Das ist die Scala Roadmap: Scala 2.12, Aida, Don Giovanni

Hartmut Schlosser

Scala soll einfacher, robuster und performanter werden. Das ist die Quintessenz des Scala-Richtungspapiers, das auf dem Scala-Blog veröffentlicht wurde. Wohin steuert Scala?

Scala 2.12

Scala 2.12 ist der nächste Boxenstopp für die Programmiersprache. Im Zentrum der Arbeiten an der nächsten Scala-Version steht die Kompatibilität zu Java 8. Sowohl Java 8 Lambda-Ausdrücke als auch Streams sollen derart unterstützt werden, dass Aufrufe über die Scala-Java-Sprachgrenze hinweg möglich werden. Geplant ist, Scala 2.12 bis Januar 2016 fertig zu stellen.

Scala Aida

Auch die Post-2.12-Zeit wird schon anvisiert – da die Versionierung indes noch unklar ist, behilft sich das Scala-Team standesgemäß mit Opernnamen. Nach Scala 2.12 soll „Scala Aida“ folgen, bei dem es um eine Vereinfachung der Collections Library gehen soll. Neue Module wie Lazy Collections, Parallele Collections und eine Abstraktion für Validierungen sollen außerdem hinzukommen.

Im Rahmen des Scala.meta-Projektes werden Reflections und die Programmierung mit Makros neu aufgelegt. Zudem zielt man auf eine bessere Compiler Performance ab, wobei die Änderungen dort aber nur intern von Belang sein sollen.

Apropos Rückwärtskompatibilität: Ziel ist es zwar schon, die neuen Versionen kompatibel zu den alten zu halten. Code-Änderungen könnten aber dennoch an der einen oder anderen Stelle notwendig werden. Diese sollen dann weitgehend von einem automatisierten Migrationstool erledigt werden können, wird auf dem Blog versichert.

Scala Don Giovanni

Und auf Verdi folgt Mozart. In Scala „Don Giovanni“ werden die Verbesserungen in Sachen Usability, Einfachheit, und Stabilität zentral. Die Syntax soll das Scala-Prinzip deutlicher widerspiegeln, wenige, miteinander kombinierbare Sprachkonstrukte bereit zu stellen.

Auch einige der Features, die des Öfternen für Verwirrung sorgen, gilt es zu entfernen. Beispielsweise ist das Verhalten beim auto-tupling nicht immer intuitiv.

Möglichkeiten zur Vereinfachung sollen dann auch beim Typen-System gefunden werden. Zudem steht die Verbesserung des Tooling auf der Agenda sowie die Performance-Optimierung von generiertem Code. Für letzteres wird die Zusammenarbeit mit dem Projekt Valhalla gesucht, das vor kurzem von Brian Goetz als OpenJDK-Projekt gegründet wurde und ähnliche Ziele verfolgt.

Scala Quo Vadis?

Scala the Simple Parts“ führte uns Scala-Gründer Martin Odersky auf der vergangenen JAX in seiner Keynote vor. Das damals skizzierte Programm, die einfachen, den Kern von Scala ausmachenden Prinzipien zu betonen und damit den Ruf von Scala als „nicht gerade einfache“ Sprache zu widerlegen, spiegelt sich nun deutlich in der Roadmap für die nächsten Jahre wider.

Die Entschlackungskur wird Scala gut tun, und zwar sowohl in Bezug auf Kohärenz der Sprache als auch in Sachen Community-Akzeptanz, daran besteht kein Zweifel. Genauso wenig daran, dass die Scala-Crew weiter daran arbeiten wird, die Compiler-Technologie und allgemeine Probleme der Programmier-Ingenieurskunst wie Makros voranzutreiben. Denn hier leistet Scala weiterhin Grundlagenarbeit quasi unter der Haube, von der alle profitieren und die die Sprache weiterhin zu einer der wertvollsten im Java-Ökosystem macht.

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: