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Dan Allen übt den Aufstand: Offener Brief für eine JCP-Reform

Claudia Fröhling

Dan Allen, Principal Software Engineer bei JBoss, hat gemeinsam mit seinem Kollegen Lincoln Baxter III einen offenen Brief zur Reform des Java Community Process (JCP) verfaßt. Der Brief fordert Oracle auf, den JCP umzugestalten, um ihn wieder zu alter Produktivität zurückzuführen. Denn, so Allen, dem JCP fehle es an Transparenz und Offenheit. „It’s not very open nor participative in practice. The community is almost entirely excluded when developing so called ‚open standards'“.

Hauptproblem seiner Meinung nach ist, dass die Mailinglisten der Expert Group (EG) nicht öffentlich sind. Feedback nehme immer nur einen Weg – nämlich von der Community zur EG, nicht umgekehrt. Außerdem folge man im JCP in Bezug auf Softwareentwicklung keinem interativen Prozess, sondern strebe „Big-Bang-Releases“ an.

These major shifts in the platform make it increasingly harder for consumers to carry out migrations. Smaller releases would be easier to adopt. There are also huge lapses between releases, which is time for the technology to fall out of date.

Dan Allen fordert also eine für ihn längst überfällige Reform des JCP, und dafür muss sich dieser seiner Meinung nach neu definieren:

An open, community-oriented standards organization that produces standard technical specifications for Java technology in order to keep it competitive and to bring value and choice to businesses worldwide. These goals are achieved by honoring the nature of software development, which means fostering a collaborative, evolutionary process where change of all types (addition, revision and deprecation) is inevitable and standards are snapshots in a timeline along that evolution.

Standards produced by this process are published under and open, non-clickthrough license, which applies to the specification documents, the APIs, the reference implementations (RIs) and the compatibility test suites (TCKs). A fair voting system is used to maintain a balance of power and there is complete openness of process and membership.

The goal of this organization, above all else, is to produce timely, iterative, high-quality standards, which means never standing in the way of progress nor precluding proposals or ideas that may lead to a better way forward.

Um das zu erreichen, gibt es bestimmte Must-Haves, die erfüllt werden müssen, ebenso wie Nice-to-Haves, die nicht die höchste Priorität haben. Die Must-Haves haben es in sich, unter anderem fordert Allen:

  • Alle Specs sollten frei nutzbar und implementierbar sein (keine TCK-Kosten)
  • Alle Specs brauchen offene Issue Tracker, Open Source TCKs und öffentliche Mailinglisten für alle JSRs
  • Alle Specs müssen unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden, die alle Spezifikationendokumente, APIs und Referenzimplementierungen abdecken muss

Außerdem fordert Allen eine bessere Social-Media-Umsetzung für JCP.org. Seiner Meinung nach ist die Seite schwer zu nutzen und schlecht organisiert. Die EC-Meetings sollten öffentlich stattfinden und der JCP sollte insgesamt eine unabhängige Organisation mit einer Struktur ähnlich der Eclipse Foundation werden. Getragen werden sollte der JCP durch Spenden anstelle von Mitgliedsbeiträgen.

Dan Allen steht mit seiner Meinung nicht alleine und kann schon jetzt auf wichtige Fürsprecher wie IBMs Bob Sutor, SAPs Vishal Sikka, Darryl K. Taft und Doug Lea zählen. Wer Allen unterstützen möchte, kann die Petition für eine JCP-Reform hier unterzeichnen. Mit Spannung darf jetzt die heutige EC-Wahl im JCP erwartet werden.

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Claudia Fröhling
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