Das modulare JDK nimmt Formen an: Zwei neue JEPs im OpenJDK

Claudia Fröhling
©shutterstock.com/Zurijeta

Die Java-Welt ist sich zum Großteil einig: das JDK braucht ein skalierbares und standardisiertes Modulsystem. Zum Release von Java 8 hat es mit Project Jigsaw leider nicht geklappt, aber für Java 9 (soll 2016 erscheinen) ist uns das modulare JDK fest versprochen. Die Arbeit nimmt jetzt immer deutlichere Formen an.

The Modular JDK

Denn unter dem Dach des OpenJDK finden sich seit kurzem die ersten JEPs (JDK Enhancement Proposals) für die JDK-Modularisierung: JEP 200 „The Modular JDK“ und JEP 201 „Modular Source Code“. Alles verläuft also nach Plan, denn diese JEPs hatte Mark Reinhold bereits Anfang Juli angekündigt.

Vier Ziele für Project Jigsaw

Im Juli hatte Reinhold vier Ziele für die Java-Modularisierung definiert:

  • Skalierbarkeit der Java SE Plattform bis hinunter zu den kleinen Geräten
  • Verbesserung der Sicherheit und Wartbarkeit der Implementierungen der Java SE Plattform, speziell des JDK.
  • Verbesserung der Application Performance
  • Vereinfachung beim Bau und bei der Verwaltung von Bibliotheken und Anwendungen für Entwickler, sei es Java SE oder Java EE.

Jigsaw solle „enorme“ Veränderungen für das JDK bringen. Daher sei es entscheidend, Jigsaw nicht erst am Ende in das JDK einzubauen, wenn es komplett fertiggestellt ist. Stattdessen müsse dieser Vorgang in mehreren Schritten vonstatten gehen, mit einem JEP pro Schritt. Und genau dafür sind jetzt JEP 200 und JEP 201 da.

JEP 200

JEP 200 „The Modular JDK“ soll eine modulare Struktur für das JDK definieren, es also in Module aufteilen, die zur Compile-, Build-, Install- und Run-Time kombiniert werden können. Dabei soll darauf geachtet werden, zwischen den Standard-Modulen als Teil des JCP und Modulen spezifisch für das JDK zu unterscheiden.

JEP 201

Der zweite JEP soll den Sourcecode des JDK in Modulen neu organisieren, das Build-System so erweitern, dass Module kompiliert werden können, und Abrenzungen zwischen Modulen während der Build Time erzwingen. Der JEP soll also ein neues „Sourcecode Layout“ für das JDK definieren. Mehr Informationen zu beiden JEPs finden sich auf der jeweiligen OpenJDK-Unterseite.

Stiefkind Jigsaw

Jigsaw hat bekanntlich eine lange Geschichte hinter sich. Nach etlichen Vorarbeiten 2008 vorgeschlagen, sollte das Standard-Modulsystem eine der Hauptneuerungen von Java 7 sein. 2010 wurde Jigsaw dann auf Java 8 verschoben, 2012 traf schließlich die Hiobsbotschaft ein, dass mit Jigsaw nicht vor Java 9 zu rechnen sei. Als Grund für die Verschiebungen wurden jedes Mal auch technische Probleme angegeben. Diesmal wird Jigsaw als das absolute Highlight der nächsten Java-Version gehandelt – eine weitere Verschiebung dürfte also ausgeschlossen sein. Noch hat das Oracle-Team ausreichend Zeit, mit Java 9 ist nicht vor 2016 zu rechnen.

Wer sich genauer mit dem Thema Modularisierung und Jigsaw beschäftigen möchte, sollte einen Blick auf das Video von Paul Sandoz (Oracle) werfen. Auf der JAX 2013 stellte er Jigsaw grundlegend vor und demonstrierte, wie Jigsaw genutzt werden kann, um eigene modulare Bibliotheken und Anwendungen zu erstellen.

Aufmacherbild: Connecting the jigsaw puzzle von Shutterstock / Urheberrecht: Zurijeta

Geschrieben von
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
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