Teil 2: Wie sinnvoll definierte KPIs zu erfolgreichen DevOps führen

DevOoops – Kontinuierliches Feedback und sinnvolle KPIs als Schlüssel zum Erfolg

Brian Dawson

© Shutterstock / studiostoks

„DevOoops“ ist die ironische Bezeichnung von Fehlern, die bei der Umsetzung von DevOps-Initiativen entstehen können. Dabei ist das oberste Ziel solcher Initiativen die Effizienzsteigerung im Softwarebereitstellungsprozess. Doch nicht immer führen diese zur angestrebten reibungslosen Verknüpfung agiler Software-Entwicklung (Development) mit einem steten, stabilen und sicheren IT-Betrieb (Operations). Die dreiteilige Fachartikelserie DevOoops beleuchtet die Hintergründe je eines „DevOoops“ anhand konkreter Szenarien und gibt dazu passend konkrete Handlungs- und Lösungsempfehlungen. Im zweiten Beitrag dreht sich alles um die Definition von sinnvollen Zielvorhaben und entsprechender KPIs.

Quantität und Qualität

Das primäre Ziel von DevOps ist es, die Effizienz im Softwarebereitstellungsprozess (Software-Delivery-Prozess) zu steigern. Jedoch ist das nicht immer umsetzbar und führt so manches Mal zu Fehlern – beispielsweise im Fall von schlecht definierten Key Performance Indicators (KPIs, Erfolgskennzahlen). Wie Unternehmen diese definieren, hat starken Einfluss auf die Vorgehensweisen der Teams in der Softwareentwicklung. Ein Team im Bereich der Qualitätssicherung definiert zum Beispiel die Anzahl durchgeführter Tests pro Sprint als KPI. Da jeder Mensch stark von Anreizen angetrieben wird, entsteht dadurch die Tendenz, immer mehr Tests durchzuführen. Dabei wird jedoch die Archivierung alter Tests vernachlässigt. Zur Behebung dieser Fehlentwicklung können die Teams unter geringerem Zeitaufwand weniger Tests durchführen und dabei eine größere Wirkung erzielen.

Schnelligkeit und Mehrwert

In einem weiteren Praxisbeispiel stehen die Software-Freigaben im Mittelpunkt: Das verantwortliche Team definierte die Anzahl der Releases pro Sprint als KPI. Diese spiegelt die Geschwindigkeit wider, in der die freigegebene Version die Bits von A nach B verschiebt – ohne dabei jedoch den betrieblichen Mehrwert zu messen. Damit Unternehmen wissen, wann Schnelligkeit auch wirklich einen Mehrwert liefert, ist es folglich wichtig, verschiedene KPIs zu koppeln. In diesem Beispiel könnten das die Anzahl neu gewonnener Kunden sein sowie die prozentuale Umsatzsteigerung.

Messen und verbessern

„Wenn man es nicht messen kann, kann man es nicht verbessern“, bringt ein Unternehmensberater seine ganze Philosophie über DevOps auf eine Formel. Auch führende DevOps-Unternehmen schreiben sich dieses Sprichwort auf ihre Fahnen. Um zu verstehen, welches Ziel sie verfolgen, wie sie an dieses gelangen und wie weit sie auf ihrem Weg gekommen sind, ist es wichtig, passende Kennzahlen zu definieren, die zu den Gesamtzielen der DevOps-Transformationen passen. KPIs liefern einen stetigen Einblick in die Entwicklung des Unternehmens und zeichnen einen Weg zu den Unternehmenszielen auf. Dabei ist entscheidend, dass DevOps-Unternehmen die richtigen Dinge messen – denn tun sie das nicht, drehen sie sich im Kreis.

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Kontinuierliches Feedback vermeidet „DevOoops“

Um „DevOoops“-Situationen zu vermeiden, gilt es zunächst, KPIs zu erstellen, die auf die Unternehmensziele abgestimmt sind und kontinuierlich Feedback ins Unternehmen zurückspielen. Im Laufe des Projekts, mit zunehmender Seniorität und Erfahrung, müssen diese KPIs auch überwacht, angepasst und aktualisiert werden. Was wäre beispielsweise eine geeignete Zielmetrik für Software-Tests? Alle Teams wollen in der Regel die Qualität verbessern, nur um wie viel Prozent – um siebzig, um achtzig oder gar um hundert Prozent? Dies ist ein Beispiel für eine Kennzahl, die im Rahmen der Applikation berücksichtigt und zugleich an echten Unternehmenszielen gemessen werden muss.

KPIs zur Messung des Ergebnisses

Teams können zum Beispiel 70 Prozent des Codes mit Tests abdecken. Dient diese Maßnahme jedoch lediglich dazu, so viel Code wie möglich zu testen, können sie schnell verpassen, was der Markt wirklich verlangt. Analysieren die Unternehmen 70 Prozent des falschen Codes statt die 30 Prozent an kritischem Code, werden zwar erhebliche Anstrengungen unternommen – jedoch mit dem Risiko, dass die Qualität kaum bis gar nicht verbessert wird. Die Erhöhung des getesteten Codes sowie dessen stärkere Überwachung kann zwar ein Qualitätsindikator sein, misst jedoch nicht die tatsächliche Qualität der Arbeit. In diesem Fall benötigen die Teams einen KPI, der stärker das Ergebnis misst als die Aktivität – beispielsweise die Zahl der Kundenanfragen an den Support in kritischen oder schweren Fällen. Diese sollte zurückgehen, wenn die Testabdeckung die richtigen Bereiche trifft.

Fazit

Zusammengefasst bleibt zu sagen, dass die Einführung von DevOps allein nicht ausreicht. Unternehmen müssen zusätzliche Zielvorgaben für ihre Initiativen und Projekte entwickeln, die sie auf die DevOps abstimmen und die KPIs entsprechend anpassen. Die richtige Definition dieser Erfolgskennzahlen bestimmt schließlich, was beim Aufbau der Projekte in der Softwareentwicklung priorisiert wird.

Geschrieben von
Brian Dawson
Brian Dawson
Brian Dawson ist DevOps-Evangelist bei CloudBees.
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