Dank Java hat Twitter die US-Wahlen überstanden

Judith Lungstraß

Schritt für Schritt bewegt sich Twitter immer mehr in Richtung Java. 2008 hatte man entschieden, von einer in Ruby geschriebenen und auf dem Ruby on Rails Framework basierenden Backend Software hin zu einem auf der Java Virtual Machine (JVM) gebauten Software Stack zu wechseln. So wird Ruby im Twitter-Umfeld nach und nach abgeschafft – der Traffic von mobilen Klienten beispielsweise trifft mittlerweile ausschließlich auf den JVM Stack.

Laut Mazen Rawashdesh, VP of Infastructure Operations Engineering bei Twitter, ist der Schritt hin zu Java einer der Hauptgründe, weshalb man den enormen Traffic während der US-Wahlen überhaupt bewältigen konnte. Und der war tatsächlich beeindruckend: Über 31 Millionen Wahl-bezogene Tweets wurden während der heißen Phase losgeschickt, identifiziert anhand von Schlüsselwörtern und Hashtags. Insgesamt entspricht das einer Frequenz von 327.452 Tweets pro Minute (TPM).

Derartige Peaks kamen zwar schon früher vor, beispielsweise nachdem Beyoncé ihre Schwangerschaft bekannt gegeben hatte, während der Abschlussfeier der Olympischen Spiele oder regelmäßig wieder zu Silvester, doch hat sich ihre Dauer stark gewandelt. Blieben Höhepunkte früher lediglich Sekunden, im besten Falle auch einmal Minuten bestehen, bleiben sie mittlerweile mehrere Stunden konstant.

Und hier kommt dann eben die Java Virtual Machine ins Spiel. Sie sorgt dafür, dass Twitter immer seltener ausfällt und so seinem großen Einfluss auch gerecht werden kann. War der von roten Twitter-Vögelchen getragene Fail Whale früher noch ein vertrautes Bild, dürfte dieser gemütliche Zeitgenosse zukünftigen Generationen kaum noch ein Begriff sein.

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Judith Lungstraß
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