Continuous Delivery im Expertencheck: CD und der Kulturwandel - JAXenter
Expertencheck Teil 3

Continuous Delivery im Expertencheck: CD und der Kulturwandel

Melanie Feldmann

© Shutterstock / KreativKolors

Continuous Delivery funktioniert nur, wenn Entwicklung und Betrieb gemeinsam an einem Strang ziehen. Dort hört aber die Zusammenarbeit noch lange nicht auf. Fünf Continuous-Delivery-Experten über den unvermeidlichen Kulturwandel- und -schock.

Wie sehr ist die Einführung von CD in deinem Unternehmen auch mit einem kulturellen DevOps-Wandel einhergegangen?

Die Continuous-Delivery-Experten

Bernd Greifeneder, CTO von Dynatrace

Christian Kühn, Systementwickler synyx

Mathias Meyer, CEO Travis CI

Oliver Wehrens, Chief Architect bei Deutsche Post E-Post Development

Eberhard Wolff, Fellow bei innoq

Bernd Greifeneder: Es ist mit einem drastischen Wandel einhergegangen. Wir wollten DevOps und sind bei NoOps gelandet. Das wäre aber nicht ohne gähnende Langsamkeit des damaligen Betriebs und ohne der Arroganz der Entwickler so zustande gekommen. Die starken Differenzen zwischen Entwicklung und Betrieb führten zur totalen Automation der gesamten Continuous-Delivery-Pipeline von CI-System bis zum Staging- und Production-Betrieb in der AWS Cloud. Das bedingte auch, dass die Entwickler, vor allem die Softwarearchitekten, sich auch aller nicht funktionalen Anforderungen wie Performance und Security annehmen mussten.

Continuous-Real-Time-Feedback war für uns essenziell, um den notwendigen Kulturwandel herbeizuführen. Wir haben dazu neben Dashboards auf wandmontierten Touch-PCs  sogar ein eigenes IoT-Visualisierungs-Gerät als Open-Source-Hardware gebaut, das notwendig war, um den Teamgedanken „Wir sitzen alle im selben Boot“ voranzutreiben.

Christian Kühn: synyx legt großen Wert auf eigenverantwortliches Handeln und machen. So wurden Teile der Toolchain zuerst von einigen Teams als Testlauf eingeführt und haben sich bewährt. Andere wurden auch mal wieder aussortiert. Wir arbeiten mittlerweile als Entwickler und Systementwickler/Admins im gleichen Projektteam zusammen, um Kunden eine möglichst breit aufgestellte Expertise und damit letztendlich ein hochwertiges Produkt zu bieten.

Bei uns ist jeder Entwickler für die Produktionssysteme zuständig.
– Mathias Meyer

Mathias Meyer: Travis CI hat zu einer Zeit seine Anfänge gehabt als gerade für mich DevOps schon eine gesetzte Praxis war. Bei uns ist jeder Entwickler für die Produktionssysteme zuständig, und wir haben kein klassisches Ops-Team oder Systemadministratoren. Das Konzept “You build it, you run it” wird bei uns groß geschrieben. Zudem spricht jede Entwickler regelmäßig mit unseren Kunden, um aktiven Einblick zu haben, wie die Kunden unser Produkt benutzen, welche Dinge im Weg stehen und was verbessert werden muss. Das erreichen wir, indem jede Entwicker für eine Woche durch Customer Support rotiert.

Oliver Wehrens: Wir haben eine sehr starke Veränderung hinter uns. Wir kamen 2012 von der klassischen Aufteilung Entwicklung, Test und Betrieb. Heute testen und deployen die Entwickler selbst. Der Betrieb stellt die VMs bereit und übernimmt den 24/7-Support. Unsere Core QA testet nur noch den immer kleiner werdenden Monolithen und agiert eher als Wissensverteiler in der Firma.

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Eberhard Wolff: DevOps kann eine organisatorische  Änderung sein. Ein Team besteht dann aus Betrieb und Entwicklung. Es entwickelt nicht nur Software, sondern ist auch für den Betrieb zuständig. Das ist zwar sicher eine sehr gute Lösung, aber nicht unbedingt notwendig. Auf jeden Fall muss es aber einen kulturellen Wandel geben, in dessen Mittelpunkt der wechselseitige Respekt und die Unterstützung von Betrieb und Entwicklung steht. Continuous Delivery betrifft beide Bereiche. Daher kann es nur zusammen umgesetzt werden.

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Geschrieben von
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann
Melanie Feldmann ist seit 2015 Redakteurin beim Java Magazin und JAXenter. Sie hat Technikjournalismus an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg studiert. Ihre Themenschwerpunkte sind IoT und Industrie 4.0.
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