JAXenter Survey: Technologie-Trends 2017

Die Top-Datenbanken 2017: Trends für SQL, NoSQL, Big Data, Fast Data

Hartmut Schlosser

(c) Shutterstock / dizain

 

Welche Trends gibt es im Bereich der Datenbanken? In unserer großen JAXenter-Umfrage haben Sie abgestimmt. Wir schauen uns die Ergebnisse im Detail an und vergleichen sie mit denen des Vorjahres. Welche Technologien zur Datenverarbeitung schneiden gut ab, welche nicht?

Datenbanken-Trends 2017

Welche Tools zur Datenspeicherung und Datenverarbeitung liegen aktuell im Trend? Wir schauen uns die Gewichtung an, die die Teilnehmer unserer Jahresumfrage auf JAXenter vorgommen haben. Wie bereits bei den Programmiersprachen, Frameworks, Tools, Cloud-Plattformen und Architektur-Themen konnten die Umfragen-Teilnehmer die Relevanz verschiedener Datenverarbeitungs-Themen auf einer Skala von 1 („Not interesting at all“) bis 5 („Very interesting“) bewerten.

Welche Trends lassen sich erkennen?

W-JAX
Mike Wiesner

Data- und Event-driven Microservices mit Apache Kafka

mit Mike Wiesner (MHP – A Porsche Company)

Software Architecture Summit 2017
Dr. Carola Lilienthal

The Core of Domain-Driven Design

mit Dr. Carola Lilienthal (Workplace Solutions)

Sascha Möllering

Reaktive Architekturen mit Microservices

mit Sascha Möllering (Amazon Web Services Germany)

Datenverarbeitung – ein Top-Thema 2017

Wir beginnen mit einem Blick auf die allgemeine Relevanz von Datenhaltungsthemen. Im Vergleich zu anderen großen Themen der IT schneiden sowohl NoSQL-Datenbanken als auch SQL-Datenbanken sehr gut ab.

Rechnet man die Bewertungen der Umfrage-Teilnehmer für „sehr interessant“ und „interessant“ zusammen, landen NoSQL-Datastores mit 74,8% gleich nach der „Software-Architektur“ auf Platz 2. Aber auch SQL-Datastores erreichen beachtliche 69,4%, was belegt, dass die bewährte SQL-Technologie nach wie vor ein großes Thema in IT-Abteilungen ist:

Welche Datenbanken sind Top?

Blicken wir auf die Wertungen der einzelnen Daten-Technologien, gewinnt ein SQL-Vertreter: PostgreSQL ist für 25,3% „sehr interessant“, für 37,7% noch „interessant“ (63% – Platz 1).

Es folgt die Suchplattform Elasticsearch (59%), die sich deutlich von seinem Ursprungsprojekt Apache Lucene abgesetzt hat: Die Kombination Lucene/Solr erreicht 43,8% – was immer noch viel ist, aber eben doch 15 Prozentpunkte weniger als Elasticsearch.

Eine ähnliche Verschiebung kann man bei den Datenverarbeitungstechnologien Spark und Hadoop beobachten. Das Interesse an Hadoop (34,8%), dem Projekt also, das viele Big-Data-Analysen überhaupt erst ermöglichte, wird vom Trend hin zu neueren Echtzeit-Analyse-Tools wie Apache Spark (53,3%) abgelöst.

Es folgt ein breites Mittelfeld an NoSQL-Datenbanken: MongoDB, Cassandra, Redis, Neo4J. Das In-Memory-Data-Grid Hazelcast liegt vor CouchDB und dem Klassiker Oracle. Der Microsoft SQL Server ist in unserem Umfragen-Setting, das sich größtenteils an Entwickler aus dem Java-Umfeld richtet, ein Außenseiter:

USA versus Germany

Wir haben uns die Bewertungen getrennt nach Ländern angeschaut und teils deutliche Unterschiede zwischen Deutschland und den USA festgestellt. In Deutschland schneiden MongoDB (47,7%) und Neo4J (39%) deutlich besser ab als in Übersee (MongoDB – USA: 33,3%, Neo4J – USA: 32,2%). Das Interesse an Apache Spark liegt in den USA mit 53,3% hingegen weit vor der Relevanz in Deutschland (36,1%). Auch Cassandra und Redis landen in den USA weiter vorne im Ranking:

Vergleich 2016 – 2017

Der Vergleich mit den Umfragen-Ergebnissen aus dem Vorjahr sendet keine eindeutigen Signale. Hervorzuheben ist hier vielleicht das bessere Abschneiden von Redis in der aktuellen Umfrage (2016: 34%, 2017: 43,2%), während MongoDB 2017 an Boden verloren hat (2016: 60%, 2017: 49,8%). Ob sich hieraus indes allgemeine Trends ablesen lassen, wird womöglich erst die Umfrage 2018 im nächsten Jahr zeigen.

Fazit: Datenbanken im Zentrum der IT

Eines lässt sich als Fazit indes klar festhalten: Die Themen Daten-Speicherung und Daten-Verarbeitung sind wieder interessant geworden. Vorbei sind die Zeiten, in denen die (SQL)-)Datenbank als selbstverständlich gegebene Größe hingenommen wurde, die lediglich funktionieren sollte, über die man eigentlich aber nichts wissen wollte. Heute stehen die ausgereiften Möglichkeiten der Datenverarbeitung und -Analyse sowie die Vielfalt der dafür verfügbaren Technologien (wieder) im Zentrum der IT.

Ein weiteres Zeichen für diesen Trend haben die Umfragen-Teilnehmer in dem Freitext-Feld hinterlassen, in dem sie sonstige Daten-Technologien, die ihr aktuelles Interesse wecken, angeben konnten. Die Liste der Nennungen war eine der längsten in der Umfrage:

  • Datomic
  • MariaDB
  • OrientDB
  • MySQL
  • Apache Flink
  • ArangoDB
  • datomic
  • eXist DB
  • DB2
  • Apache Ignite
  • RavenDB
  • Ceph
  • Onyx
  • HBase
  • GemFire
  • Apache Geode
  • graphql
  • Couchbase
  • Apache Kafka

 

Mit den Technologien zur Datenverarbeitung schließen wir unsere erste Sichtung der Umfrageergebnisse ab. Zum Abschluss der Serie wollen wir uns die gesamten Daten nochmals im Zusammenhang anschauen und die wichtigsten Trends herausarbeiten.

Umfragen-Setting

Die JAXenter-Umfrage war einen Monat lang Online auf JAXenter.de und JAXenter.com verfügbar und gliederte sich in 10 Teilbereiche:

  • Programmiersprachen
  • UI Technologien
  • Web Frameworks
  • Microservices / Dev Frameworks
  • Cloud Platforms / Technologies
  • Continuous Delivery & Automatization
  • DevOps, Container & Service Discovery
  • Data Storage & Processing
  • Software Architecture
  • More & mixed things

Die Teilnehmer waren aufgerufen, die Relevanz verschiedener Technologien auf einer Skala von 1 (sehr interessant) bis 5 (gar nicht interessant) zu bewerten. 2017 haben sich 926 Personen an der Umfrage 2017 beteiligt. Die Vergleichsdaten aus der Umfrage 2016 beziehen sich auf 907 Teilnehmer.

Mehr Informationen zur demografischen Verteilung der Umfrage-Teilnehmer finden Sie in Teil 1 dieser Auswertung:

Technologie-Trends 2017: Das sind die Top-Programmiersprachen


asa

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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