, weisen Sie auf einfache Möglichkeiten hin, wie Sie mit den Ideen mehr Effizienz erreichen könnten: „Was wäre, wenn wir aufhören, Berichte kreuz und quer durch die Orga-Struktur zu schicken, und stattdessen einfach den Flur hinunter zu gehen und zusammen daran zu arbeiten? Wie wäre es, wenn wir uns alle in einen Raum einschließen und nicht mehr rauskommen würden, bis das Problem gelöst wurde? “

In den meisten Unternehmen gibt es unzählige Situationen, in denen diese einfachen Fragen unglaublich wirkungsvoll und erleuchtend sind. Vor allem aber: Geben Sie nicht auf! Lassen Sie nicht locker bei Ihrer Überzeugungsarbeit, und im Laufe der Zeit werden Sie die Dinge verbessern.

Jason Bloomberg: Verbreiten Sie weiter, was ich das „DevOps-Virus“ nenne. Sobald die IT-Abteilung den Weg gefunden hat, effizient im DevOps-Sinne zusammenzuarbeiten, sollten sie den Ansatz aktiv für den Rest des Unternehmens evangelisieren.

DevOps Influencer – die Infografik

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Kommentare
  1. DevOps & Docker: Wie Container bei der Einführung von DevOps helfen | Intellyx2017-04-22 04:43:20

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