Der Eclipse-Manager

Wenn Sie sich entscheiden, an dieser Stelle eine neue Extension Location anzulegen, brauchen Sie nur ein beliebiges Verzeichnis auszuwählen. Die notwendige Verzeichnisstruktur erstellt Eclipse dann automatisch.
Nachdem ein Feature einmal in einer Extension Location installiert worden ist, wird diese Extension Location auch bei jedem Update wieder vorgeschlagen. Dies können Sie natürlich auch immer ändern.

Manuelles Anlegen von Extension Locations

Nicht alle Plug-ns können über eine Update-Site installiert werden. Der normale Weg dabei ist, dass man sich eine Archivdatei lädt und diese dann in das Eclipse-Verzeichnis entpackt. Wenn nun ein solches Plug-in in eine neue Extension Location kopiert werden soll, muss die Verzeichnisstruktur von Hand angelegt werden (vergessen Sie dabei nicht die Marker-Datei!). Danach kann die Plug-in-Archivdatei dorthin entpackt werden. Achten Sie dabei darauf, dass die Features und Plug-ins in den entsprechenden Verzeichnissen landen. Der letzte Schritt ist nun, Eclipse dieses neue Extension Location bekannt zu machen. Dafür bietet Eclipse den Konfigurations-Manager.

Hinzufügen von Extension Locations mit dem Konfigurationsmanager

Eclipse bietet einen leistungsfähigen Konfigurationsmanager (Abb. 4), mit dem einzelne Features gezielt aktiviert und deaktiviert werden können. Dieser Konfigurationsmanager bietet ein ähnliches Feature wie Windows mit seinen Systemwiederherstellungspunkten. Jede Änderung an der Konfiguration wird aufgezeichnet um im Notfall fehlerhafte Konfiguration rückgängig machen zu können.

Abb. 4: Der Eclipse-Konfigurationsmanager

Den Konfigurationsmanager rufen Sie über HELP | SOFTWARE UPDATES | MANAGE CONFIGURATION auf. Mit dem Konfigurationsmanager können Sie die manuell erstellte Extension Location zu Ihrer Konfiguration hinzufügen. Dazu können Sie den „Add an extension location“-Link verwenden. In dem Dateidialog, der dann erscheint, wechseln Sie in das soeben erstellte Verzeichnis. enn Eclipse dieses Verzeichnis als gültiges Extension Location erkennt, wird die Konfiguration geändert und Eclipse muss neu gestartet werden.

Entfernen von Extension Locations mit dem Konfigurationsmanager

Mit dem Konfigurationsmanager können Sie auch eine Extension Location deaktivieren. Das können Sie entweder mit dem Disable-Eintrag im Kontextmenü oder dem Disable-Link im Hauptfenster des Konfigurationsmanagers (Abb. 5). Alle Features, die sich in diesem Extension-Verzeichnis befinden sind dann deaktiviert. Danach müssen Sie ebenfalls Eclipse neu starten. Löschen Sie noch zusätzlich das Verzeichnis, auf das die Extension Location zeigt, von der Festplatte, dann verschwindet auch der Eintrag im Konfigurationsmanager.

Abb. 5: Entfernen eines Extension-Verzeichnis mit dem Konfigurationsmanager
Verwalten von einzelnen Features mit dem Konfigurationsmanager

Mit dem Konfigurationsmanager können auch einzelne Features verwaltet werden. D.h., Features, die nicht initialisiert werden konnten oder fehlerhaft sind, können deaktiviert werden. Darüber hinaus können gezielt nach einem Update für dieses Feature gesucht, die Eigenschaften angesehen oder das Feature direkt deinstalliert werden (Abb. 6). Der Unterschied zwischen Deaktivierung und Deinstallation ist, dass bei der Deinstallation das Feature mit all seinen Dateien von der Festplatte gelöscht wird.

Schlussbetrachtung

Mit dem Konzept der Extension Locations gepaart mit dem Konfigurationsmanager von Eclipse kann man eine sehr flexible Infrastruktur für verschiedene Eclipse-Installationen aufbauen. Es wird dabei vermieden, dass Features und Plug-ins mehrfach installiert werden müssen. Auch das Testen von neuen Features oder neuen Versionen von bereits installierten Features ist jetzt viel risikofreier möglich. Entspricht ein Feature nicht meinen Vorstellungen oder funktioniert es gar nicht, dann deaktiviere ich es oder deinstalliere es direkt wieder. Ich benutze dieses Vorgehen schon seit Eclipse 3.1 und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und möchte diese Möglichkeit des Verwaltens von Features nicht missen.

Thorsten Kamann ist als Softwarearchitekt und Berater bei itemis tätig. Seine Schwerpunkte sind webbasierte Technologien, MDSD, leichtgewichtige und flexible Architekturen und Open Source. Darüber hinaus veröffentlicht er regelmäßig Artikel in Fachmagazinen und hält Vorträge auf Fachkonferenzen zu obigen Themen.

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