Wochenrückblick KW 12

Das neue Scala Center, Microservices im Realitäts-Check und N4JS – unsere Top-Themen der Woche

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/Bohbeh

Wie groß sollte eigentlich ein Microservice sein? Wann lohnt sich die Umstellung auf Microservices und wann eher nicht? Diese und viele weitere Fragen haben wir in unserem großen Microservices-Experten-Check beantwortet. Außerdem in unserem Wochenrückblick: Das Scala Center wurde eröffnet, JetBrains hat IntelliJ IDEA 2016.1 vorgestellt und die Programiersprache N4JS hat die Herzen vieler JavaScript-Entwickler höher schlagen lassen.

Das neue Scala Center

Rund eine halbe Million Entwickler und zahlreiche populäre Projekte wie Spark, Kafka oder Akka
stellen mitunter harte Anforderungen an die funktionale und objektorientierte Programmiersprache Scala. Anforderungen, bei deren Lösung das neue Scala Center tatkräftig mitarbeiten möchte. Wie Martin Odersky und Heather Miller in der offiziellen Ankündigung schreiben, bildet die Initiative eine von der Scala-Forschungsgruppe LAMP unabhängige Organisation unter dem Dach der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL). Weitere Informationen finden Sie in der offiziellen Ankündigung.

JetBrains ändert Versionierungsmodell und veröffentlicht IntelliJ IDEA 2016.1

Die vergangenen Woche hielt gleich zwei Neuigkeiten aus dem Hause JetBrains bereit.

Nummer eins: Bei JetBrains wird neu durchgezählt. Alle zukünftigen Releases folgen einem Single-Versioning-Schema, nach dem Muster YYYY.R. Dabei steht YYYY für das Jahr, in dem die Version erschienen ist und R signalisiert, um das wievielte Release in dem Jahr es sich handelt. Demnach werden Produkte, die derzeit im Early-Access-Programm verfügbar sind, als Version 2016.1 veröffentlicht werden.

Nummer zwei: Getreu dem neuen Versionierungsmodell ist IntelliJ IDEA 2016.1 erschienen. Neben einer erweiterten Code-Vervollständigung für Java 8 und andere Sprachen wie Kotlin, Scala und JavaScript sind es vor allem die vielen Detailverbesserungen, die dieses Release auszeichnen.

Programmiersprache N4JS

Das vor allem auf Kleinunternehmen ausgerichtete Berliner PaaS-Startup NumberFour hat die Veröffentlichung der quelloffenen, JavaScript-basierten Sprache N4JS bekannt gegeben. N4JS besteht aus einer typisierten JavaScript-Obermenge und soll sowohl dynamisch, als auch flexibel und typsicher sein. Zielgruppe der Sprache sind einerseits JavaScript-Entwickler, die gut wartbares, serverseitiges JavaScript schreiben wollen, andererseits Java-Entwickler, die JavaScript nutzen wollen, ohne dabei auf liebgewonnene Tools oder Vorteile wie eine frühzeitige Validierung verzichten zu müssen. Weitere Infos zu N4JS finden Sie auf der GitHub Page des Projekts.

Gradle 2.12

Gute Neuigkeiten für Gradle-User: Die neueste Nebenversion des Buildsystems Gradle ist da! Gradle 2.12 verbessert unter anderem die Performance der Buildskript-Kompilierung und baut den IDE-Support aus. Auch die Deklarierung von Compile-only-Dependencies ist mit diesem Release möglich.

Microservices im Realitäts-Check

In der vergangenen Woche haben wir uns mit einem der großen Hype-Themen auseinandergesetzt: Microservices. In unserer großen Interview-Serie haben 8 Experten Fragen rund um das Architekturthema beantwortet. Ein paar O-Töne:

Teil 1: Microservices im Experten-Check: Warum eigentlich Microservices?

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Oliver Wehrens

Oliver Wehrens: Für uns ist die Unabhängigkeit der Teams der größte Vorteil von Microservices. Es gibt klare Zuständigkeiten und der Abstimmungsaufwand ist deutlich geringer. Technologisch sind wir damit auch deutlich flexibler. Die kleinere – und hoffentlich verständlichere – Codebasis ist ein weiterer Pluspunkt.

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Eberhard Wolff

Eberhard Wolff: Wenn Microservices die Unabhängigkeit der Teams verbessern sollen, geht das nicht ohne Organisationsänderung. Microservices haben jedoch auch andere Vorteile – beispielsweise vereinfachen sie das Deployment oder die Services können einzeln skaliert werden. Für diese Einsatzkontexte muss die Organisation nicht zwingend geändert werden.

Teil 2: Microservices im Experten-Check: Wann man Microservices nutzen sollte und wann eher nicht

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Alexander Schwartz

Alexander Schwartz: Wenn nur seltene Releases der Software gewünscht sind, lohnt sich der Aufwand der Teilung in viele kleine Services in der Regel nicht. Wenn die Software nach der Entwicklung von einem möglichst kleinen Wartungsteam betreut werden soll, ist die Vielfalt von verschiedenen Technologien und Programmier-Paradigmen einer Microservice-Landschaft wahrscheinlich zu teuer.

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Stefan Tilkov

Stefan Tilkov: Microservices bieten gerade in großen Projekten eine Möglichkeit, Dinge, die wir uns immer wünschen, praktisch aber nur selten erreichen, durch explizite technische Grenzen zu erzwingen. Gleichzeitig sind sie erfrischend unabhängig von Produkten oder Anbietern und passen gut zu meiner Geschmack, der leichtgewichtige gegenüber schwergewichtigen Ansätzen vorzieht.

Teil 3: Microservices im Experten-Check: Wie groß sollte ein Microservice sein?

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Uwe Friedrichsen

Uwe Friedrichsen: Er sollte von einem Menschen verstanden werden können. Die Codezeilen-Diskussion, die immer wieder aufkommt, finde ich persönlich wenig zielführend.

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Stefan Toth

Stefan Toth: Ein Microservice sollte so groß sein, dass es in einen Entwicklerkopf passt. Eine genauere Aussage dazu ist schwierig und wird oft zu religiös beantwortet.

Ein Blick in die Glaskugel

In dieser Woche widmen wir uns auf JAXenter Aufgaben, Problemem und Fragen rund um das Thema Performance. Den Start machen performante Webanwendungen mit AngularJS. Zur Einstimmung auf den Performance Track auf der JAX 2016 im April, erklärt Ihnen Klaus Kreft, selbst Speaker auf der JAX, worauf man bei der Verwendung von Stream-Operationen bezüglich der Performance achten muss:

Weitere Must-Reads der Woche:

Aufmacherbild: Newspapers folded and stacked von Shutterstock / Urheberrecht: Bohbeh

Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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