Der aufziehende Krieg um die besten Entwickler: Verpasst du die Entwickler, verpasst du den Markt!

Michael Thomas
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Bernard Golden, Vice President of Strategy bei ActiveState Software, wurde von Wired zu einem der 10 einflussreichsten Persönlichkeiten im Bereich Cloud Computing gewählt. Grund genug, seinen Überlegungen Gehör zu schenken. Aktuell betreffen diese die zunehmende Bedeutung von Social-, Mobile-, Analytics- und Cloud-Technologien der nächsten Generation, die ihm zufolge einen regelrechten Krieg um die besten Entwickler entfachen wird.

War for talents?

Golden folgt in seinen Ausführungen in erster Linie einer Prognose des IDC, welche besagt, dass durch die Konsolidierung des Cloud-Marktes und die damit einhergehende Etablierung einiger weniger Big Player in Kürze und unweigerlich ein Wettstreit um einen möglichst großen und möglichst sachkundigen Mitarbeiterpool entbrennen wird.

Die meisten Unternehmen haben Golden zufolge die entscheidende Bedeutung der Entwickler in den kommenden Zeiten jedoch noch nicht begriffen. Was sie jedoch tun sollten, denn die Entwickler gewinnen einen immer stärkeren Einfluss auf Entscheidungen in den grundlegenden Design- und Architekturphasen von Anwendungen. Da Anwendungen den größten Geschäftswert der IT darstellen – und alles andere eigentlich nur dazu dient, diese zu realisieren – stellen Entwickler somit im Grunde die Weichen der gesamten IT.

Die IDC fasst diesen Umstand recht prägant in einem Satz zusammen: Verpasst du die Entwickler, verpasst du den Markt! Sich lediglich auf die Markentreue (oder die Trägheit!) seiner Kundschaft zu verlassen, wird mittelfristig in die Bedeutungslosigkeit oder gar den Ruin führen. Um diesem Schicksal zu entgehen, müssen sich Unternehmen laut Golden einigen zentralen Aufgaben stellen, die er folgendermaßen formuliert:

  • Sich mit den Next-Generation-Technologien befassen, die für die Dritte Plattform relevant sind: Dies sind in erster Linie Open-Source-Projekte wie NoSQL, Docker oder Cloud Foundry. Traditionelle Softwareanbieter, die sich an zum Teil jahrzehntealte Programme klammern, werden über Kurz oder Lang verschwinden.
  • Sich nach neuen Providern umsehen: Die derzeitigen Branchenriesen konzentrieren sich auf die Zweite Plattform – LAN und Internet – und betrachten die Dritte Plattform eher als im Zweifelsfall vernachlässigbaren Bonus. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, muss ihr jedoch eine zentrale Bedeutung zugemessen werden.
  • Zusätzliche Entwickler mit breitem Fähigkeitenspektrum anheuern: Das Portfolio von Firmen wird wachsen, weshalb neue Mitarbeiter angestellt werden müssen, die zahlreiche Skills mitbringen. Bestandsmitarbeiter müssen entsprechend weitergebildet werden.
  • Möglichst schnell auf eine Next-Generation-Infrasturktur umstellen: Infrastructure on Demand gehört inzwischen zum Standard; Unternehmen, die diese nicht bieten können, werden auf lange Sicht vom Markt verschwinden.

Nur Unternehmen, die diese Richtlinien beherzigen, so Golden, werden die sich anbahnenden Veränderungen im IT-Bereich sowie den dräuenden Krieg um die besten Entwickler, der sich bereits in einigen Scharmützeln zeigt, überleben.

Aufmacherbild: war for talents von Shutterstock / Urheberrecht: docstockmedia

 

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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Solche Studien entstehen, wenn man Unverdautes gegenseitig voneinander abschreibt:
Ein Analyst soll etwas schreiben, sieht sich um, liest etwas und baut „Open-Source-Projekten wie NoSQL“ in seine Präsentation ein. In Folge lesen das zehn Entwickler. Drei davon wissen ihren Informationsvorsprung zu nutzen und orientieren sich am offenbar neuen Trend.
(Natürlich werden alle reich.)