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David gegen Goliath – ist Cloud Computing die neue Steinschleuder?

Sarah Goff-Dupont

Dass Software mittlerweile allgegenwärtig ist, muss kaum noch erwähnt werden. (Oops, ich habe es gerade trotzdem getan.) Nehmen Sie zum Beispiel die Website GetAround. Dies ist ein Marktplatz, an dem Leute, die Fahrzeuge anbieten, und solche, die Fahrzeuge benötigen, kurzfristige Mietverträge untereinander abschließen können. Aber GetAround wird nicht von einer Autovermietung betrieben, sondern von einer (kleinen) Softwarefirma. Diese und unzählige andere kleine Firmen und Start-ups konkurrieren mit den Marktführern – etablierten, ausgereiften Großunternehmen, die nicht nur über Markanteile verfügen, sondern auch über das entsprechenden Kapital und die baren Ressourcen. Lassen Sie uns diese als „Goliath“ bezeichnen.

Was also kann ein junges Start-Up-Unternehmen – nennen wir es „David“ – tun, lediglich ausgerüstet mit einer brillanten Geschäftsidee, ungeschliffenen Talenten und dem Willen, viel Arbeitszeit zu investieren? Wie können diese Leute rasch zum Ziel kommen, mit einem minimalen Budget? Sie können nach der Steinschleuder in ihrer Hosentasche greifen: Cloud-basierte Entwicklung.

Was wir aus den jüngsten Boom-und-Krisen-Zyklen im High-Tech-Bereich lernen konnten, ist, dass die Burn Rate (die Geschwindigkeit, mit der die liquiden Mittel eines Unternehmens aufgebraucht werden) eine große Rolle spielt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass kleine neue Firmen eine schlanke Philosophie verfolgen. Und wir sind nun an einem Punkt angelangt, wo sich diese Philosophie auch auf Softwareentwicklungstools aller Art erstrecken kann. Issue Tracker, Build Server, Code Repositories, sogar IDEs sind jetzt als Online-Dienste verfügbar.

„Die Ausgereiftheit der Open Source-Softwareentwicklungstools sowie die niedrigen Kosten und die hohe Verfügbarkeit von Cloud-basierten Services haben die Spielregeln und die High-Tech-Industrie nachhaltig verändert“, sagte auch Neil Butler, Leiter und Eigentümer von Clearvision, einer führenden Beratungsfirma auf dem Gebiet des Softwareänderungs- und Konfigurationsmanagements in Großbritannien. „Kleine Unternehmen, die immer schon gute Ideen, den richtigen Fokus und Innovationskraft hatten, konkurrieren jetzt mit etablierten Giganten, indem sie in kürzester Zeit hochwertige Softwarelösungen produzieren, die Anwendern in aller Welt sofort zur Verfügung stehen.“

Statt in sehr kostspielige Hardware für das Hosting des Codes investieren zu müssen, können Sie heute für einen wesentlich kleineren monatlichen Betrag auf Online Repository Hosting zurückgreifen – je nach Größe Ihres Entwicklungsteams geht es hier lediglich um Summen im Bereich von 0 bis 200 Dollar pro Monat. Dies hat GitHub zum Liebling der Open-Source-Entwicklergemeinde gemacht, während Unternehmen eher zu Bitbucket von Atlassian tendieren, um kostenlose private Repositories zu erhalten. Gleiches gilt auch für weniger technisch orientierte Teams. Statt dauerhafte Lizenzen für Collaboration-Software wie ein privates Wiki zu erwerben, können Sie Online-Services nutzen, welche die gleichen Funktionen für Content- und Benutzermanagement bieten. Hierdurch lassen sich sofort Einsparungen erzielen, so dass den Unternehmen mehr finanzieller Spielraum für Personal und Produktentwicklung bleibt.

Geschrieben von
Sarah Goff-Dupont
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