Java SE 6 Update 10: Das größte Update der Java-Plattform überhaupt

Das Update, das auch Release sein könnte

Markus Stäuble

Das Update 10 von Java SE 6 adressiert ein leidiges Problem, nämlich Java auf dem Desktop bzw. im Browser. Der Ansatz der Applets, als Java aus der Wiege gehoben wurde, war sehr vielversprechend. Leider hat sich das System nicht so richtig bewährt, und im Bereich von RIA steht Java noch weit hinter der Konkurrenz wie Adobe Flex und Microsoft Silverlight . Mit JavaFX wurde die Antwort darauf gegeben. Hierfür braucht es aber auch eine schlanke Laufzeitumgebung. An diesem Punkt setzt das Update an, und ist darum auch einen genaueren Blick wert.

Die JavaFX-Technologie ist sicherlich einer der Gründe für das große Update 10 (interne Version: 1.6.0_10-b33, externe Version: 6u10) von Java SE 6. Dies führt u.a. auch zu einem mehr als überfälligen „Neubeginn“ bei der Integration von Applets in Webseiten. Trotz der Tatsache, dass kein öffentliches API (siehe Kastentext) verändert wurde, sind die Änderungen dieses Updates enorm. Neben Bugfixes sind folgende große Änderungen im Update-Paket dabei:

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  • Java-Kernel-Technologie
  • Next-Generation Java Plug-In
  • Java Deployment Toolkit
  • Nimbus Look-and-Feel

Eine komplette Liste der Änderungen in diesem Update kann den Release Notes entnommen werden.

JRE in Scheiben: Java Kernel

Ein Grundproblem haben die meisten RIA-Technologien, wie z.B. Silverlight, Flash oder auch JavaFX, gemeinsam, nämlich dass diese eine Laufzeitumgebung (zusätzlich zum Browser) benötigen. Bei JavaFX ist es eben eine JRE. Und genau diese Laufzeitumgebung muss auf dem Rechner des Anwenders installiert sein. An dieser Stelle ist die JRE bisher an Probleme wie Versionskonflikte und Größe der Distribution gestoßen. Denn knapp 16 MB (Version 6u10) des Offline Installers sind nicht zu verachten, besonders, da viele Anwendungen nicht eine komplette JRE benötigen. Genau hier setzt der Java Kernel mit einer ungefähren Größe (Funktionssatz: Swing und Applets) von 4-5 MB (Größenvergleich online verfügbar ) an. Der Java-Kernel (mehr Informationen zur Java Kernel Installation sind Online verfügbar) enthält die wichtigsten Dinge. Beim Bedarf nach weiteren APIs aus dem kompletten Satz werden diese Online nachgeladen. Die Idee ist wirklich, den kleinsten möglichen Kernel zur Verfügung zu stellen. Der Unterschied zwischen JRE und Java-Kernel verschwinden durch den Download der zusätzlichen Pakete (in den FAQ bundles genannt). Der Anwender merkt nicht, ob bereits eine volle JRE oder nur der Java Kernel installiert ist. Falls Sie doch herausfinden möchten, welche Variante installiert ist, können Sie das über die Eingabe von java -version auf der Kommandozeile herausfinden. Im Falle des Java-Kernel wird Kernel VM ausgegeben, ansonsten Client VM oder Server VM.

Der Rettungsansatz für Applets: Next-Generation Java Plug-In

Eines der Probleme der Java Applets ist die installierte JRE auf dem Rechner des Anwenders, denn darauf hat man als Entwickler keinen Einfluss, dies gilt vor allem für die installierte Version. Genau diese Thematik wurde mit dem Next-Generation Java Plug-In angegangen, denn damit laufen die Applets außerhalb des Browsers in separaten Prozessen. Das wirkt sich natürlich nicht auf die Darstellung der Applets aus, d.h. diese können immer noch integriert in einer Webseite dargestellt werden. Aber es ist nun möglich, unterschiedliche Versionen der JRE für Applets zu verwenden, inklusive unterschiedlicher Konfiguration. Dadurch kommen Applets in den Genuss der gleichen Möglichkeiten wie die Java-Web-Start-Technologie . Dies hat dazu geführt, dass von diesem Plug-in auch der gleiche Startmechanismus, nämlich JNLP , unterstützt wird. Mit etwas zusätzlicher Arbeit kann man die gleiche Anwendung sogar als Applet und als Java-Web-Start-Anwendung installieren, das erinnert doch sehr stark an Adobe Air . Dieses Plug-in wird derzeit in der Browsern Firefox 3 und im Internet Explorer der Versionen 6 und 7 unterstützt.

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Markus Stäuble
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