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Weckruf für eingeschlafene Projekte

Codelympics: Freundschaftliche Wettkämpfe gegen das Nebenprojekt-Sterben

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Strejman

Vermutlich jeder Programmierer hat derartige Leichen im Keller: Projekte, die irgendwann in grauer Vorzeit einmal euphorisch begonnen wurden, mit der Zeit allerdings einschliefen und schlussendlich eine Menge Staub angesetzt haben. Wie kann man dem entgegenwirken? Die Internetplattform codelympics will eine neuartige Antwort auf diese Frage geben.

Praktisch jeder Entwickler musste sich vermutlich schon einmal der deprimierenden Tatsache stellen, dass ein eigentlich geliebtes Nebenprojekt einfach nicht fertig wird und langsam aber sicher in den Dornröschenschlaf sinkt. Die Gründe können vielfältig sein: Zeitmangel spielt etwa ebenso eine Rolle wie (manchmal) mangelnde Disziplin.

Demotivierende Einsamkeit

Doch der Hauptgrund, so Raj Sheth, einer der Gründer der neuen Plattform codelympics, ist ein anderer: Die Arbeit an dem Projekt macht keinen Spaß mehr, da man alleine an ihm arbeitet und irgendwann an einen Punkt gelangt, an dem man sich die Zähne ausbeißt. Die einsame Arbeit, so Sheth weiter, führt schnell zu wenig hilfreichen Verhaltensmustern: So passiert es leicht, dass man an Details, mit denen man sich auskennt, herumdoktert, während man die wirklich großen Probleme, mit denen man sich nicht auskennt, links liegen lässt. Des Weiteren kann ein nicht zu knackendes Problem einem schnell das Gefühl vermitteln, das man einfach zu dumm ist, um es zu lösen  ein klassischer Motivationskiller. Ein weiteres Problem, das vermutlich jeder kennt, besteht darin, sich schlichtweg zu verzetteln und/oder den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen.

Freundschaftliche Wettkämpfe

All diesen Umständen kann Sheth zufolge abgeholfen werden, indem man eine gewisse Öffentlichkeit schafft und die Projekte somit ein kleines bisschen aus ihrer Einsamkeit holt. Hier setzt codelympics an: Die Plattform versteht sich als eine Mischung aus Wissenschaftsolympiade und Online-Hackathon, die im Rahmen von freundschaftlichen Wettkämpfen die zügige Fertigstellung von Nebenprojekten fördern will. Nach Registrierung bei GitHub gestaltet sich der Ablauf folgendermaßen:

  1. Man sucht sich ein ansprechendes Projekt aus.
  2. Nach Beginn der Challenge erstellt man einen Fork des Projekts.
  3. Die eigentliche Arbeit. Das Projekt (egal ob Web-, Desktop. oder Mobile-Anwendung) kann dabei sowohl alleine als auch im Team mit beliebigen Tools, Frameworks etc. vorangetrieben werden.
  4. Spätestens zum offiziellen Ende der Challenge fertig werden und das Projekt inklusive kurzer Readme einsenden.
  5. Die Projekte aller anderen Teilnehmer, inklusive Code, durchgehen und den besten ein Upvote zukommen lassen.
  6. Die Macher der am besten bewerteten Projekten können sich auf Ruhm und Ehre, manchmal auch über kleine Preise freuen.

Die im Rahmen der Challenges zustande kommenden Projekte sollen durchweg Open Source sein. Um das Hosten der Projekte selbst zu stemmen, fehlen den Köpfen hinter codelympics zur Zeit zwar noch die Ressourcen, allerdings geben sie allen Challenge-Teilnehmern die Ermutigung mit auf den Weg, ihre Projekte zumindest zeitweise öffentlich verfügbar zu machen.

Die erste Challenge beginnt am 7. August und hat die Versoftung des Strategie-Brettspiels Coerceo zum Inhalt.

Aufmacherbild: Olympic Rings from hand print von Shutterstock.com / Urheberrecht: Strejman

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Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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