Die Vorteile von Continuous Backups

Continuous Data Protection: Bessere Performance, effizientere Speichernutzung

Johan van den Boogaart

© Shutterstock / Chusakul Natchanon

Continuous Data Protection (CDP), manchmal auch Continuous Backup oder „Echtzeit-Backup“ genannt, ist eine Form von Backup-Technologie, die fortlaufend und automatisch alle Änderungen von Daten auf Blockebene sichert. Essentiell speichert CDP so alle erstellten Versionen von Daten und legt sie in einem Speicher ab. In diesem Artikel erläutert Johan van den Boogaart, Regional Sales Manager bei Zerto, welche Vorteile CDP mit sich bringt.

Was sind die Vorteile von CDP?

Continuous Data Protection (CDP) ermöglicht es, Schreibvorgänge in einem Journal zusammen mit den entsprechenden Dateiänderungen zu speichern. Durch die Überwachung von Blockänderungen (Change Block Tracking) ermöglicht CDP die Wiederherstellung von Daten zu jedem beliebigen Zeitpunkt in der Vergangenheit ohne einen festgelegten Backup- und Wiederherstellungszyklus. Neben diesem grundlegenden Unterschied zu anderen, traditionelle Methoden der Datensicherung und -wiederherstellung, wie etwa Backups und Snapshots, bietet CDP zahlreiche weitere Vorteile.

Snapshots replizieren Daten aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Produktionsumgebung nur inkrementell. Daher besteht mit dieser Methode die Gefahr eines Verlusts mehrerer Stunden an Daten.

CDP kann im Vergleich Wiederherstellungsintervalle von nur wenigen Sekunden erreichen. Dafür repliziert die Technologie Daten fortlaufend, immer dann, wenn Blöcke geändert werden und setzt Kontrollpunkte, wenn gerade keine Daten geschrieben werden.

Continuous Data Protection bietet kürzere Wiederherstellungszeiten

Da CDP Change Block Tracking für die ständige Replikation von Daten verwendet, bietet es weitaus kürzere Wiederherstellungszeiten als dies mit traditionellen Technologien möglich wäre. In der Praxis lassen sich Daten oder Workloads mit wenigen Klicks an jeden beliebigen Checkpoint zu einem früheren Zeitpunkt wiederherstellen. Eingebettet in eine moderne umfassende Lösung für BC/DR, können so insbesondere auch Ausfälle basierend auf logischen Fehlern einfach wiederhergestellt werden. Bei der Journal-basierten Wiederherstellung werden alle von Benutzern an Anwendungen und Daten vorgenommenen Änderungen durchgängig in einem Protokoll erfasst. Da die Änderungen fortlaufend in den Datenspeicher geschrieben werden, ermöglicht CDP eine Wiederherstellung bis zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Neben kürzeren Wiederherstellungszeiten bietet CDP zahlreiche weitere Vorteile für die Nutzung von Performance, Bandbreite und Speicherplatz.

Bessere Performance, Bandbreitennutzung, Skalierung und weniger Speicherbedarf

Performance

Snapshots belasten die Performance in virtualisierten Umgebungen immens. Je mehr Snapshots für eine VM erstellt wurden, umso größer wird auch der Aufwand für den Hypervisor, der aus der Eltern-VMDK, plus sämtlichen Snapshot-Disks, den aktuellen Zustand der VM errechnen muss. Bei CDP wird das Journal nur kurzzeitig genutzt, nämlich so lange, bis der ausgewählte Checkpoint bestätigt wurde. Dies hat keine Lastspitzen zur Folge und hat damit deutlich weniger Auswirkungen auf die Performance als die Speicherung von Snapshots, die beim Wiederhochfahren von VMs einen hohen Anteil der Performance-Ressourcen verschlingen.

Bandbreitennutzung

Der geringere Performanceaufwand schlägt sich auch auf die genutzte Bandbreite nieder. Bei CDP wird jeder Schreibvorgang einer VM sofort vom lokalen Speicher quittiert und im besten Fall komprimiert auf den Remote-Standort geschrieben. CDP verursacht damit kaum zusätzlichen Datenverkehr und benötigt nur eine minimale Ethernet-Netzwerkbandbreite. Mit integrierter Kompression kann darüber hinaus sogar noch bis zu 60 bis 80 Prozent Bandbreite eingespart werden.

Skalierung

Ein Problem der Skalierung bei Snapshots auf replizierte VMs ist, dass es keine Möglichkeit zur effektiven Steuerung des insgesamt für Snapshots verwendeten Speicherplatzes gibt. Füllt sich der Datenspeicher, kann dies in einer fehlerhaften Replikation resultieren. Die Verwendung eines Journals kann dies verhindern, da es in jedem Datenspeicher mit Größenbeschränkungen und Warnungen abgelegt werden kann. So lässt sich BC/DR mit Blick auf Service Level Agreements und Effizienz deutlich effektiver skalieren.

Speicherplatz

Journal basierte Replikation kann beliebig viele konsistente Wiederherstellungspunkte (Recovery Points) einer Applikation erstellen. Konsistente Wiederherstellungspunkte werden im Journal auf der DRSeite gespeichert. Im Gegensatz zu Snapshots wird Speicherplatz deutliche effizienter genutzt und es lassen sich viel mehr Wiederherstellungspunkte speichern. Und da CDP keinen zusätzlichen Speicherplatz im Quellspeicher benötigt, benötigt die Technologie auch deutlich weniger Speicherplatz als Snapshots. Snapshot-Technologien erfordern erheblichen Overhead auf den Speicherarrays, wobei oftmals 20 bis 30 Prozent am Quell- und am Zielort erforderlich sind. CDP hingegen belegt insgesamt nur 7 bis 10 Prozent des Zielspeichers.

Aufgrund steigender Anforderungen an Verfügbarkeit und dem Bedarf an weniger komplexen Lösungen für Business Continuity und Disaster Recovery stellen Lösungen, die auf CDP aufbauen, die technologische Zukunft dar.

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Geschrieben von
Johan van den Boogaart

Johan van den Boogaart ist Regional Sales Manager für Süddeutschland, Österreich und die Schweiz bei Zerto. Er hat über 15 Jahre Erfahrung und arbeitete früher bei Unternehmen wie Nexenta and Acronis.

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