Der Continuous Delivery Day auf der W-JAX 2012

Continuous Delivery: On the Road to Success

Claudia Fröhling

Egal, welchen IT-Job wir ausüben, am Ende des Tages wollen wir alle meist dasselbe: bessere Software entwickeln und unsere Projekte erfolgreich abschließen. Dass das mit agilen Methoden und einem cleveren Tooling leichter zu erreichen ist, das ist nichts Neues. Dennoch gilt es im Bereich Continuous Delivery noch viel dichten Dschungel zu durchqueren und sich vom Buzzword Bingo nicht abschrecken zu lassen.

Der Continuous Delivery Day am Donnerstag der W-JAX 2012 hat genau dieses Ziel: Methoden und Tooling vorstellen, mit denen wir alle bessere Software entwickeln können. Das Spektrum reicht von Buildsystemen über Continuous-Integration-Server und Architekturmuster bis hin zur Versionskontrolle. Moderiert wurde der Tag von Wolf Schlegel (Thoughtworks).

Passend zum Special Day präsentierte Matthew McCullough von GitHub die einzige Keynote des Tages in München: seine Vorstellung der „Git-Kultur“.

Wer von Ihnen bereits in Projekten mit mittleren bis großen Entwicklerteams gearbeitet hat, kennt die gängigen Versionskontrollsysteme und hat mit einem oder mehreren gearbeitet: CVS, Subversion, Mercurial und wie sie alle heißen – für jeden ist etwas dabei. Subversion war eines der meist verbreiteten Systeme im Java-Ökosystem, doch die Macht von einst ist verblasst. Längst hat ein neues Werkzeug die Herzen der Entwickler erobert: Git. Michael Johann sprach damals in seinem Java-Magazin-Leitartikel gar von der Git-Revolution. Die Eclipse-Community steigt derzeit sukzessive auf Git um.

Matthew McCullough präsentierte vor dem voll besetzten Ballsaal GitHubs Vision von einem guten Software-Unternehmen, das sie selbst versuchen zu leben. Die 130 Mitarbeiter starke Company aus San Francisco verfolgt sechs Grundsätze:

  1. Teams sind wertvoller als Kommittees oder einzelne Personen. Das Team sollte im Fokus der Software-Entwicklung stehen.
  2. Das beste Argument gewinnt: Wenn Sie im Team Ihren Standpunkt durchsetzen wollen, dann sollte das einen guten Grund haben. Die Argumentationskette muss immer klar verständlich sein.
  3. First Principles: Sie sollten sich ständig fragen, was das Ziel des Projekts ist. Wenn das Ziel aus den Augen verloren geht, dann muss es wieder auf den richtigen Weg gebracht werden. Sie sollten sich immer fragen: Warum mache ich das hier eigentlich?
  4. Offene Repositories: Ein Open-Source-Projekt sollte immer offen sein – jeder Commit, jede Kommunikation oder Roadmap. Nur wenn Ihr Repository offen ist, können andere Entwickler ihren wertvollen Beitrag leisten.
  5. Automate everything: „Continuous Delivery is about automation“, das war die klare Aussage von Matthew; und Roboter sind seiner Meinung nach die Zukunft von Continuous Delivery.
  6. Zuerst an die Menschen denken: Respektieren Sie die Meinung Ihrer Mitarbeiter, vertrauen Sie auf ihr Urteilsvermögen.

Matthew gab zu, dass GitHub radikale Ideen vertritt, die nicht unbedingt in jeder Firma umsetzbar sind. Bei GitHub scheint es – bislang – gut zu funktionieren.

Wer noch mehr über Git lernen möchte: Matthew wird am morgigen Freitag gemeinsam mit seinem Kollegen Kevin Sawicki einen ganztägigen Workshop halten. Nach diesem Tag soll es möglich sein, Git produktiv einsetzen zu können. Und wer noch mehr über Continuous Delivery erfahren möchte, dem sei der Workshop von Neal Ford ans Herz gelegt. Hier geht es zum Überblick aller Freitags-Workshops.

Die Java-Magazin-Redaktion muss sich derweil wieder auf den Heimweg machen. Vielen Dank an alle Teilnehmer, Speaker und Autoren für eine spannende und lehrreiche W-JAX 2012!

Geschrieben von
Claudia Fröhling
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