Projekte zur Corona-Krise: So hilft die IT-Branche Teil 2

Covid-19: NVIDIA und Alibaba mit kostenloser Software, IBM ruft zum Coden auf und eine neue Corona-App startet die Crowdfunding-Kampagne

Jan Bernecke

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Covid-19: NVIDIA und Alibaba mit kostenloser Software, IBM ruft zum Coden auf und eine neue Corona-App startet die Crowdfunding-Kampagne

Das Corona-Virus dominiert Alltag, Geschäftsleben und Nachrichtenlage. Aber es sind gerade die Zeiten von drohenden Gefahren und großen Herausforderungen, die unsere Gesellschaft näher zusammenrücken lassen. Aus diesem Grund möchten wir in diesem Artikel den Fokus auf jene Projekte aus der IT-Welt legen, die sich der aktiven Hilfe und Problemlösungen für aktuelle Problematiken verschrieben haben.

Zwei Dinge werden dabei schnell deutlich. Erstens: Jedes Unternehmen, jeder Programmierer und sogar jeder PC-Besitzer kann einen Teil beitragen. Und zweitens: Viele tun es bereits. Einige dieser Projekte und Angebote möchten wie ihnen im Folgendem vorstellen.

Alibaba Cloud unterstützt Ärzte, Personal und Forscher

Alibaba Cloud, das Grundgerüst der Data Intelligence innerhalb der Alibaba Group, unterstützt die Erforschung und Bekämpfung des Corona-Virus mit seinen Technologien. So werden nach Angaben des Unternehmens weltweit Forscher und Mediziner über die International Medical Expert Communication Platform miteinander vernetzt. Der Zweck dahinter: Besserer Austausch und nahtlose Kommunikation dank Video-Konferenzen mit KI-gestützter Echtzeitübersetzung in 11 Sprachen.

Auf diese Weise sollen vor allem chinesische Ärzte ihre Erfahrungen mit dem neuen Virus besser an ihre Kollegen in der gesamten Welt vermitteln können. Auf Seiten der Alibaba DAMO Academy, der hausinternen Forschungsabteilung, wurden insgesamt drei neue Lösungen entwickelt und für kostenlose Testverfahren veröffentlicht. So soll die Epidemic Prediction Solution Auskünfte über die Dauer und Verlauf von Pandemien in einer bestimmen Region geben. Bei Tests in China lag die Genauigkeit der Berechnungen nach Angaben von Alibaba bei 89%.

Bei den weiteren Programmen handelt es ich um ein neues CT-Image-Analyse-Tool sowie einen Algorithmus zur Analyse von Genom-Sequenzen bei Viren.

IBM: Call for Code Global Challenge

Tech-Riese IBM hat die Lungenerkrankung Covid-19 zu seiner jährlich stattfindenden Call for Code Global Challenge aufgenommen. Ähnlich dem von der Bundesregierung ausgerufenen Hackathon „WirvsVirus“ sind Entwickler aus der ganzen Welt dazu aufgerufen, Applikationen zu erstellen, die in der aktuellen Krisenzeit hilfreich sind. Der Fokus liegt auf der Verbesserung der Kommunikation in Notfällen, neuen Möglichkeiten des Remote-Lernens und der besseren Vernetzung von lokalen Communities.

Mit Covid-19 wurde von Seiten der Initiatoren neben dem Klimawandel ein zweites großes Thema in das Projekt aufgenommen, das letztes Jahr mehr als 180.000 Entwickler aus 165 Ländern dazu veranlasste, rund 5.000 Apps zu schreiben. Dem Sieger der Ausschreibungen winken neben der nicht unerheblichen Summe von 200.000 US-Dollar Preisgeld auch die weitere Unterstützung IBMs bei der Entwicklung.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite von IBM.

NVIDIA: Forscher erhalten kostenlosen Zugang zu Parabricks

Mit der NVIDIA Corporation gibt ein weiteres großes Tech-Unternehmen eine Software zur Erforschung von Covid-19 für Wissenschaftler frei. Das Genomics Analysis Toolkit Parabricks bietet die Möglichkeit, Genomanalysen weitaus schneller durchführen zu können, als dies bis jetzt möglich war. Laut Angaben des Unternehmens können so Aufrufe des gesamten menschlichen Genoms von zwei Tagen auf weniger als eine Stunde reduziert werden.

Da Parabricks auch in der Lage ist, genetische Informationen von jedem Organismus zu verarbeiten, könnte es bei der Erforschung und dem besseren Verständnis des Corona-Virus beitragen.

Für Wissenschaftler steht das Programm ab sofort für 90 Tage kostenlose auf der Webseite zur Verfügung.

Crowdfunding für die geoHealthApp gestartet

Social Distancing ist das Gebot der Stunde. Aber ein wochenlanges einschließen in den eigenen vier Wänden ist in er Praxis kaum möglich – man denke an Arztbesuche, Einkäufe und in vielen Fällen auch der Weg zur Arbeit. Mit der geoHealthApp wurde ein Projekt gestartet, das anhand anonymer Daten das Infektionsrisiko für Gebiete berechnet.

Die kostenlose App der Unternehmen Ubilabs und ARIT Services in Zusammenarbeit mit der medizinischen Hochschule Hannover soll zukünftig Auskunft über das Infizierungsrisiko geben. Anhand der von infizierten Personen bereitgestellten Daten werden Bewegungsprofile erstellt, die wiederum visualisieren, wo sich Covid-19 Erkrankte aufgehalten haben.

Für die Entwicklung und Finalisierung der App wurde nun zu einer Crowdfunding-Kampagne aufgerufen. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt unter anderem der WDR, wer die geoHealthApp finanziell unterstützen möchte, kann dies auf der offiziellen Webseite tun.

Virus Spreading: Pandemie-Simulation mit JavaScript

Das komplett mit JavaScript und CSS erstelle Programm Virus Spreading simuliert mögliche Ausbreitungen des Corona-Virus anhand von einstellbaren Parametern. Allerdings dient es dabei eher als grobe Orientierung und nicht als wissenschaftliche Arbeit. Zu viele Faktoren der realen Umwelt werden nämlich nicht berücksichtigt. Dennoch zeigen die Simulationen, wie wichtig Abstand ist und wie schnell sich ein Virus in der Bevölkerung verbreiten kann.

Virus Spreading

Quelle: https://github.com/MTrajK/virus-spreading

Als grüne Punkte werden gesunde Personen dargestellt, infizierte werden rot angezeigt. Nach 6 bis 8 Sekunden wechseln rote Punkte entweder zu gelb (geheilt) oder schwarz (verstorben). Virus Spreading kann direkt auf GitHub ausprobiert werden.

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Jan Bernecke
Jan Bernecke
Jan Bernecke ist seit 2019 Online-Redakteur bei S&S Media. Zuvor war der rugbyspielende Literaturwissenschaftler im Bereich Online-Marketing tätig.
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