Das schnellste Werkzeug in Eclipse ist die Tastatur - JAXenter

Das schnellste Werkzeug in Eclipse ist die Tastatur

Da sich viele Plug-ins nahtlos in die Oberfläche integrieren, ist mir nicht immer bewusst, welches genau für die Funktion verantwortlich ist, die ich gerade nutze. Für meine Arbeit an Projekten für die Firma benutze ich immer denselben Workspace. Da dieser mittlerweile an die 100 Projekte enthält, organisiere ich sie in Working Sets, um den Überblick über die Projektzugehörigkeit zu behalten. Da jedes zusätzliche Projekt das JDT verlangsamt, schließe ich jeweils diejenigen, die ich länger nicht benötige.

Für Kundenprojekte und private Projekte lege ich eigene Workspaces an. Ein andauerndes Ärgernis sind die Standardeinstellungen für Formatierung, Templates und andere Voreinstellungen. Die Unterstützung von Eclipse, Workspace-Einstellungen von einem Workspace in einen anderen zu übernehmen, ist mehr als rudimentär. Im- und Export von Voreinstellungen sind bislang dem Plug-in selbst überlassen. So kann ich Editor Templates, Code Templates und die Einstellungen des Formatierers einzeln exportieren und importieren. Compiler-Einstellungen und Einstellungen zur Java Virtual Machine (JVM) hingegen müssen in jedem Workspace von Hand eingestellt werden.

Das führt dazu, dass ich Compiler-Einstellungen auf Projektebene vornehme. Diese stehen dann mit dem Projekt unter Versionskontrolle und sind damit vom Workspace unabhängig. Abhängigkeiten zu Bibliotheken werden über Variablen gelöst, die dann aber wieder in jedem Workspace aufs Neue von Hand gesetzt werden müssen. Auf jedem Rechner liegen alle meine Workspaces unterhalb desselben Verzeichnisses (workspaces/) im Heimatverzeichnis für meinen Benutzer. Für Eclipse-basierte Projekte schließt dies auch die Runtime-Workspaces mit ein. In diesem Verzeichnis liegen gleichzeitig noch die exportierten Einstellungen der Editor Templates, Code Templates und des Formatierers. Diese kann ich dann bei Bedarf relativ einfach in den neuen Workspace einbinden.

Fazit

Den mit Abstand größten Produktivitätsgewinn erreicht man in Eclipse, wenn man die Funktionen kennt, die Eclipse von Haus aus mitbringt. Gelegentlich muss man Kompromisse eingehen, die man wiederum aber teilweise durch Installation von Plug-ins aus dritter Hand umgehen kann. Dabei nehmen Distributionen dem Anwender eine Menge Arbeit ab.

Wichtige Tastenkürzel zur Quellcode-Navigation

  • F3: Sprung zur Deklaration
  • STRG-ALT-H: Baum mit Referenzen auf die aktuelle Methode; rekursive Anzeige
  • STRG-ALT-G: Referenzen auf aktuelles Java-Element
  • STRG-T: Typhierarchie
  • F4: Typhierarchie innerhalb der View
  • STRG-SHIFT-T: Suche nach Typ
  • STRG-J: inkrementelle Suche

Wichtige Tastenkürzel zum Editieren von Quellcode

  • ALT-Pfeil hoch: verschieben nach oben
  • ALT-Pfeil unten: verschieben nach unten
  • ALT-Shift-Pfeil hoch: kopieren nach oben
  • ALT-Shift-Pfeil unten: kopieren nach unten
  • STRG-I: Einrückung korrigieren
  • STRG-leer: Autovervollständigung
  • STRG-ALT-T: Kontextmenü für Quellcodeveränderung
  • STRG-ALT-L: Variable extrahieren
  • STRG-ALT-M: Methode extrahieren
  • STRG-ALT-C: Methodensignatur verändern
  • STRG-1: cursorabhängiger Quickfix

Dipl.-Inform. Matthias Kempka arbeitet zusammen mit
Kent Beck an Werkzeugen, die Eclipse-Plug-ins auf ihre Design-Qualität überprüfen.
Auf deren Grundlage führt er Quality Assessments bei Firmen durch, um bei der
Verbesserung bestehender Plattformen zu helfen.

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