Dalvik ade? ART-Runtime für Android bald default

Claudia Fröhling

Mit Android 4.4 KitKat hat Google letztes Jahr einen alternativen Runtime-Compiler für seine mobile Plattform vorgestellt: ART (als Kurzform für Android Runtime). Bislang war Entwicklern vor allem die Dalvik Virtual Machine bekannt, Hauptbestandteil der Android-Plattform, der Code für die JVM in ein eigenes Bytecode-Format konvertiert. Nachdem Oracle Sun übernommen hatte, kam es zum Rechtsstreit, da Oracle mit Dalvik Patente und Urheberrechte verletzt sah, die man von Sun übernommen hatte. Der Streit wurde zugunsten von Google beigelegt.

Der erste seiner ART

Der neue Runtime-Compiler ART war bislang eher experimenteller Natur, kommt in der Entwicklergemeinde aber gut an. Manche Benchmarks bescheinigen eine doppelt so schnelle Performance mancher Apps (siehe Bild). Geräte können derzeit beide Runtimes nutzen, für Dalvik ist das libdvm.so und für ART libart.so.

Dalvik versus ART versus JNI (Quelle: http://ow.ly/tfSFA)

Jetzt macht ein Commit von Brian Carlstrom im Android-Platform-Build die Runde, der zeigt, dass ART die neue Default-Runtime für Android werden soll. Dalvik scheint aber weiterhin alternativ auswählbar sein, beide Runtimes tauschen also nur den Platz.

Ahead of time versus Just in time

Die Besonderheit von ART ist die so genannten Ahead-of-Time Compilation, kurz AOT. Das bedeutet, Android-Apps mit ART werden in nativen Code kompiliert, sobald sie installiert werden. Android-Apps mit Dalvik werden zur Runtime kompiliert, unter Nutzung von JIT (Just-in-Time Compilation). Mit ART erhofft sich Google mehr Responsivität der Apps und eine verbesserte Batterielaufzeit. Je größer eine App jedoch, umso länger dauert die Installation, wenn ART im Einsatz ist.

Es steht außer Frage, dass sich spätestens jetzt Entwickler mit ART beschäftigen sollten, spätestens ab Android 4.5 wird an der neuen Runtime kein Weg mehr vorbeiführen.

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Claudia Fröhling
Claudia Fröhling
Claudia Fröhling hat in verschiedenen Redaktionen als TV- und Onlineredakteurin gearbeitet, bevor sie 2008 zur Software & Support Media GmbH kam und sich bis 2014 um alle Projekte des Verlages im Ressort Java kümmerte. Claudia hat einen Abschluss in Politikwissenschaften und Multimedia Producing. Ihr Google+ Profil findest du hier.
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