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Interview mit Sandra Parsick auf der DevOpsCon 2016 in München

„Ansible führt erfolgreich weiter, was Puppet und Chef angefangen haben“

Dominik Mohilo

Auch heute wird in vielen Unternehmen noch in Silos gedacht: Entwickler auf der einen, Operator auf der anderen Seite. Dabei gibt es vor allem für Entwickler viele Möglichkeiten und Tools aus dem Ops-Bereich, die sich für die eigene Arbeit eignen. Im Interview auf der DevOpsCon in Berlin sprach Sandra Parsick über die Schnittstellen von DevOps und Agile, die DevOps-Kultur und welche Vorteile Ansible gegenüber Puppet und Chef hat.

JAXenter: Sandra, du bist freiberufliche Softwareentwicklerin und Consultant im Java-Umfeld. Seit gut acht Jahren bist du auch besonders im Bereich agiler Softwareentwicklung unterwegs, daher vielleicht zunächst die Frage: Wo und wie greifen DevOps und Agile ineinander?

Sandra Parsick: Damals, als ich mit agiler Softwareentwicklung angefangen habe, begannen wir zunächst damit, unseren Build zu automatisieren. Dann haben wir unsere Tests automatisiert und irgendwann kam schließlich die Frage auf: Wieso sollen wir in der Softwareentwicklung überhaupt haltmachen, um den Rest in der Produktion dann manuell zu deployen? Für mich ist genau an der Stelle ein Übergang in Richtung DevOps möglich, man automatisiert einfach weiterhin die Prozesse. Da das so gut zusammenpasst, könnte man auch sagen: „DevOps ist der große Bruder von agiler Softwareentwicklung“.

JAXenter: Agil, das heißt ja „beweglich“ oder „flexibel“ sein. Ist DevOps denn anders überhaupt möglich?

Sandra Parsick: Nein, ich denke nicht. Aus der Perspektive als Softwareentwicklerin denkt man natürlich oft „Ok, DevOps ist ja Operation – was habe ich jetzt mit Operation zu tun?“. Aber ich fing ja auch an, meine Deployment Site mit Ops-Tools zu automatisieren und das bedeutet ja, ich habe über meinen Tellerrand hinaus geschaut. Ich war also an der Stelle eben flexibel, anstelle ein Problem nur mit Java lösen zu wollen. Stattdessen habe ich geschaut, was sich möglicherweise mit einem Operation-Tooling lösen lässt. So fing ich schließlich an, Tools aus dem Ops-Bereich zu nutzen.

devops_wasistdasLesen Sie auch: Was ist eigentlich DevOps?

JAXenter: Ein großes Thema ist natürlich auch die DevOps-Kultur. Welche kulturellen Werte gehören denn für dich noch zur erfolgreichen Umsetzung von DevOps?

Sandra Parsick: Kommunikation ist so ein Schlüsselpunkt – DevOps funktioniert nicht, wenn man nicht miteinander kommuniziert. Allerdings gilt auch: Nicht nur Entwickler untereinander müssen kommunizieren, sondern auch der Bereich Operations muss in die Kommunikation eingebunden werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist Vertrauen. Ich muss meinen Mitarbeitern und Kollegen vertrauen können, um eine DevOps-Kultur in einem Unternehmen etablieren zu können.

JAXenter: Also würdest du schon sagen, dass DevOps-Kultur der Schlüssel zu einer erfolgreichen Umsetzung von DevOps ist?

Sandra Parsick: Ja.

JAXenter: In deinem Talk gestern hast du ja über Ansible gesprochen – eine Automatisierungsplattform. Worin unterscheidet sich Ansible von vergleichbaren Tools wie Puppet oder Chef?

Sandra Parsick: Ansible wurde entwickelt, nachdem Puppet und Chef sich schon mehrere Jahre auf dem Markt etabliert haben und auch der Entwickler von Ansible ist jahrelang Consultant für Puppet gewesen. Das heißt, er hatte genügend Erfahrung gesammelt, um wissen zu können, wo Puppet den Leuten Schmerzen bereitet. Er hat diese Probleme ernst genommen und dann eine Software entwickelt, die die Probleme löst, die Puppet den Nutzern bereitet. Von daher ist Ansible ein Fortschritt von dem, was Puppet (oder Chef) angefangen haben.

JAXenter: Vielen Dank für das Interview!

Sandra Parsick ist als freiberufliche Softwareentwicklerin und Consultant im Java-Umfeld tätig. Seit 2008 beschäftigt sie sich mit agiler Softwareentwicklung in verschiedenen Rollen. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der Java-Enterprise-Anwendungen, agilen Methoden, Software Craftsmanship und in der Automatisierung von Softwareentwicklungsprozessen. In ihrer Freizeit engagiert sie sich in der Softwerkskammer Dortmund.
Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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