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Produktionsähnliches Feedback

Das „Making Making Manifesto“: Für eine neue Feedback-Kultur

Natali Vlatko

© Shutterstock /Jan Faukner

Kent Beck möchte Programmierern dabei helfen, frühzeitiger auf produktionsähnliches Feedback hinzuarbeiten. Das „Making Making Manifesto“ beschäftigt sich mit dem Prozess des Erschaffens und Programmierens und fasst als ultimatives Ziel ein schnelleres und präziseres Feedback ins Auge.

Kent Beck, Vater des Extreme Programming und eine der 17 Erstunterzeichner des Manifests für agile Software-Entwicklung hat mit dem „Making Making Manifesto“ eine neue öffentliche Erklärung abgegeben. Der Veteran des Programmierergewerbes will Entwickler dazu ermuntern, sich vor dem Beginn des Programmierens stets selbst zu fragen: „How could I get really rapid feedback while I program?“

Beck erkennt an, dass Entwickler und Programmierer jedweder Art nicht nur für die Erschaffung mannigfaltiger Dinge, sondern auch das „making making“ zuständig sind. Die hierfür notwendigen Fähigkeiten werden ihnen dabei nicht per se beigebracht, weshalb für Beck gewissermaßen ein Loch im Prozess des Machens klafft – ein Umstand, der in seinem Manifest thematisiert wird.

There is no one right way to make something, which means someone has to decide how to make it. Making making is the decision(s) about how to make something

Zu den Entscheidungen, die Beck dem „making making“ zuordnet, gehört auch diejenige darüber, wann und in welcher Form Entwickler Feedback wünschen, sowie darüber, in welcher Reihenfolge Programme geschrieben werden. Obwohl die Methodologie gewissen Beschränkungen unterworfen ist, weist Beck darauf hin, dass sie regelrecht abhängig machen kann:

[…] at which point the tools, frameworks, and automation created lose touch with the reality of making and become impediments to progress

Diese Denkungsart erinnert an die Kommentare, die die Autoren des Manifests für agile Software-Entwicklung Dave Thomas und Andrew Hunt zum ihrer Ansicht nach zweifelhaft gewordenen Ruhm von Agile äußerten.

Die Voraussetzung für „making making“ ist das Feedback. Beck nennt eine einfache Technik, mit der andere dem Prozess Zeit widmen können:

invest in making making when it results in more frequent or more comprehensive feedback for your making decisions

Making Making Manifesto

Making Making Manifesto

Anhand dieser beispielhaften, bildlichen Darstellung des Feedbacks, das Entwickler erhalten, zeigt er, dass einige Arten des Feedbacks sehr schnell erfolgen, während andere, wie etwa Kundenberichte, eine weiter gefasste Rückmeldung liefern.

We make making when we become aware of where we already are on this chart, when we add or remove sources of feedback, when we make better use of the feedback we receive, and when we move a feedback source up and/or to the right

Der Trend hin zu häufigerem und umfassenderem Feedback ist für Beck, der hierbei als einzigen limitierenden Faktor die menschliche Reaktionszeit identifiziert, offensichtlich. In einem Video präsentiert er ein Beispiel für „making making“ via CoffeeScript:

Aufmacherbild: Working desk for craft jewelery making with professional tools. Grunge wooden table von Shutterstock / Urheberrecht: Jan Faukner

Geschrieben von
Natali Vlatko
Natali Vlatko
An Australian who now calls Berlin home, via a two year love affair with Singapore. Natali was an Editorial Assistant for JAXenter.com (S&S Media Group).
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