Darauf zielen Cyberkriminelle ab

Das Internet der Diebe: Cyberangriffe werden komplexer

Katharina Degenmann

© Shutterstock / znakki

ThreatMetrix hat seinen Cybercrime Report für das zweite Halbjahr 2018 veröffentlicht. Wie der Report offenlegt, werden die Angriffe von Cyberkriminellen zunehmend komplexer. Online-Betrüger setzen bei ihren Angriffen verstärkt auf Bots. Wir haben uns einmal genauer angesehen, worauf die digitalen Banditen abzielen.

Der von ThreatMetrix veröffentlichte Report basiert auf der Grundlage von Cyberangriffen weltweit, die von Juli bis Dezember 2018 in Echtzeit von dem Unternehmen analysiert wurden. Wie die End-to-End-Plattform für digitale Identitätsdaten herausfand, hat vor allem die E-Commerce-Branche unter den immer ausgeklügelteren Systemen zu leiden.

Bot-Attacken in der E-Commerce-Branche nehmen zu

Vor allem durch automatisierte Schadprogramme, sogenannte Bots, versuchten Online-Betrüger Kundendaten zu stehlen und so unerlaubt an Gelder zu kommen. Im aktuellen Report ist von insgesamt drei Milliarden blockierten Bot-Angriffen die Rede. Demgegenüber stehen 244 Millionen „menschengemachte“ Cyberattacken. Die größte Bedrohung liegt demnach in automatisierten Cyberattacken.

Wie der jüngste Report ebenfalls offenbart, entfielen von den 3 Milliarden Bot-Angriffen rund 2,1 Milliarden auf Unternehmen der E-Commerce-Branche (Grafik). Gerade bei Online-Händlern haben die Cyberangriffe durch Bots im Vergleich zum Vorjahr um 142 Prozent zugenommen.

Zum Testen der gestohlenen Zugangsdaten nutzen Cyberkriminelle vor allem Online-Dating-Apps und soziale Medien. Aber auch Streamingdienste und Glücksspielanbieter werden als Testumgebung missbraucht.

Auch der Finanzsektor ist betroffen

Auch der Sektor der Finanzdienstleister bleibt von Cyberangriffen nicht verschont. Insbesondere die USA, Kanada und Deutschland waren von Kontoübernahmen auf Mobilgeräten betroffen. Im analysierten Zeitraum sind die Cyberattacken um 107 Prozent gestiegen.

Neben der E-Commerce und dem Finanzdienstleistersektor waren auch Fintechs Opfer von Cyberangriffen. 8,8 Prozent der Attacken basierten hierbei auf Identitätsdiebstahl.

Mobile Geräte als Sicherheitsrisiko

Ein Erklärungsansatz für das erhöhte Sicherheitsrisiko schreibt der Report der zunehmenden Verbreitung des mobilen Zahlens zu. Gerade im digitalen Zeitalter erfreuen sich mobile Zahlungsfunktionen großer Beliebtheit. 61 Prozent der insgesamt rund 17 Milliarden verarbeiteten Transaktionen wurden von mobilen Geräten, Smartphones oder Tablets aus getätigt.

Ein weiteres interessantes Ergbenis zeigt sich in der Nutzung von mobilen Hotspots. Wurde eine Transaktion mit einem über Hotspot verbundenen Gerät ausgeführt, passierte sie 2,4-mal öfter in betrügerischer Absicht als eine Transaktion, die mit einem Gerät ausgeführt wurde, das per WLAN oder Netzwerkkabel mit dem Internet verbunden war.

Alle weiteren Informationen stehen im Cybercrime Report zum Nachlesen bereit.

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Katharina Degenmann
Katharina Degenmann
Katharina Degenmann hat Politikwissenschaft und Philosophie studiert. Seit Februar 2018 arbeitet sie als Redakteurin bei der Software & Support Media GmbH und ist nebenbei als freie Journalistin tätig.
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