Erste Demos, erste Eindrücke

Déjà-vu oder wirklich relevant? JavaFX auf der JavaOne

Diana Kupfer

Bis Ende 2012 soll JavaFX vollständig Open Source zur Verfügung gestellt werden. Dies wurde auf der gestrigen Strategy Keynote der JavaOne angekündigt. Nandini Ramani, Vice President of Development bei Oracle, gab außerdem bekannt, dass JavaFX langfristig Swing ersetzen soll.

JavaFX ist zweifelsohne eines der Kernthemen auf der diesjährigen JavaOne. Bei der Keynote wurde die Technologie u. a. auf einem Raspberry Pi und anderen Embedded Devices vorgeführt – und damit die Brücke zu einem weiteren Thema geschlagen, das sich bereits im Vorfeld der Konferenz als Schwerpunkt herauskristallisiert hatte: Java Embedded. Seit Samstag steht ein JavaFX Preview für Linux auf ARM zur Verfügung. Gegenüber JAXenter und dem Java Magazin (Ausgabe 2.2012) hatte Richard Bair, Chief Architect der Client Java Platform bei Oracle, bereits letztes Jahr angekündigt: „JavaFX wird (.) auch das UI-Toolkit für eingebettete Geräte sein – Drucker, Kühlschränke, Kraftfahrzeuge usw.“ Schließlich, so Bair, solle auch auf JavaFX das Java-Credo „Write once, run anywhere“ zutreffen. Scheint also, als würden sich Java Embedded und JavaFX gegenseitig beflügeln.

Das starke Augenmerk auf JavaFX mag für den einen oder anderen Besucher der gestrigen Keynote wie ein Déjà-vu angemutet haben: Schließlich hatte Oracle nach einigen Fehlversuchen bereits vor einem Jahr – ebenfalls im Rahmen der JavaOne – angekündigt, die Weiterentwicklung der Technologie mit großem Aufwand voranzutreiben und das JavaFX-Toolkit der Open-Source-Community zur Verfügung zu stellen. Die Open-JDK-Community hatte das Projekt dann auch wenig später angenommen.

Doch JavaFX blickt auf eine weitaus längere Geschichte zurück. Erstmals angekündigt wurde die Technologie im Mai 2007 – ebenfalls im Rahmen der JavaOne. Bereits damals wurde diese Technologie als Meilenstein in Richtung Rich Client Platform angepriesen. Am 31.7.2008 launchte Sun das erste JavaFX Preview SDK. In der Zeit bis zur Übernahme durch Oracle und auch in der ersten Zeit danach wurde es dann allerdings sehr still um JavaFX. Man schien sich damit abzufinden, dass clientseitiges Java ein sinkender Stern war – bis Oracle dem Framework neues Leben einhauchte, sich vom einstigen Hemmschuh JavaFX Script verabschiedete und mit erheblich aufgestockter Entwickler-Mannschaft daran arbeitete, JavaFX über Java APIs zugänglich zu machen.

Erste Reaktionen auf die Demo bei der diesjährigen JavaOne lassen vermuten, dass die „revolutionäre Veränderung in der Java-Clientlandschaft“, die Richard Bair JavaFX bereits letztes Jahr attestiert hatte, sich bald bemerkbar machen wird. So twitterte Dan Allen von RedHat:

Die spöttischen Bemerkungen, die die mehrmaligen Wiederbelebungsversuche der Technologie bislang kommentierten („Totgesagte leben länger“ oder „Wie Phönix aus der Asche“) würden dann endgültig der Vergangenheit angehören.

Weitere Eindrücke zu JavaFX bei der JavaOne Strategy Keynote schildert Jim Gough in seinem Blog.

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Diana Kupfer
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