Das Ende einer Ära? Konsolidierung in der IT-Branche

Peter Pagel

Es war einmal, vor gar nicht langer Zeit, da bevölkerten hunderte kleiner und mittlerer Unternehmen die IT-Welt. Mit ihren „best-of-breed“-Lösungen konnten sie sich am Markt behaupten, weil es ihnen gelungen war, für spezielle Aufgaben die jeweils besten Lösungen anbieten zu können …

Seit einigen Jahren geht die Entwicklung jedoch zunehmend in die Richtung, dass solche Unternehmen von den Großen der Branche aufgekauft werden. Entweder, um die Technologie zu erwerben oder Marktanteile – in vielen Fällen auch beides.

Business Intelligence im Visier

Besonders hervorgetan hat sich in diesem Feld Oracle. Aktuell findet die beschriebene Entwicklung im Bereich Business Intelligence statt. Den ersten Schritt machte, wie so oft, Oracle mit dem Erwerb von Hyperion im Frühjahr dieses Jahres. SAP kaufte kürzlich Business Objects und diesen Monat kündigte IBM an, dass man plane Cognos zu übernehmen. Ein wichtiger Grund für diesen Trend ist sicher, dass gerade große Unternehmen bestrebt sind, die Zahl ihrer Lieferanten nicht zu groß werden zu lassen – und das gilt eben auch für den Bereich Unternehmens-Software.

Gute Erfolgschancen

Aus Sicht von IBM & Co. bieten sich Übernahmen häufig schon deshalb an, weil man mit den spezialisierten Firmen ohnehin bereits seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Was den Integrationsaufwand gering hält und damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Übernahme kurz- beziehungsweise mittelfristig rechnet deutlich erhöht. So arbeitet IBM bereits seit über 15 Jahren mit Cognos zusammen.

Auch HP spielt mit …

Ende vergangener Woche ging dann die Meldung über den Nachrichtenticker, dass auch HP im Laufe des nächsten Jahres seine Software-Sparte durch massive Zukäufe stärken will. Laut Reuters sagte HP-Software-Chef Tom Hogan, sein Konzern sehe sich die Marktführer von Daten-Management und Programmen zur Analyse von Geschäftstrends an. Eine Akquisition in der Größenordnung von fünf bis zehn Milliarden Dollar sei dabei im Bereich des Möglichen. Reuters spekuliert darauf, dass Symantec ein heißer Kandidat sein könnte – nicht ganz unwahrscheinlich nachdem Hyperion, Business Objects und Cognos aus dem Rennen sind.

Gespannt sein darf man, ob es in Zukunft wieder kleineren Unternehmen gelingen wird, sich auf neuen, innovativen Feldern so zu positionieren, dass es zu einer Wiederbelebung der Anbietervielfalt kommt.

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Peter Pagel
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