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Der Terror in Paris: Anschlag auf die Offene Gesellschaft

Sebastian Meyen

In Paris wurde gestern eine ganzes Redaktionsteam ausgelöscht. Innerhalb von fünf Minuten. Nicht von einem verwirrten Amokläufer, sondern von kampferprobten Terroristen; Profi-Killern, wie uns die Medien berichten.

Da gibt es im ersten Moment nichts zu erklären – Entsetzen und Trauer überdecken die klaren Gedanken. Sollen wir jetzt über den Islam, den Islamischen Fundamentalisus, die Pegida schwadronieren?

Nein. In Paris handelte es sich um einen Akt des Terrors, ausgeführt von Leuten, deren Hass den Grundlagen unserer offenen Gesellschaft gilt. Egal, woher diese kommen. Sie hassen die Freiheit und Offenheit, die uns wichtig ist; die wir nicht aus idealistischer Träumerei wertschätzen, sondern weil sie unsere Lebensgrundlage darstellt.

Offene Kommunikation, offene Innovation und entsprechend auch offene Software sind für die meisten von uns im professionellen Umfeld zur Grundlage von Denken und Handeln geworden. Für die allermeisten von uns basieren diese Dinge dabei auf Werten, die weit über den Beruf hinaus für die moralische Orientierung von Bedeutung sind.

Es scheint aber, dass nicht Wenige derzeit einen gewaltigen Schüttelfrost erleiden aus Verunsicherung angesichts einer offenen – und immer offener werdenden – Welt. Globalisierung, Digitalisierung, Transformation der Arbeitswelt, Offenheit für individuelle selbst gewählte Lebensformen – das Unbehagen der Komplexitätsverweigerer wird gerade lauter.

Unser Mitgefühl gilt den Familien der Ermordeten. Der Anschlag hat auch uns als Redaktion ins Mark getroffen. Aber wir sind überzeugt: Auch wenn die Offenheit auf allen Ebenen Risiken beinhalten mag – sie muss entschlossen verteidigt und gestaltet werden.

Geschrieben von
Sebastian Meyen
Sebastian Meyen
Sebastian Meyen ist Chefredakteur des Java Magazins sowie des Eclipse Magazins. Außerdem trägt er die Verantwortung für Programm und Konzept sämtlicher JAX-Konferenzen weltweit. Er begleitet so die Java-Community journalistisch schon fast seit ihren Anfängen. Bevor er zur Software & Support Media GmbH kam, studierte er Philosophie in Frankfurt.
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