Interview mit Alex Rosemblat, Vice President bei Datadog

„Unternehmen wollen Flexibilität, die sich erst durch Cloud-Infrastrukturen bietet“

Dominik Mohilo

Alex Rosemblat

Moderne IT-Infrastrukturen sind oft nicht nur auf eine Cloud beschränkt, viele Unternehmen setzen heute – je nach Bedarf – auf Multi- oder Hybrid-Cloud-Architekturen. Um diese verteilten Systeme richtig im Blick zu haben, muss ein möglichst mächtiges Monitoring Tool her. Datadog soll dabei helfen, eben diesen Überblick zu wahren. Wir sprachen mit Alex Rosemblat, Vice President bei Datadog, über die Herausforderungen der digitalen Transformation und die Gründe, welche Gründe dafür sprechen, nicht nur eine einzelne Cloud zu nutzen.

JAXenter: Hallo Alex und danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Datadog ist ein Monitoring Service für Hybrid-Cloud-Anwendungen. Kannst du uns vielleicht die Infrastruktur von Datadog ein wenig näherbringen?

Alex Rosemblat: Datadog selbst baut auf den gleichen, modernen Cloud Tools auf, die man damit auch monitoren kann. Es kommen zum Beispiel Tools wie Kubernetes für die Orchestrierung, Programmiersprachen wie Go oder Open-Source-Produkte wie Apache Kafka zum Einsatz. Da wir bei Datadog diese Technologien auch für unsere eigenen Zwecke gebrauchen, kennen wir uns mit ihnen entsprechend gut aus.

JAXenter: Ist Datadog erweiterbar?

Alex Rosemblat: Datadog lässt sich mühelos skalieren. Im selben Umfang, wie die Ökosysteme der Nutzer wachsen, wächst Datadog mit. Für viele Nutzer ist von entscheidender Bedeutung, dass wir nach oben hin keine Grenzen kennen, wie viel zusätzliche Daten über Datadog im Blick behalten werden können. Cloud-basierte Anwendungen können sich explosionsartig ausdehnen – kein Problem – man muss dennoch keine Abstriche beim Monitoring machen.

Neben dienstleisterspezifischen Integrationen und vorkonfigurierten Dashboards für über 200 gängige Cloud-Plattformen, Datenbanken, Services und IT-Tools bietet Datadog auch ein leistungsstarkes API und einen Open-Source-Data-Collection-Agenten. Darüber hinaus können auch individuelle Kennzahlen in das System eingebunden werden. Egal, ob Alerts oder Dashboard, die Nutzer können sich alles genau so einrichten, wie sie es für den eigenen Anwendungsfall benötigen.

Alerts in Datadog

JAXenter: Was ist das Alleinstellungsmerkmal von Datadog? Wie unterscheidet sich das Tool von anderen vergleichbaren Monitoring-Lösungen?

Alex Rosemblat: Datadog vereint IT-Infrastruktur-Kennzahlen und -Performance-Daten mit Application Traces und Log-Daten, nativ in einer gehosteten Plattform. Einblicke in die Performance und die wichtigsten Kennzahlen des eigenen Ökosystems finden Nutzer daher nicht in drei unterschiedlichen Lösungen, sondern zentral und miteinander verbunden in nur einer! Diese Gesamtsicht auf die Dinge minimiert tote Winkel, liefert Erkenntnisse zu möglichen Issues, noch bevor diese auftreten, und hilft, Probleme mit der nötigen Übersicht schnell zu beheben. Datadog ist die einzige Lösung, die Monitoring für Infrastruktur, Applikationen und Logs in dieser Art und Weise zusammenführt.

JAXenter: Wie hilft Datadog Unternehmen dabei, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu meistern? Wie hilft es ihnen dabei, DevOps und das konzept der agilen Softwareentwicklung umzusetzen?

Alex Rosemblat: Mit Datadog haben Nutzer einen ganzheitlichen Blick auf ihre Infrastruktur. Dieser ist essenziell für jegliche Digitalisierungsbemühung. Wenn Prozesse oder Technologien modernisiert werden sollen, muss man die Umgebung, in der dies geschehen soll, im Detail kennen und auch verstehen, wie Teams zusammenarbeiten. Für Teams, die auf DevOps und agile Softwareentwicklung setzen, eröffnet diese Übersicht neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Und weil neue Tools oder Anbieter problemlos eingebunden werden können, senkt es auch die Hürden, Neues auszutesten.

JAXenter: Warum setzen immer mehr Unternehmen auf Multi-Cloud- oder Hybrid-Cloud-Architekturen? Warum nutzt man nicht eine Cloud für alles?

Alex Rosemblat: Es gibt ein paar Gründe dafür, warum Unternehmen auf Multi-Cloud- oder hybride Cloud-Architekturen setzen. Manche wollen vermeiden, zu sehr von einem Anbieter abhängig zu sein. Compliance und Datenschutz führt bei anderen dazu, Redundanzen aufbauen zu müssen. Wieder andere befinden sich in einer Migrationsphase und behalten während dieser bestimmte Services noch auf eigenen Servern. Dann gibt es natürlich auch solche Unternehmen, die frei nach „Best-of-Breed“ für ihren jeweiligen Anwendungsfall den jeweils besten Anbieter auswählen. In jedem dieser Beispiele geht es jedoch um Flexibilität; eine neue Flexibilität, die sich uns erst durch Cloud-Infrastrukturen bietet.

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JAXenter: Da wir gerade von DevOps und Agile sprachen: Was sind deiner Meinung nach die größten Hindernisse für Entwicklerteams in Unternehmen, die DevOps-Kultur vollständig umzusetzen?

Alex Rosemblat: Die größten Probleme sind sicher immer noch die prozessualen Veränderungen und die Kommunikation zwischen Dev- und Ops-Teams, die vorher nicht so eng zusammengearbeitet haben. Neue Tools und neue Technologien machen diesen Prozess nicht zwingend einfacher, da die jeweiligen Teams bislang noch nicht mit ihnen gearbeitet haben und sie vielleicht sogar zusätzliche Prozessanpassungen erfordern. Indem wir Einblicke in diese neuen Technologien liefern und DevOps- sowie agile Prozesse in unseren Funktionen und Dashboards berücksichtigen, trägt Datadog seinen Teil dazu bei, die Kommunikation zu vereinfachen und die Zusammenarbeit bei Problemen zu fördern.

JAXenter: Zu guter Letzt noch etwas für das Herz: Hat der süße Hund, den ihr als Maskottchen gewählt habt, einen Namen?

Alex Rosemblat: Ja, unser Maskottchen im Logo heißt Bits.

Alex Rosemblat ist Vice President bei Datadog. Bevor er zu Datadog wechselte, war er als Produktmanager für Dells Cloud- und Virtualization-Produktfamilie tätig und vermarktete Virtualisierungsmanagement- und Cloud-Monitoring-Softwareprodukte. Alex sammelte mehrere Jahre Berufserfahrung in den Bereichen Unternehmenssoftware, Produktmanagement, IT-Beratung und Pre-Sales-Engineering. Zudem hat er einen Bachelor of Science Abschluss in Handelswissenschaften mit dem Schwerpunkt IT an der University of Virginia und einen Master of Business Administration an der MIT Sloan School of Management erworben.
Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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