Der mobile Zeitgeist – Social Web Day auf der JAX 2012

André Mengel

Christian Meder von der Firma inovex eröffnete am Mittwoch den Social Web Day auf der JAX 2012 in der Mainzer Rheingoldhalle.

In seiner Session „Mobile und Social Web – alles nur Marketing?“ sprach Meder über die Bedeutung des Social Web. Die neue Art der Kommunikation sei ein Zeitgeist der sozialen Bindungen und gehe noch weit über die normale Denke hinaus. Haben sich doch mittlerweile Marketing-Profis und Entwickler das Phänomen Facebook, Twitter und Co. zu Nutze gemacht.

Gegner und Verweigerer des Social Web haben ein schweres Leid zu tragen. Denn diese Architektur, die platt gesagt riesige Datenmengen verwaltet, hat schon überall Einzug gefunden. Wie Meder betonte, möchte jeder etwas vom Kuchen abhaben.
Social Connect ist das Schlagwort, das sich viele Websites zu Eigen machen. Dazu gehören neben den Buttons „Login with Facebook/Google/Twitter“ auch der beliebte „I Like“ Button und Googles „+1“.
Armin Dahncke ging dazu mit seiner Session „Socializing Portals“ tiefer ins Detail und erklärte, wie man seine Web Portale mit dem Social Web integriert. Facebook Life Integration, Open Social, Gadgets und Social Features – wie setze ich das technisch um?

In der Keynote von Mark Little begaben wir uns noch vor dem Mittagessen auf eine Reise in die Vergangenheit. Little zeigte die frühe Entwicklung der PCs und sprach mit Begeisterung, aber auch mit ein wenig Ehrfurcht, vom raschen Aufstieg der Mobilität. Komplexe Technik im Miniformat – wofür man früher noch ein ganzes Haus brauchte, reicht heute die Hosentasche. „50 Prozent der hier Anwesenden haben sicher ein iPhone, die anderen ein Andoid dabei“, schätzte Little die Zuhörer ein.

Mark Little: Is Enterprise Java ready for Mobile and Cloud?

iPhone und Android? Noch bis vor ein paar Jahren zwei Begriffe, die niemand kannte. Doch so ist das nun mal in der mobilen Ära. Aus resistiven Touchscreens wurden kapazitive, aus PDAs und Handys wurden Smartphones. Und mit Smartphones ist der Zugang zum mobilen Web, das wir alle kennen und lieben gelernt haben, zu einem neuen Leben erwacht.

Sven Haiges ist einer von vielen Entwicklern, die das mobile Web – und dazu gehört ja auch unweigerlich das Social Web – zu dem machen, was es heute ist. Er gab einen Überblick der Möglichkeiten und brachte Licht in den Dschungel der Developer und Social APIs.
Auch Jan Nowak und Robert Mederer demonstrierten in ihrer Session den Umgang mit Entwicklertools, beschränkten sich dabei aber auf die Nokia-Plattform.

Bastian Hoffmann schloss den Social Web Day mit OAuth2 ab. Dieser neue Standard ist Facebooks Open Graph API, das eine Autorisierung von Desktop-, Web-, und Mobile-Applikationen erlaubt.

Bastian Hofmann: API Authorization with OAuth2 – How it works and how to use it

Ein gelungener Abschluss des Tages, der nur ein Fazit zulässt:

Die Begriffe Social Media, Social Web oder auch Web 2.0 sind allgegenwärtig. Gegner dieses Phänomens haben schlechte Karten, denn wie einst bei der Globalisierung gibt es kein Zurück. Es ist jedoch keine Einbahnstraße, da wir für alles, was wir geben, auch etwas zurückbekommen – sei es auch nur personalisierte Werbung. Nichtsdestotrotz ist es doch schön, den mobilen Hype am eigenem Leib mitzuerleben. Und mit ihm die Veränderungen des mobilen Web. Aus Flash wird allmählich HTML5, aus SMS werden iMessages und WhatsApps und aus der Google Suche wird die personalisierte Suche, die schon fast weiß, was wir finden wollen, bevor wir es überhaupt eingeben. Glücklich sind wir doch am Ende alle, denn die Natur – oder besser gesagt die Technik – findet bekanntlich immer einen Weg.

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André Mengel
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