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Europäischer Index für Cybersicherheit: Deutschland auf Platz 1

Katharina Degenmann

© Shutterstock / one photo

Die digitale Transformation ist in vollem Gange und die meisten unserer persönlichen Daten werden mittlerweile im Netz gespeichert. Umso wichtiger ist daher die Cybersicherheit. VPNoverview untersuchte nun die Netzsicherheit von insgesamt 27 EU-Staaten. Und so viel kann verraten werden, Deutschland führt zwar im europäischen Vergleich das Feld an, dennoch hat es bei einigen Faktoren Nachholbedarf.

Die Veränderungsprozesse, herbeigeführt durch die Digitalisierung, zeigen sich immer häufiger. Egal ob Smartphones, Connected Cars, Social Media oder Mobile Payment – Alltagsgegenstände werden zunehmend vernetzter. Doch in Sachen Security bleibt das Netz immer noch ein Minenfeld und Angriffe durch Cyberkriminelle und Schadsoftware sind leider keine Einzelfälle.

Um herauszufinden, wie cybersicher einzelne Länder wirklich sind, wurde nun der Europäische Index für Cybersicherheit veröffentlicht. Hierfür wurden 27 EU-Mitgliedstaaten bezüglich ihrem Status Quo, ihrem Risiko und ihren Gegenmaßnahmen untersucht.

Das sind die cybersichersten Mitgliedstaaten der EU

Für den Index wurden die europäischen Länder (Malta wurde aufgrund fehlender Daten ausgeschlossen) auf insgesamt acht Faktoren untersucht, bevor jeder Mitgliedstaat einen normalisierten Score zwischen 1 und 10 erhielt (wobei 10 der beste und 1 der schlechteste Score war). Anschließend wurde der Durchschnitt dieser acht Punkte genommen und dieser Wert mit 10 multipliziert, um den Endstand auf einer Skala bis 100 angeben zu können.

Die höchste Gesamtpunktzahl mit 76,37 Punkten erreichte Deutschland und ist damit das cybersicherste Land im gesamteuropäischen Raum, laut des Indexes. Der zweite Platz geht an Irland, dicht gefolgt von Dänemark.

Quelle: vpnoverview

Die schlechteste Bewertung erhielt Rumänien, mit 43,03 Punkten. Ebenso zeigen Zypern (47,89) und Litauen (47,89) großen Nachholbedarf.

Faktoren im Einzelnen: Vorkommen von Cyberkriminalität

Um den Status Quo der Cyberkriminalität zu untersuchen, wurden im Survey Vorfälle von schädlicher Software auf persönlichen Geräten, Online-Banking-Betrug und Hackerangriffe auf soziale Medien genauer unter die Lupe genommen. Betrachtet man die einzelnen Faktoren einmal genauer, zeigt sich jedoch, dass auch Deutschland an mancher Stelle Verbesserungspotenzial aufweist.

Am wenigsten schädliche Software entdeckt wurde in der Slovakei (21 Prozent). Ebenso ist in Irland (26 Prozent) und in Kroatien (30 Prozent) wenig schädliche Software im Einsatz. Deutschland belegt hingegen gerade einmal Platz 19 (46 Prozent).

Auch in Sachen Online-Banking-Betrug stehen andere Länder an der Spitze. Laut des Indexes wurden in Griechenland lediglich 2 Prozent der Bevölkerung Opfer von Online-Banking-Betrug. Auch Portugal (3 Prozent) und die Slowakei (4 Prozent) haben wenig mit dieser Sorte von Cyberangriff zu kämpfen. Auch in Deutschland ist Online-Banking-Betrug weniger Thema (Platz 10), während hingegen Großbritannien (24 Prozent) den letzten Platz belegt.

Ein ebenso interessanter Bereich ist Social Media. Hier führt Portugal das Feld an – lediglich von 6 Prozent der Bevölkerung wurden soziale Medien oder das E-Mail-Konto gehackt. Gleichauf ist Spanien (ebenfalls 6 Prozent), gefolgt von der Slowakei (9 Prozent). Schlusslicht bildet Frankreich, wo 23 Prozent der Bevölkerung angeben, dass deren soziale Medien oder E-Mail-Konten gehackt wurden. Deutschland scheint von diesem Problem nicht unbedingt betroffen und belegt einen guten sechsten Platz (9 Prozent).

Risiko Cyberkriminalität

Neben dem aktuellen Status Quo spielt auch das mögliche Risiko eines Cyberangriffs eine Rolle. Auch hierfür wurde anhand dreier Kategorien gemessen.

Die geringste Anfälligkeit eines Landes für Cyberangriffe hat Großbritanien mit gerade einmal 5 Punkten. Platz zwei ergattert Frankreich mit 6 und Platz drei die Niederlande mit 7 Punkten. Deutschland belegt einen guten vierten Platz (9 Punkte), während Luxemburg das Schlusslicht (78 Punkte) bildet.

Betrachtet man die Bedrohungen, die von infizierten oder gefährlichen Webseiten ausgehen, hat Dänemark am wenigsten Probleme. Auch Irland und die Niederlande sind vor dieser Herausforderung gefeit. Romänien liegt auf dem letzten Platz. In Deutschland gaben immerhin 15,7 Prozent der Bevölkerung (Platz 12) an, von Online-Infektionen bedroht zu sein.

Quelle: vpnoverview

Bei gerade einmal 5,2 Prozent der dänischen Bevölkerung (Platz 1) wurden Infektionen, durch infizierte Dateien oder über Wechselmedien wie USB-Laufwerke übertragen. In Bulgarien hingegen ist über 20 Prozent der Bevöllkerung (Platz 27) davon betroffen. Hierzulande beklagen knapp 9 Prozent dieses Problem.

Maßnahmen gegen Cyberkriminilaität

Doch für den Index wurden nicht nur die Probleme und das Risiko, sondern auch das Engagement gegen Cyberkriminalität untersucht. Zum einen wurde hierfür das Engagement des Landes zur Bekämpfung der Internetkriminalität näher betrachtet (bis zu 1 Punkt kann erzielt werden). Zum anderen floss auch die Anzahl, der in jedem Land geltenden Gesetze zur Bekämpfung der Cyberkriminalität in die Bewertung mit ein.

Im Kampf für Cybersicherheit zeigen vor allem Estland (0,846), Frankreich (0,819) und Großbritannien (0,783) das größte Engagement. Wahrscheinlich auch deshalb, da Großbritanien und Frankreich europaweit das höchste Risiko für Cyberangriffe aufweisen. Deutschland belegt Platz 9 (0,688), während Slovenien (0,343) das Schlusslicht im Ranking bildet.

Um Cyberkriminellen das Handwerk zu legen, ist vor allem das Gesetz entscheidend. Frankreich ist hierbei Spitzenreiter (7 Punkte) und hat damit die höchste Anzahl geltender Gesetze zur Bekämpfung der Cyberkriminalität. Deutschland folgt mit ebenfalls 7 Punkten auf Platz 2, dahinter kommt Ungarn mit 6 Punkten. Rumänien belegt den letzten Platz mit gerade einmal 2 Punkten.

Alle weiteren Informationen und die detaillierten Ergebnisse finden sich im europäischen Index für Cybersicherheit.

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Geschrieben von
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie in der Redaktion der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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