App-Entwicklung für alle mobilen Plattformen

Codename One 3.2 mit neuem GUI-Builder

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Oleksiy Mark

Mithilfe von Codename One können native Mobile Apps für Android, iOS, BlackBerry und Windows Phone unter Verwendung des selben Java-Quellcodes entwickelt werden; im Falle der letztgenannten Plattformen übernehmen die Cloud-Build-Server von Codename One die dafür notwendige Übersetzungsarbeit. Seit kurzem liegt das Projekt in Version 3.2 vor.

Der GUI-Builder wurde für Codename One 3.2 von Grund auf neu entworfen. Statt dem nach Ansicht der Entwickler  faktisch toten Swing bzw. dem stagnierenden SWT kam dabei Codename One selbst als Java-UI-Bibliothek zum Einsatz. Ähnlich herkömmlichen Desktop-GUI-Buildern wird ab sofort jedes Formular (bzw. Container) oder jeder Dialog im GUI-Builder von einer einzelnen Klasse und XML-Datei repräsentiert. Um eine einfachere Migration auf das neue System zu gewährleisten beabsichtigen die Entwickler, zu einem späteren Zeitpunkt einen State Machine-Kompatibilitätslayer hinzuzufügen.

Die weiteren Features umfassen neben einer Aufspaltung der Push-Services in zwei Funktionalitäten (Push und Geräteregistrierung, wobei bis dato nur erstere zur Verfügung steht) auch lokale Benachrichtigungen für iOS und Android (ähnlich den Push-Benachrichtigungen, nur dass sie statt diesen lokal von der App ausgelöst werden) und ein permanent einblendbares Seitenmenü. Zudem soll durch die Integration von Facebooks „Einladen“-Feature die virale Vermarktung von Apps erleichtert werden. Last but not least sind die Java 8-Features, deren Support im Rahmen der Vorgängerversion 3.1 eingeführt wurde und damals noch als höchst experimentell galt, nun standardmäßig aktiviert.

Warum Codename One?

Mit dem Projekt Codename One ist es möglich, Mobile Apps in Java zu schreiben und auf verschiedenen Ziel-Plattformen, wie Android, iOS, Blackberry oder Windows Phone, zu betreiben. Codename One wird auf Basis des LWUIT-Projektes (Lightweight User Interface Toolkit) der ehemaligen Sun-Mitarbeiter Chen Fishbein und Shai Almog entwickelt.

Das Projekt umfasst Plug-ins für IDEs, ein visuelles Design-Tool und Simulatoren für Smartphones und Tablets. Das enthaltene API ist nach eigenen Angaben eine breit angelegte Abstraktion verschiedener Mobile-Plattformen, kombiniert mit weitreichenden Portierungsfunktionalitäten. Als Slogan haben sich die Entwickler den altbekannten, leicht abgewandelten Satz „Write Once Run Everywhere Mobile Apps“ auf die Fahnen geschrieben.

Das Codename One-SDK wird quelloffen bereit gestellt. Neben einer kostenslosen Lizenz sind auch kommerzielle Lizenzen, die mit 19 bis 399 US-Dollar pro Monat zu Buche schlagen, verfügbar.

Aufmacherbild: Mobile applications concept von Shutterstock.com / Urheberrecht: Oleksiy Mark

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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1 Kommentar auf "Codename One 3.2 mit neuem GUI-Builder"

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Anton
Gast

warum nicht gleich javafx wie Gluon es macht?